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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

588 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
natürliche Gesetze zurückwies, und die Möglichkeit leugnete, auf sie 
eine Wissenschaft, nämlich ein System zusammenhängender Lehrsätze 
zu gründen. Sie hatte aus der Nationalökonomie eine Art Klassifi 
kation von beobachteten Tatsachen gemacht. 
Es war vorauszusehen, daß der Pendelschlag, der die Zeit in der 
Geschichte der Ideen mißt, die der abstrakten Methode günstige 
Stunde wieder herbeiführen würde. Dies ist denn auch eingetreten. 
Gerade in dem Augenblick, als die Lehren der historischen Schule im 
Zenith standen, gegen 1872—1874, beanspruchten mehrere hervor 
ragende Volks Wirtschaftler, gleichzeitig in Österreich, in England, in 
der Schweiz und in Amerika mit Nachdruck für die Nationalökonomie 
das Recht, sich als exakte Wissenschaft aufzubauen, oder, wie sie 
sagten, reine Ökonomik zu sein. Wie zu erwarten, rief dieser 
Anspruch einen lebhaften Streit zwischen den Vorkämpfern der 
historischen und denen der neoklassischen Schule hervor, hauptsächlich 
zwischen den Professoren Schmoller und Karl Menger. 
Das wichtigste Kennzeichen dieser neuen Schule liegt darin, daß 
sie als das klarste Prinzip, auf das sich diese Wissenschaft gründen 
ließe, die Tatsache findet, daß jeder Mensch die Lust sucht und die 
Unlust scheut und sich unter allen Umständen bemüht, das Maximum 
der einen mit dem Minimum der anderen zu erreichen l ). Es liegt 
auf der Hand, daß eine so folgenschwere Tatsache — die übrigens 
weit über das Bereich der Wirtschaft hinausgeht, da sie überall in 
der Natur als das „Prinzip des kleinsten Mittels“ herrscht, — den 
klassischen Volks Wirtschaftlern nicht entgangen war. Nur nennen sie 
es einfach persönliches Interesse; heute heißt es hedonistisches Prinzip, 
von dem griechischen Wort rjöovrj Vergnügen, Annehmlichkeit. Daher 
stammt der Name, unter dem wir diese beiden Schulen zusammen 
gefaßt haben. 
Indem auf diese Weise alle Beweggründe, die die Tätigkeit des 
Menschen bestimmen, auf einen einzigen zurückgeführt werden, will 
diese Schule sicherlich nicht alle anderen leugnen. Sie behauptet 
nur, das Recht zu haben, die Abstraktion anzuwenden, ohne die 
eine exakte Wissenschaft unmöglich ist, das Recht, aus dem Be 
obachtungsfeld alle anderen Faktoren als den, den man untersuchen 
will, auszuschließen. Den anderen sozialen Wissenschaften bleibt es 
überlassen, die anderen Beweggründe der menschlichen Handlungen 
zu studieren. Der Homo oecouomicus, den man bei den Klassikern 
’) „Die im folgenden ausgeführte Theorie ist vollständig auf eine rechnerische Ein 
stellung des Vergnügens und der Mühe [der Lust und der Unlust] aufgebaut; die Aufgabe 
der Volkswirtschaft besteht darin, das Maximum an Glück, das verwirklicht werden kann, 
zu bestimmen, indem die größtmögliche Menge an Vergnügen mit der geringstmög 
lichen Mühe erworben wird“ (Stanley Jbvons, Theory of political economy).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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