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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

548 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
leiten, haben sicherlich niemals Marx gelesen und kümmern sich 
nicht darum, seine Lehren anzuwenden. Man hat aber letzthin aus 
geführt, daß das Programm der „C.G.T.“ bewunderungswürdig mit 
der marxistischen Lehre übereinstimme, und daß sie den Marxismus 
auf den richtigen Weg zurückgeführt habe, — während der reformerische 
Neo-Marxismtis sich auf dem falschen Wege befände, —und zwar be 
sonders in folgendem; 
a) in der Betonung des ausschließlich proletarischen Charakters 
des Sozialismus. Mit den Arbeitgebern und den Kapitalisten gibt 
es keine Verständigung. Und ebensowenig von nun an mit den In 
tellektuellen und den Politikern; da die berufliche Arbeitergewerk 
schaft, auf Grund ihrer Definition, nur Arbeiter umfaßt, hat sie sich 
nur mit den Interessen der Arbeiter zu beschäftigen'). Wir haben 
schon auf die zur Schau getragene Verachtung h«igewiesen, die der 
Marxismus den Intellektuellen gegenüber zeigt (S. 537, Anm.); 
— gleichzeitig betont es den Wert und die Schönheit der Arbeit, 
nicht jeder Arbeit überhaupt, sondern der Arbeit, die die Materie 
verändert und umformt, der Handarbeit. 
Kein Milieu ist besser als die Gewerkschaft dazu geeignet, das 
„Klassenbewußtsein“ zu entwickeln, nämlich das Gefühl der Inter 
essengemeinschaft, das alle Proletarier gegen alle Besitzenden ver 
einen soll. Das Bewußtsein tritt erst dort auf, wo eine Organisation 
vorhanden ist, und dies gilt im Bereiche des Wirtschaftslebens nicht 
weniger als im Bereiche der Biologie: — deshalb ist gerade die 
Gewerkschaft das, was notwendig ist, um die alte sozialistische Auf 
fassung in wirklichen Sozialismus zu verwandeln. Als Marx schrieb, 
konnte er diese Macht noch nicht voraussehen. Wenn er sie ge 
kannt hätte, wie sehr würde er sich darin wiedererkannt haben! 
Die Vertreter dieses Neo-Marxismus schlagen lyrische Töne an, wenn 
sie von der Gewerkschaft sprechen. In dem bürgerlichen Sumpfe 
ist sie die einzige Quelle neuer Energie. Die Gewerkschaft trägt 
die Keime einer neuen Gesellschaft, einer neuen Philosophie und so 
gar einer neuen Moral in sich, die man die Moral des Produzenten 
nennen kann: Berufsehre, Solidaritätsgefühl, Stolz auf vollbrachte 
Leistungen, Fortschrittsbegeisterung usw. * 2 ). 
*) „Eine Organisation der Produzenten, die ihre eigenen Angelegenheiten 
besorgen, ohne die Erleuchtung nötig zu haben, die die Vertreter der bürgerlichen 
Ideologie besitzen“ (G. Soebl, Decomposition du manisme, S. 60—61). 
2 ) „Der revolutionäre Syndikalismus ist die grobe erzieherische Macht, die die 
heutige Gesellschaft besitzt, um die Arbeit der Zukunft vorzubereiten“ (Sorel, 
Reflexions sur la violence, 1909, S. 244). 
„In dem totalen Zusammenbruch der Einrichtungen und der Sitten bleibt 
etwas Machtvolles, Neues und Unberührtes bestehen: das, was ganz eigentlich die
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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