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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel IV. Die auf dem Christentum beruhenden Lehren. 
561 
von Arbeiterfamilien zurück, die er der von ihm verachteten „Er- 
flndungsmethode“ x ) gegenüberstellte. 
Die Monographie einer Familie 2 ) nach der Methode Le Play’s 
aufstellen, bedeutet nicht nur ihre Geschichte erzählen, ihre Lebens 
weise beschreiben und ihre Existenzmittel analysieren, sondern alle 
Handlungen ihres Lebens im Rahmen einer „amerikanischen Buch 
führung“ — nach Einnahmen und Ausgaben — zusammenfassen, in der 
im voraus alle Rubriken numeriert und mit Aufschriften versehen 
sind, so daß alle sich stets auf das genaueste vergleichen lassen. Sicher 
lich liegt viel Gemachtes und etwas kindisches in dieser anscheinend 
so genauen Methode, wo nicht nur die wirtschaftlichen Bedürfnisse, 
sondern der Unterricht, die Erholung, die Getränke, die Tugenden 
und Laster katalogisiert und in Mark und Pfennigen beziffert sind. 
Ihr Vorzug besteht aber darin, auch den unerfahrensten Beobachter 
zu leiten, da er gezwungen ist, jede dieser mit Aufschriften versehenen 
Schachteln mit etwas zu füllen, so daß er folglich keine Tatsache 
übersehen kann 3 ). 
Wenn Le Play allerdings erklärt, daß diese Methode ihm die 
Wahrheit enthüllt habe, nämlich die Lehre, die wir soeben zusammen 
fassend darlegten, so scheint er sich doch recht großen Illusionen 
hingegeben zu haben. Von anderen angewandt, kann sie ihnen ebenso 
leicht ganz das Gegenteil offenbaren, was auch in Wirklichkeit ein 
getreten ist. Le Play sagt, seine Methode habe nachgewiesen, daß 
nur die Familien glücklich seien, die sich unter einer väterlichen 
Autorität zusammenschließen und sich den Zehn Geboten unterwerfen 4 ). 
Zugegeben! Was versteht er aber unter „glücklichen Familien“? Die, 
1 ) „Diese Methode stützt sich auf die genau beobachtete Tatsache und ihre 
exakte Geschichte ... Sie entlehnt weder der Einbildung, noch der Metaphysik, 
noch auch den Parteileidenschaften irgend etwas; sie ist ganz ausschließlich ein 
Werk der Wissenschaft und der Wahrheit“ (La Eeforme en Europe). 
2 ) Diese Monographien erschienen zuerst in dem großen Werke lb Play’s; 
Res Ouvriers Europeens im Jahre 1864. Sie wurden späterhin von seiner Schule 
unter dem Namen: Ouvriers des Deux-Mondes fortgesetzt und ihre Zahl über 
steigt heute das erste Hundert. Man hat diese Methode erweitert, indem man Mono 
graphien von Industrien, Monographien von Gemeinden usw, aufstellte. 
Diese Methode erfordert übrigens eine Vervollständigung durch Enqueten, die 
sich auf große Zahlen erstrecken, wie Bevölkerung, Höhe der Löhne usw., und daher 
uur von den Regierungen ausgeführt werden können. 
3 ) Die Gegenüberstellung von Ausgaben und Einnahmen muß notwendigerweise 
Ms dahin unbemerkt gebliebene Verluste auf decken, ebenso wie das doppelte Wägen 
Mnes Körpers und seiner Rückstände die Verluste der chemischen Analyse anzeigt.“ 
(Paul Bubeau, L’OEuvre d’Henri de Tourville). 
4 ) Mit einer gewissen Naivität erklärt er sogar, oft denen eine Belohnung 
versprochen zu haben, die ihm eine einzige Familie nachweisen könnten, die außer 
halb dieser Bedingungen glücklich sei. „Aber“, fügt er an, „alle meine Bemühungen 
sind erfolglos geblieben“ (Les Ouvriers Europeens, IV, Einleitung). 
Gide und Eist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen. 36
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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