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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

546 
Viertes, Buch. Die Abtrünnigen. 
in der politischen Geschichte so allgemein gewesen ist, erscheint durch 
alle Zeitalter hindurch auch heutigen Tages wieder unter der Form 
der großen parlamentarischen Kämpfe zwischen der konservativen 
und liberalen Partei, zwischen Tories und Whigs usw. Und diese 
Nebenkämpfe komplizieren oft in der dramatischsten Weise und auf 
das unvorhergesehenste den Hauptkampf, weil jeder der Kämpfenden 
sich auf das Proletariat zu stützen sucht. So haben in England die 
Industriellen gegen die landwirtschaftlichen Besitzer die Aufhebung 
der Kornzölle durchgesetzt, aber diese wieder haben ihrerseits gegen 
die ersteren die Arbeitergesetzgebung durchgebracht, und in beiden 
Fällen hat die Arbeiterklasse den Gewinn davon getragen, war der 
Tertius gaudens! Dann wiederum gehen innerhalb der Arbeiter 
klassen Kämpfe vor sich. Schon gibt es solche (ohne von denen der 
roten und gelben Gewerkschaften zu sprechen) zwischen den organi 
sierten und den nichtorganisierten, zwischen den qualifizierten Ar 
beitern (skilled workmen, wie die Engländer sagen) und denen einer 
untergeordneten Kategorie. Schon erscheint, wie P. Leeoy-Beaulietj 
sagt, unterhalb des vierten Standes ein fünfter! 
Und was wird aus der Katastrophentheorie ? Was wird aus Jj/! 
dem „großen Kladderadatsch“? Die Neomarxisten glauben nicht 
mehr daran. Die wirtschaftlichen Krisen, die das Hauptargument 
zugunsten dieser These bilden, scheinen heute nicht mehr so drohend 
für den Kapitalismus zu sein, wie Maux sie auffaßte. Sie treten 
nicht mehr wie die Erschütterungen eines Erdbebens auf, sondern 
wie der periodische Rhythmus von Ebbe und Flut, deren Eintreten 
man innerhalb gewisser Grenzen vorausberechnen kann. 
Und was wird aus dem historischen Materialismus? — „Jeder 
nicht Voreingenommene wird die Formel Beknstein’s unterschreiben: 
„die Notwendigkeiten der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung be 
stimmen immer weniger die Entwicklung der anderen sozialen 
Einrichtungen“ J ). Wieviele Beweise sind nicht schon zusammenge 
tragen worden, um diesen Satz zu stützen! Der Marxismus liefert 
sie selbst, denn gerade das Prinzip des Klassenkampfes und des 
„Klassenbewußtseins“ schöpft seine Kraft aus dem Gefühl einer 
Auflehnung gegen die wirtschaftlichen Fatalitäten, und infolgedessen 
aus einem gewissen Ideal. Sicherlich beeinflussen alle Tatsachen ver 
schiedener Ordnung, ökonomische, politische, moralische und so weiter, 
einander, aber ohne daß man sagen könne, eine davon bestimme alle 
anderen. Daher begnügt man sich in der Volkswirtschaft heute 
eher damit, die aufeinander einwirkenden Beziehungen zwischen den 
b G Sokel, Des polemiques ponr l’interpretation du marxisme in 
der Revue internationale de Sociologie, 1900.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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