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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
523 
Schluß widerstreitet dem axiomatisch wahren und unbestrittenen 
Satze, daß der Gewinnsatz aller Kapitale überall der gleiche ist, die 
unter völlig freier Konkurrenz und unter gleichem Risiko funktionieren. 
Maex antwortet, daß in der Tat die Höhe des Profits für 
alle Kapitalien eines Landes gleich ist, daß aber diese Höhe sich 
bildet als Durchschnitt aller Unternehmungen, — mit anderen Worten, 
daß die Höhe des Profits die sei, die eintreten würde, wenn alle 
Unternehmungen eines Landes, unter Beibehaltung der Verhältnisse 
zwischen ihren variablen und konstanten Kapitalien, nur eine einzige 
bilden: eine Art nationalen Trust. Hierbei handelt es sich nicht um 
einen einfachen, statistischen Durchschnitt, sondern um einen Durch 
schnitt, der durch die Konkurrenz allen Unternehmungen aufge 
zwungen wird 1 ). Hieraus ergibt sich nun eine unerwartete Folge! 
Die Unternehmungen nämlich, in denen das variable Kapital vor 
herrscht, wie z. B. in der Landwirtschaft, müssen, da die Höhe ihres 
Profits auf den Durchschnitt zurückgeführt wird, viel weniger er 
halten als den Mehrwert, auf den die Zusammensetzung ihrer Kapi 
talien ihnen zu rechnen gestatten sollte. — Daher nennt sie auch 
Maex „Unternehmungen niederer organischer Zusammensetzung“. — 
Im Gegenteil dazu erhalten die Unternehmungen, bei denen das kon 
stante Kapital vorherrscht, mehr als das, was die Zusammensetzung 
ihres Kapitals ihnen zu erhoffen gestatten sollte! —Daher nennt sie 
Maex auch Unternehmungen „höherer organischer Zusammensetzung“ *), 
Dies erklärt, weshalb die Unternehmungen mit großer Ausstattung sich 
so stark vermehren, im Gegensatz zu dem, was der erste Blick ver 
muten lassen könnte. Denn gerade sie werden begünstigt, weil 
sie höhere Profite erzielen, als die von ihnen beschäftigte Mehrarbeit 
und der normalerweise darauf beruhende Mehrwert sonst ergeben 3 ). 
') Nehmen wir, wie in dem vorhergehenden Beispiel an, daß A und B alle 
Industrien ihres Landes verstellen: die Nationalindustrie würde dann aus 900 plus 
100 variablem und aus 100 plus 900 konstantem Kapital zusammengesetzt sein, also 
im ganzen aus 2000 bestehen. Wenn wir nun annehmen, daß der Mehrwert 100% 
(für das variable Kapital) sei, so wird der Gesamtmehrwert 900 plus 100, oder 
1000 erreichen, was für ein Gesamtkapital von 2000 einen Gewinnsatz von 60% 
ausmacht. 
2 ) So würde in dem auf der vorhergehenden Seite, Anm. 1 angeführten Beispiel, 
da das Mittel zwischen 900 und 100 = 500 ist, das Unternehmen A, anstatt 90% 
Mehrwert, nur 50% erhalten, und das Unternehmen B, anstatt nur 10% aufzu 
weisen, würde 50% einstreichen. 
3 ) Wenn wir in dieser Darlegung häufig das Wort Profit an Stelle Mehr 
wert gebraucht haben, so geschieht das, um durch den Gebrauch eines bekannteren 
Wortes an Klarheit zu gewinnen. Wir müssen aber darauf besonders aufmerksam 
machen, daß die beiden Worte keineswegs vollständig synonym sind. Der Mehrwert 
ist alles das, was im Wert des Produktes die Unterhaltskosten der Arbeit übersteigt, 
ist also das riesige Stück des Kuchens, in das sich alle Gesellschaftsklassen, außer
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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