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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Bis jetzt haben wir nur von der Arbeit gesprochen, aber die 
Hauptperson, der Held des Buches Karl Marx’, ist das Kapital, 
wie ja auch der Titel besagt. Unsere Darlegung der marxistischen 
Lehre über die Produktion würde daher sehr unvollkommen sein, 
wenn wir nicht auch ausführten, wie Marx die Eolle des Kapitals 
in der Produktion versteht. 
An und für sich ist das Kapital selbstverständlich und ohne jede 
Frage steril, da ja die Voraussetzung lautet, daß die Arbeit allein 
den Wert schallt. Die Arbeit kann aber ihre produktiven Fähig 
keiten nicht ausüben, ohne eine gewisse Menge Kapital zu verbrauchen, 
und es kommt darauf an, zu erfahren, wie das Kapital sich mit der 
Arbeit verbindet. 
Marx unterscheidet im Kapital zwei Teile: 
1. Denjenigen, der dazu dient, die Arbeiterbevölkerung in Ge- ■ 
stalt von Löhnen oder Existenzmitteln zu erhalten. Die alten Öko- . 
nomisten nannten dies den Lohnfonds, und er selbst nennt es das 
variable Kapital. Wenn dieses variable Kapital auch nicht 
selbst produziert, so erzeugt es doch, indem es von der Arbeit ver 
braucht wird, den Wert und den Mehrwert. — 
2. Denjenigen, der einfach dazu dient, die Arbeit in Gestalt von 
Werkzeugen, Maschinen, Gebäuden und so weiter zu unterstützen, und 
den Marx das konstante Kapital nennt. Da es nicht wie das 
andere von der menschlichen Arbeit absorbiert und belebt wird, 
kann es keinen Mehrwert hecken. Es produziert nichts, aber es repro 
duziert doch etwas, nämlich seinen eigenen Wert, in dem Maße wie 
dieser im Laufe des Produktionsprozesses verbraucht wird. Tatsächlich 1 
ist dieses konstante Kapital offenbar selbst nur das Produkt einer Arbeit; 
es ist geronnene Arbeit, und sein Wert wird, wie der eines jeden anderen 
Erzeugnisses, von der Zahl von Arbeitsstunden bestimmt, die es ge 
kostet hat. Dieser Wert muß sich daher wieder finden, — gerade wie 
der der Rohstoffe, gerade wie der der Arbeitskraft selbst, — und 
zwar im Wert des endgültigen Produktes: mehr aber nicht. Es ist 
das, was die Volks Wirtschaft! er Amortisation nennen. Jedermann weiß 
aber, daß Amortisation nicht Profit ist x ). 
*) Ein Töpfer z. B. macht einen Topf an jedem Arbeitstag von 10 Stunden, 
indem er nur seine Hände zu seiner Arbeit benutzt: jeder Topf ist daher 10 Stunden 
wert. Nun bedient sich aber der Töpfer eines Instrumentes, eines Drehtisches, das 
ein konstantes Kapital vorstellt. Um den Drehtisch herzustellen, hat er 100 Arbeits 
stunden aufwenden müssen. Wenn er fortfährt, nur einen Topf täglich zu machen (eine 
vollständig widersinnige Annahme, da er in diesem Pall sich nicht die Mühe genommen 
haben würde, den Drehtisch anzufertigen! doch wollen wir diesen Einwurf unbeachtet 
lassen), so würde der Wert eines jeden Topfes von jetzt ab 10 Arbeitsstunden plus 
100 Arbeitsstunden ge teilt durch x sein; hierbei stellt x die Zahl der Töpfe 
vor, die der Drehtisch bis zu seinem endgültigen Verbrauch herzustellen gestattet. 
A 1
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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