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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

518 Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
Hiermit kommen wir nun zu dem Kernpunkt der Beweisführung-, 
Hierin „liegt das Geheimnis der kapitalistischen Produktion enthüllt“. 
Man beachte: der durch die Arbeit erzeugte Wert ist der, den der 
Kapitalist durch den Verkauf der Erzeugnisse einstreicht, und der 
yon der Arbeit verbrauchte Wert ist der, den der Arbeiter als Lohn 
empfängt. Daraus folgt notwendigerweise, daß der ganze Unter 
schied zwischen diesen beiden Werten in den Händen des Kapitalisten 
zurückbleibt. Während der Kapitalist das Erzeugnis für 10 Arbeits 
stunden verkauft, gibt er den Arbeitern nur den Gegenwert von 
5 Arbeitsstunden und streicht den Überschuß ein. Diesem Überschuß 
gibt Marx den berühmt gewordenen Namen Mehrwert 1 ). 
Hieraus folgt, daß der Kapitalist 10 Arbeitsstunden des Arbeiters 
einsteckt und ihm nur 5 auszahlt 2 ). Mit anderen Worten, der Ar 
beiter liefert dem Kapitalisten 5 Stunden unbezahlte Arbeit. 
Während der 5 ersten Stunden erzeugt er den Gegenwert seines 
Lohnes, von der sechsten Stunde an aber arbeitet er umsonst. Diesen 
Überschuß nicht bezahlter Arbeitsstunden, die den Mehrwert erzeugen, 
nennt Marx die Mehrarbeit: er will damit eine überpflichtige 
Arbeit bezeichnen, von der der Arbeiter keinen Nutzen irgendwelcher 
Art hat, eine für ihn nutzlose Mehrbelastung, die nur dazu dient, den 
Kapitalisten zu bereichern. 
Natürlicherweise liegt es im Interesse des Kapitalisten, soviel 
wie möglich den Mehrwert, der seinen Profit darstellt, zu vermehren. 
Dies gelingt ihm durch eine Heihe von Handlungen, deren Analyse 
einen der merkwürdigsten Teile der marxistischen Lehre darstellt, die 
man aber unter zwei Hauptpunkten zusammenfassen kann: 
a) die Dauer des Arbeitstages so viel wie möglich verlängern, 
um die Anzahl der Mehrarbeitsstunden zu vermehren. Wenn zum 
Beispiel der Arbeitgeber den Arbeitstag auf 12 Stunden bringen 
könnte, so ist sein Mehrwert 7 Stunden am Tage statt 5. Das 
Streben aller Fabrikanten ging nun gerade darauf hin, dies zu tun, 
bis zu dem erst vor kurzem eingetretenen Zeitpunkte, an dem die 
Gesetze die Dauer des Arbeitstages (aber nur dort, wo sie anwendbar 
waren!) beschränkten und so die erste Quelle des Mehrwertes zum 
Versiegen brachten; 
0 Siehe oben (SS. 208-j—209) was hinsichtlich Sismondi nnd seiner Auffassung des 
Überwertes gesagt wird. 
a ) Ist es nötig, darauf hinzuweisen, daß diese Proportion der Hälfte für den 
Wert der Arbeitskraft, was 10ܰ/ o für den Mehrwert verstellt, hier nur wegen der 
Klarheit der Ausführung angewendet wird? Und doch behaupten einige Marxisten, 
wie Jules Guesdb, daß sie mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wahrscheinlich 
würde Maex in seiner Schätzung zurückhaltender gewesen sein, denn er führt als 
Stütze seiner These die Petitionen der englischen Manufakturisten an, die erklärten, 
daß nur die letzte Stunde der Tagesarbeit ihren Gewinn ausmaohe.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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