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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Der Staatssozialismus. 
469 
in der öffentlichen Meinung- zu schaffen, mußten günstigere Um 
stände eintreten. Das war erst im letzten Drittel des Jahrhunderts 
der Fall, und es war in Deutschland, wo dieser Umschwung sich 
vollzog. 
Er bestand, so scheint es uns, weniger in der Schaffung einer 
neuen Lehre als in der Verschmelzung einer doppelten Strömung 
älterer Ideen, die wir zunächst untersuchen müssen. 
Man sieht auf der einen Seite im Laufe des 19. Jahrhunderts 
eine Reihe von Volkswirtschaftlern, obgleich sie von den grundlegenden 
Gedanken Smith’s ausgegangen sind, dennoch das Prinzip des Laisser- 
faire nach und nach einschränken, seinen wissenschaftlichen Beweis 
nicht mehr als feststehend ansehen und in einer großen Zahl von 
Fällen die Einmischung des Staates verlangen. 
Auf der anderen Seite findet man einige Sozialisten, die oppor 
tunistischer als die anderen sind. Auch wenn sie dem Privateigentum 
und der Produktionsfreiheit feindlich gegenüberstehen, so wollen sie 
doch schon jetzt und so schnell wie möglich eine Erleichterung des 
Elends der Arbeiterklasse herbeiführen. Zu diesem Zweck wenden 
sie sich an die bestehenden Regierungen. 
Der Staatssozialismus vollzieht die Vereinigung dieser beiden 
Strömungen. Durch sein robustes Vertrauen in den geistigen Hoch 
stand der Machthaber geht er etwas weiter als die einen; von den 
anderen trennt ihn seine Anhänglichkeit an das Privateigentum: aber 
die hauptsächlichsten Punkte seines Programms entlehnt er den einen 
wie den anderen. Es kommt daher zunächst darauf an, darzulegen, 
wie diese beiden Strömungen sich gebildet haben. Später werden 
wir sehen, unter der Herrschaft welcher Umstände ihr Zusammen 
treffen sich vollzogen hat. 
§ 1. Die Kritik des Laisser-faire bei den Ökonomisten. 
Zunächst wurden die wirtschaftlichen Argumente des Laisser-faire 
seit Adam Smith einer immer schärfer werdenden Analyse unter 
worfen. Eine ununterbrochene Kette von Schriftstellern, die nicht 
Sozialisten waren, haben im Laufe des 19. Jahrhunderts in seine Auf 
fassungen Bresche gelegt und nachgewiesen, wie sehr die praktischen 
Schlußfolgerungen des großen schottischen Volkswirts die Tragweite 
seiner Beweise überschritten. 
Für Adam Smith beruhte die Politik des Laisser-faire auf dem 
Prinzip der natürlichen Identität der privaten und der allgemeinen 
Interessen. Er hatte nachgewiesen, daß die Konkurrenz selbsttätig 
die Preise auf das Niveau der Produktionskosten erniedrigt, daß das 
Angebot sich durch einen automatischen Mechanismus der Nachfrage
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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