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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die Hedonisten. 
589 
so stark verspottet hatte, ist wieder zu Ehren gebracht und sogar 
noch vereinfacht worden; er ist zu einem schematischen Menschen 
geworden. Die Menschen werden nur noch als Kräfte betrachtet, die 
durch Pfeile, wie in den Zeichnungen eines Lehrbuches der Mechanik, 
dargestellt werden. Es handelt sich darum, nachzuweisen, was sich 
aus ihren Beziehungen untereinander oder ihren Rückwirkungen auf 
die Umwelt ergibt. 
Wir werden auch sehen, daß diese Schule ungefähr zu dem 
gleichen Schluß kommt, nämlich, daß die absolut freie Konkurrenz 
das Maximum an Befriedigung für einen jeden verwirklicht. Auch 
hierin erneuert sie, abgesehen von den Vorbehalten, die wir weiter 
unten machen werden, die große klassische Überlieferung. 
So zeigt sich daher die neue Richtung der alten klassischen 
Schule eher sympatisch gesinnt. Sie drückt ihr gegenüber sogar eine 
Art kindlicher Anhänglichkeit aus 1 ). 
Nichtsdestoweniger wirft sie der klassischen Schule zwar nicht 
grobe Irrtümer vor, — da sie ja ihrerseits zu ungefähr den gleichen 
Folgerungen kommt —, aber sie beschuldigt sie doch, nicht imstande 
gewesen zu sein, ihre Behauptungen zu beweisen und sich allzu leicht 
mit Schlüssen begnügt zu haben, die nichts als Kreisschlüsse waren. 
Das ist ihr besonders geschehen, so oft sie versuchte, die Kausal 
zusammenhänge festzustellen, ohne sich oft darüber klar zu werden, 
daß die Ursache ebenso leicht Wirkung wie die Wirkung Ur 
sache sein kann. Man muß sich damit begnügen, die Beziehungen 
oder die Übereinstimmungen zwischen Tatsachen zu untersuchen, und 
das eitle Bestreben aufgeben, herauszufinden, was Ursache und was 
Wirkung ist. 
Es handelt sich im besonderen um die drei großen Gesetze, 
die das Gerüst des Gebäudes der wissenschaftlichen Ökonomik 
waren; das Gesetz des Angebots und der Nachfrage, das Gesetz der 
Produktionskosten, das Gesetz der Verteilung zwischen den drei 
Faktoren der Produktion. Sie sind nicht zu halten. Gehen wir sie 
kurz durch. 
Das Gesetz, auf Grund dessen „der Preis im direkten Verhältnis 
zur Nachfrage und im umgekehrten Verhältnis zum Angebot schwankt“, 
hat ein so mathematisches Aussehen, daß es wie dazu geschaffen war, 
die Aufmerksamkeit der neuen Schule auf sich zu ziehen. Es hat 
auch tatsächlich als Brücke zwischen der alten und neuen Ökonomik 
gedient — aber einmal hinübergelaugt, hat die neue Schule diese 
’) „Die Irrtümer der klassischen Volkswirtschaftler sind, sozusagen, nur die 
gewöhnlichen Kinderkrankheiten (ordinary diseases of childhood) einer jeden Wissen 
schaft.“ Böhm-Bawekk, The Austrian Economists, in „Annals of the American 
Academy of Political and Social Science“, Januar 1891).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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