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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

32 
Erstes Buch. Die Begründer. 
( Qüesnat begnügt sich, ihn einen Notbehelf zu nennen : ). ' Der 
einzig wirklich nützliche Tausch ist der, welcher die Erzeugnisse 
direkt aus der Hand des Landwirtes in die des Verbrauchers bringt, 
denn sonst nützen diese Erzeugnisse nichts und verderben in der 
Hand des Erzeugers. Der Tausch aber, der im Ankauf dieser Er 
zeugnisse zum Zweck des Weiterverkaufes besteht, und den sie 
Handel — trafic — nennen (er allein bedeutet heute im juristischem 
Sinne des Wortes Handelstätigkeit), ist weiter nichts als eine Güter 
verschwendung; ein Teil davon wird sogar von dem Händler auf 
gezehrt * 2 * * * * * ). Den gleichen Gedanken finden wir viel später bei Caeey. 
Geistreich vergleicht Meecier de la Ri viere die Kaufleute mit 
Spiegeln, die so aufgestellt sind, daß sie zu gleicher Zeit und nach 
verschiedenen Richtungen das Bild desselben Gegenstandes wieder 
geben. Wie diese Spiegel scheinen sie die Gegenstände zu vermehren 
und täuschen so das Auge, das sie nur oberflächlich sieht 8 ). 
Nun gut! Lassen wir diese Verachtung des Handels einmal 
gelten; zu welchem Schlüsse führt dies? Daß man ihn verbieten? 
oder gesetzlich regeln? oder freigeben muß? Keine dieser Schluß 
folgerungen ergibt sich zwingend aus den Voraussetzungen; wenn der 
Handel nutzlos ist, scheint die erste Lösung die richtigste. Die 
Physiokraten waren aber für die dritte; aus welchem Grunde? 
Man versteht ganz gut, daß die Physiokraten den Merkantilismus 
und Colbertismus verwarfen, die beide dem Lande eine günstfge 
Handelsbilanz verschaffen wollten; denn dieser Zweck erschien ihnen 
fantastisch und sogar unmoralisch. Schwerer ist die Erklärung, warum 
sie die Freiheit des Handels befürworteten, der doch ihrer Ansicht 
nach zu nichts nütze war. Heute folgen die Freihändler unter 
den Nationalökonomen ihrem Beispiele, aber mit dem Gedanken, daß 
der Freihandel eine große Wohltat für alle Länder ist, und daß die 
daran teilnehmenden Länder um so reicher werden, je mehr er sich 
entwickelt. Das war aber durchaus nicht die Meinung der Physio 
kraten. 'Wenn sie die Begründer des Freihandels waren, so waren 
‘) „Geldbilanz ist im Außenhandel nur ein Notbehelf für die Völker, die für 
den gleichen Zweck keine Produkte zuröckerhalten können . . . Auch ist der Außen 
handel selbst nur ein Notbehelf für die Völker, deren Innenhandel nicht genügt, uff 
die Erzeugnisse ihres Landes vorteilhaft abzusetzen ... Es ist höchst sonderbar, 
daß man dieser Geldbilanz so große Bedeutung beimißt, die doch nur ein Notbehelf 
für den Handel ist“ (Quesnay, Dialogues, S. 175). 
2 ) „Die Kaufleute, wie man sie nennt, sind nur Händler. Denn derjenige) 
der Handel treibt, ist nur eine Art Angestellter, dem es durch seine fleißige Tüchtig 
keit gelingt, sich einen Teil der Güter der anderen anzueignen“ (Mbrcieb de 
BivihRE, S. 551). „Der Verdienst der Kaufleute ist kein Gewinn für den Herrn“ 
(Qüesnay, S. 151). 
’) Ordre naturel, S. 688.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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