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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

550 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
c) in der Wiederaufnahme der These von der Endkatastrophe, 
nicht mehr unter der Form einer kapitalistischen Krise, sondern 
unter der des Generalstreiks. Gegen diese Taktik sind alle 
Generäle und alle Bajonette der bürgerlichen Klasse ohnmächtig. 
Was soll gegen die Arbeiter geschehen, die, um das ganze soziale 
Leben zum Stillstand zu bringen, nur die Arme zu kreuzen brauchen 
und gerade dadurch beweisen können, daß nur die Arbeit der Schöpfer 
alles Reichtums ist? Und auch wenn man annimmt, daß der Gene 
ralstreik sich niemals verwirklichen könne — man scheint in dieser 
Hinsicht ziemlich skeptisch zu sein, — so wird der Begriff doch Als 
machtvoller Ansporn, als Mythus, sagt G. Soeel, seinen Einfluß nicht 
verfehlen, ähnlich wie das Erwarten des Millenniums bei den Christen 
der ersten Jahrhunderte. 
Dieses Wort „Mythus“ hat einen glänzenden Erfolg gehabt. 
Weniger allerdings bei den Syndikalisten selbst, denen es sehr wenig 
behagte, aber bei den Intellektuellen. Denn reizt es nicht zu einem 
Lächeln, wenn man darauf hinweist, daß diese Auffassung eines aus 
schließlichen Arbeitersozialismus, der nicht nur antikapitalistisch, 
sondern ganz ausgesprochen antiintellektuell ist, und der „jedes 
bürgerliche Entgegenkommen mit der äußersten Brutalität beant 
worten soll“, einzig und allein von einer Gruppe Intellektueller 
stammt, deren Geist aufs schärfste geschliffen ist, und die sich zu 
der BEEGsox’schen Philosophie bekennen 1 )? 
Ein Mythus! —- Mag das sein; doch sich von einem Mythus leiten 
lassen, ist ungefähr dasselbe, wie, gleich den drei Königen aus dem 
Morgenlande, dem Sterne folgen, oder wie Israel der Rauch- und Feuer 
säule, die es ins gelobte Land führte. Und mit dieser Hoffnung und 
diesem der Ecclesia militans et triumphans der ersten Jahrhunderte 
entlehnten Glauben, mit dieser ganzen Auffassung, die ein leiden 
schaftlicher, fast heroischer Atem beseelt, wie fern sind wir doch dem 
historischen Materialismus, und wie nahe jenem Utopismus, den Marx 
verhöhnte, und den er dem französischen Sozialismus so schneidend vor 
warf! Gesteht doch Soeel selbst, daß „es selten einen Mythus gegeben 
hat, der von jeder utopistischen Beimischung durchaus frei war“ 2 ). 
*) Diese Gruppe wird von der Zeitschrift Le Mouvement Socialiste, die 
Lagardblle leitet, vertreten. Übrigens hat sich Sorel davon zurückgezogen und kämpft 
jetzt für den „katholischen Nationalismus“, (die Liga des „Nationalisme catholique“). 
Die vor kurzem über den Syndikalismus veröffentlichten Untersuchungen sind sehr 
zahlreich; wir haben schon auf La Philosophie Syndicaliste von Guy Grand 
hin gewiesen. 
2 ) Eeflexions sur la violenoe, S. XXXV. Es muff jedoch erwähnt werden, 
daß Soeel gegen jede Verwechslung zwischen Utopie und Mythe protestiert; nach seiner 
Ansicht würde die letztere diese Überlegenheit haben, „daß sie nicht widerlegbar ist“, da 
sie nur der Ausdruck einer Überzeugung sei. Siehe auch S. 218 desselben Werkes.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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