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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

544 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
der mittleren und der kleinen Vermögen steigt beständig. Gerade 
die Aktiengesellschaften, in denen die marxistische Schule eine Be 
stätigung ihrer These gesucht hat, dienen im Gegenteil dazu, das 
Eigentum an eine unendliche Zahl von Personen zu verteilen, woraus 
sich ergibt, daß die Konzentration der Unternehmungen und die Kon 
zentration des Eigentums zwei ganz verschiedene Dinge sind. Die 
sich immer stärker entwickelnden Kooperativgenossenschaften haben, 
wer kann sagen, wie viele Proletarier in kleine Besitzer verwandelt! 
Die Behauptung Marx’, daß die Expropriation der Zukunft viel leichter 
durchführbar sein wird als die der Vergangenheit, weil es ge 
nügen wird, „einige zugunsten der Masse zu expropriieren“, ist da 
her vollständig unrichtig. Gerade die Masse, und zwar eine Masse, 
die stetig wächst, müßte expropriiert werden. Schon heute besitzt 
sicherlich die Hälfte aller Franzosen irgend welches Eigentum, Wert- 
papiere, Grund und Boden, oder Häuser. Früher sprachen die Kollek- 
tivisten mit Verachtung von jenen Fetzen oder sogar von Jenen Lumpen“ 
Eigentums und sagten, daß sie am Tage der Expropriation voller Freude 
für die Vorteile weggeworfen werden würden, die sich aus einem sozialen 
Miteigentum ergeben. Aber der Beweis, daß sie heute nicht mehr daran 
glauben, ist, daß sie selbst jetzt schon eine andere Sprache führen und 
sich verpflichten, diese „Eigentumsfetzen“ ihren Besitzern zu erhalten. 
In dieser Hinsicht hat ihr Programm schon einige Veränderungen, 
wenn nicht einige Hisse erhalten. Als es in dem kommunisti 
schen Manifest formuliert worden war, vor mehr als einem halben 
Jahrhundert, rechnete man damit, daß das kleine Eigentum sehr bald 
verschwinden würde. Da dann der ganze Besitz in einer kleinen 
Anzahl von Händen konzentriert und andererseits die Masse der 
Proletarier um all die expropriierten früheren kleinen Besitzer ver 
mehrt sein würde — so würden die letzteren nur eine Handbe 
wegung zu machen brauchen, um die ersteren, sei es auf dem Wege 
der Revolution, sei es einfach durch den zum Gesetz erhobenen Willen 
der Mehrheit, hinwegfegen zu können. 
Zum Unglück für die Ausführung dieses Programms mußte man 
leider konstatieren, daß „der Verfall des bürgerlichen Eigentums“ 
weder unvermeidlich noch nahe bevorstehend erschien. Nicht nur 
befand sich das kapitalistische Großeigentum außerordentlich wohl — 
worin natürlich eine Bestätigung der marxistischen Theorie und nicht 
ihre Widerlegung liegt — sondern auch das Kleineigentum und die 
Kleinindustrie wollten augenscheinlich durchaus noch nicht das Zeit 
liche segnen. Was sollte man nun tun? Man konnte nicht hoflen, 
die Verwirklichung der sozialen Revolution ohne oder gegen den 
Willen dieser riesigen Menge von Landleuten, Handwerkern, Krämern 
usw. durchzuführen — und zwar ebensowenig durch Anwendung von
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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