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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

502 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
mus war nirgends in seiner doktrinären Unduldsamkeit so weit ge 
gangen, wie gerade in Deutschland. Peince Smith, sein charakteri 
stischer Vertreter, war im Anschluß an Dunoyee dazu gelangt, dem 
Staat jede andere Eolle, als die eines „Sicherheitsproduzenten“ abzu 
sprechen, und jede andere Solidarität zwischen den wirtschaftlichen 
Kräften als die, die sich aus ihren Beziehungen zu dem gemeinsamen 
Markt ergaben, zu leugnen. „Die volkswirtschaftliche Gemeinde als 
solche“, sagte er, „ist nur Marktgenossenschaft; sie besitzt, wie besagt, 
weiter kein gemeinsames Institut als eben den Markt, und sie hat 
auch weiter nichts zu gewähren, als freien Zutritt zu dem Markte“ 1 ). 
Für die Staatssozialisten besteht im Gegenteil zwischen den 
Individuen und den Klassen der gleichen Nation eine moralische 
Solidarität, die viel tiefer geht als diese wirtschaftliche: sie beruht 
auf der Gemeinschaft der Sprache, der Sitten und der politischen 
Einrichtungen. Der Staat ist das Organ dieser moralischen Solidarität, 
und aus diesem Grunde hat er nicht das Hecht, dem materiellen Elend 
eines Teiles des Volkes gleichgültig gegenüber zu stehen. Er hat 
daher mehr als nur eine einfache Schutzptlicht gegen äußere oder 
innere Gewalttätigkeit zu erfüllen, es liegt ihm eine wirkliche Auf 
gabe ob: nämlich, „für Kultur und Wohlfahrtszweck zu sorgen“ 2 ). 
Hier stellt sich der Staatssozialismus auf den philosophischen Boden, 
den Lassalle erwählt hatte. Er schließt sich seiner Auffassung von 
der Aufgabe und historischen Eolle der Eegierungen an. Und er 
tritt, indem er sich mit Entschiedenheit auf den nationalen Stand 
punkt stellt, in enge Beziehung zu Feiedsich List. ♦ 
Man wird sich nun fragen, ist der Staat überhaupt imstande, 
diese Aufgabe, die man ihm zuweist, zu erfüllen. Wenn er sie nicht 
mit Nutzen erfüllen kann, so hat es gar keine Bedeutung, daß man 
sie ihm zuspricht ? Ist die völlige Unfähigkeit des Staates als wirt 
schaftliche Kraft nicht schon längst nachgewiesen? — Adolf Wagnee 
und seine Freunde haben sich bemüht, gerade gegen diese Idee 
anzukämpfen. Der selbständigste Teil ihrer Lehre besteht in einem 
Versuch, den Staat zu rehabilitieren. Den Optimisten der Schule 
Bastiat’s erschien die Eegierung als die verkörperte Unfähigkeit. 
Den Staatssozialisten ist im Gegenteil die Eegierung eine wirtschaft 
liche Kraft, gerade wie jede andere und sogar sympathischer als jede 
*) An anderer Stelle schrieb er: „Aber dem Staat erkennt der Freihandel keine 
andere Aufgabe zu, als eben die eine: Die Produktion von Sicherheit.“ Von Schönbbrg 
im Handbuch der politischen Ökonomie angeführt, 2. Aull. Tübingen 1885 
S. 59, § 34, Reihe 58. Die Zitierung ist dem Handwörterbuch der Volkswirtschafts 
lehre von Rentzsch, Aufsätze über Freihandel, und über Handelsfreiheit entlehnt, 
Lpg. 1866 (Verlag Gustav Meyer). S. 440, Reihe 1. 
s ) (Wagnee, Grundlegung, S. 885.)
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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