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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel IV. Die auf dem Christentum beruhenden Lehren. 
563 
recht kleinen Platz ein. Ferner ist sein Eeformprogramm, wie wir 
es eben dargelegt haben, von dem des sozialen Katholizismus, den wir 
untersuchen werden, ganz verschieden. 
1885 trat in der Le PnAv’schen Schule eine Spaltung ein. Die 
„Unions de la Paix sociale“ mit ihrem Organ „La Eeforme Sociale“ 
sind dem Programm, das wir eben gezeichnet haben, treu geblieben. 
Der Teil, der sich von ihr trennte, hat sich unter der Führung von 
Demolins und dem Abbe de Toübville in der Eichtung eines 
Ultra-Individualismus und Spencerianismus entwickelt, so daß er nur 
noch durch seine Ursprünge mit den in diesem Kapitel dargestellten 
Lehren zusammenhängt. 
Die Schule der sozialen Wissenschaft (Science sociale) 
wie sie sich nennt — wenigstens ist dies der Name, den sie der 
Zeitschrift gegeben hat, die sie als ihr Organ benutzt, — behauptet, 
die Methode Le Play’s wieder aufzunehmen und fortzuführen, 
wenigstens die durchaus objektive, die er während des ersten Teiles 
seiner Laufbahn verfolgte. Sie wirft ihm nur vor, es nicht ver 
standen zu haben, seine eigene Methode nutzbar zu machen und 
seiner Aufgabe nicht gerecht geworden zu sein, die darin bestand, aus 
dieser Methode eine positive Wissenschaft zu entwickeln. Diese neue 
Schule zieht der Methode der Monographien die Methode der Klassi 
fikation vor, die, um die Tatsachen zu verstehen, sie in ihrem 
natürlichen Zusammenhang hinstellt und zunächst das Band sucht, 
das sie mit dem geographischen Milieu verbindet ’). Dieses „Milieu“, 
das schon bei Le Play eine so große Bedeutung hatte, nimmt in der Schule 
der „sozialen Wissenschaften“ einen außerordentlich großen Kaum ein. 
Man zeigt hier, um nur ein einziges Beispiel anzuführen, wie die Gestalt 
des norwegischen Fjords durch die Spärlichkeit kultivierbaren Bodens, 
durch die Notwendigkeit des Fischfanges, durch die begrenzte Größe 
der Fischerboote, die Sonderart der Familie, der Wirtschaft und 
sogar der Politik der angelsächsischen Gesellschaft geschaffen habe! 
In gleicher Weise habe die große asiatische Steppe einen anderen, 
ihr eigentümlichen Zivilisationstypus hervorgerufen, usw. Es ist dies 
der historische Materialismus der Marxisten, der hier unter der 
pittoreskeren und nach unserer Ansicht anregenderen Form eines 
geographischen Materialismus in Erscheinung tritt 2 ). 
') „Eine soziale Tatsache ist vollständig unerklärlich, wenn sie getrennt von 
ihrem Milieu betrachtet wird. Die ganze soziale Wissenschaft beruht auf diesem 
Gesetz“ (Dbmolxns, La Classification sociale). 
2 ) Der hier angeführte Vergleich hat verschiedene heftige Proteste von seiten 
einiger Anhänger dieser Schule hervorgerufen. Er hat aber nichts verletzendes, 
w enu man daran denken will, daß diese Bezeichnung „historischer Materialismus“ 
nicht mit dem philosophischen Materialismus im alten Sinne des Wortes zusammen- 
geworfeu werden darf und einen gewissen Idealismus nicht ausschließt. Siehe o. S. 536. 
36*
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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