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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
529 
b) Die Entwicklung des Pauperismus, der selbst wieder sich 
aus diesen Krisen und der Arbeitslosigkeit ergibt. Die kapitalistische 
Klasse „ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven 
die Existenz selbst innerhalb ihrer Sklaverei zu sichern, weil sie 
gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie ihn 
ernähren muß, anstatt von ihm ernährt zu werden“ 1 ). 
c) Die Vermehrung der Aktiengesellschaften. Hierdurch 
verflüchtigt sich das individuelle Eigentum in Papierfetzen; an diesem 
Stück Papier, an der Aktie, klebt der ßechtstitel, und nicht einmal 
der Name des Besitzers kommt in Betracht. In Wirklichkeit ist das 
Stück Papier ohne Namen der Besitzer. Der Profit erscheint in 
seiner ganzen Nacktheit, als Dividende, die von jeder Arbeit unab 
hängig ist, als ein Abzug vom Arbeitsertrag des Arbeiters. Die 
Unternehmerfunktion ist hier von jedem Charakter einer Leitung, 
einer Initiative oder einer persönlichen Arbeit entkleidet, der früher 
dazu diente, sie mit einem Mäntelchen zu umgeben und sie in den 
individuellen Unternehmungen zu rechtfertigen; sie löst sich in zwei 
Funktionen auf: — auf der einen Seite der parasitische Großaktionär, 
— auf der anderen Seite der besoldete Direktor. 
An dem Tage, an dem alle Unternehmungen eines Landes die Form 
von Aktiengesellschaften angenommen haben werden, oder noch besser, 
zu Trusts geworden sind, die die Aktiengesellschaft am vollkommensten 
zum Ausdruck bringen, sind sie zur sozialistischen Expropriation reif, 
da es dann genügen wird, mit einem einfachen Federstrich alle 
Rechtstitel, die auf die Namen der Aktionäre lauteten, auf den der 
Nation zu übertragen. Man wird sogar nicht einmal bemerken, daß 
irgend etwas in dem wirtschaftlichen Mechanismus verändert ist. 
So wird also die Expropriation der bürgerlichen Klasse viel 
leichter vor sich gehen als vor einigen Jahrhunderten die Expro 
priation der Handwerker durch die Kapitalisten! Zur Durchführung 
der Expropriation von gestern war „die Expropriation der großen 
Masse durch einige Usurpatoren“ erforderlich, während es für die von 
morgen dank dem Gesetz der Konzentration genügen wird, „die Ex 
propriation weniger Usurpatoren durch die*große Masse“ auszuführen. 
Was ist nun zum Schluß — wir wollen nicht sagen, der Zweck 
oder das Ziel, da der Marxismus sich weigert ein solches anzugeben — 
aber zum wenigsten die Voraussage des marxistischen Programms? 
Gewöhnlich sagt man: die Abschaffung des Privateigentums, und 
(Ganz wie die Himmelskörper, sobald sie durch ersten Stoß in eine bestimmte 
Bewegung geschleudert sind, dieselbe Bewegung stets reproduzieren, so die gesell 
schaftliche Produktion, sobald sie einmal in jene Bewegung wechselnder Expansion 
und Kontraktion geworfen ist“ (Kapital, S. 619, I. Aufl.). 
*) Kommunistisches Manifest, S. 18. 
Gide und Eist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehraieinungen. 34
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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