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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
539 
und Weise eintreten, die sogar von den Marxisten als die wahr 
scheinlichste betrachtet wird und zwar unter der Form einer wirt 
schaftlichen Krisis, in der der Kapitalismus untergehen wird, einer 
Krisis, die geradezu die notwendige Folgeerscheinung der kapita 
listischen Ordnung ist, so daß er in einer Art Selbstmord, in „Selbst 
zerstörung“ endet. Wie wir gesehen haben (S. 528), spielen die 
Krisen eine recht große Eolle in der marxistischen Lehre. 
Wenn aber der Marxismus nicht notwendigerweise die An 
wendung von Gewalt bedingt, so schließt er sie doch auch nicht aus. 
Er betrachtet sie sogar als ziemlich wahrscheinlich, weil der Ent- 
wickluugsvorgang kaum genügen wird, die neuen sozialen Formen 
aus den alten ohne Störung zur Entfaltung zu bringen, den Schmetter 
ling aus der Puppe zu lösen. „Die Gewalt ist die Hebamme jeder 
gebärenden Gesellschaft').“ 
Hier ist keine falsche Gefühlsseligkeit am Platze. Elend und 
Leiden sind unentbehrliche Triebfedern der Entwicklung. Wenn 
man die Sklaverei, die Hörigkeit, die Expropriation der Handwerker 
durch die Kapitalisten usw. hätte verhindern können, so würde man 
diese Triebfedern der Entwicklung verbogen haben und es wäre 
mehr Übel, als Gutes daraus entstanden 2 j. Jeder Zustand bringt 
gewisse unglückselige, aber für das Kommen der höheren 
Formen unentbehrliche Bedingungen mit sich. Aus diesem 
Grunde würden die Eeformbestrebungen der bürgerlichen Philanthropen 
und ihre Predigten vom sozialen Frieden verderblich sein, wenn sie 
Erfolg hätten. „Ohne Antagonismus kein Fortschritt“. Man darf 
nicht übersehen, daß diese hochmütige Gleichgültigkeit für die mit 
Übergangsperioden verbundenen Leiden selbst ein Erbteil der klassi 
schen Schule und eine weitere Ähnlichkeit mit ihr ist. Gerade so 
drückte auch sie sich aus, wenn sie auf die Konkurrenz, den Maschi 
nismus, und die Vernichtung der Kleinindustrie durch die Groß 
industrie zu sprechen kam. Der Marxismus läßt als Eeformen nur die 
gelten, die den Zweck haben, nicht „die Gesellschaft zu reformieren“, 
sondern der Eevolution Vorschub zu leisten und sie zu beschleunigen, 
die „die Geburtswehen abkürzen und mildern können“ 8 ). 
') Marx, Misere de la Philosophie. Was bedeutet übrigens das Wort 
fievolte? Einfach die Tatsache des Ungehorsams gegen die Gesetze. Was für Ge 
setze regieren uns nun aber? Produkte des bürgerlichen Milieus, genau wie die 
Einrichtungen, deren Schutz sie bezwecken. Die Keyolution wird einfach darin be 
stehen, diese Gesetze durch andere Gesetze zu ersetzen; hierfür ist es aber unerläßlich, 
daß sie ihren Stützpunkt außerhalb derselben nimmt. 
a ) „Die schlechte Seite ist’s, welche die Bewegungen ins Leben ruft, welche die 
Geschichte macht, dadurch daß sie den Kampf zeitigt“ (Elend der Philo 
sophie, S. 116). 
3 ) Vorwort zum Kapital, S. XI.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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