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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die Hellenisten. 
597 
eine jede sehr verschiedene Bedürfnisse befriedigen kann. Warum 
hat daher in diesem Fall ein Brot keinen anderen Wert für einen 
verhungernden Armen als für einen satten Reichen, oder sogar für 
mich selbst keinen anderen Wert, wenn ich hungrig, als wenn ich 
satt bin? — Einfach deshalb, weil die Annahme widersinnig sein 
würde, daß identische und vertretbare Güter verschiedene Tauschwerte 
auf demselben Markte haben können und dies in noch höherem Maß 
für die gleiche Person. Dieses Gesetz des Einheitspreises 1 ) 
beruht selbst wieder auf einem anderen Gesetz, dem die psychologische 
Schule mit Recht eine sehr große Bedeutung beimißt, und das eines 
seiner bedeutendsten wissenschaftlichen Errungenschaften ist, das 
Gesetz der Substitution. Es bedeutet, daß jedesmal, wenn 
zur Befriedigung irgendeines Bedürfnisses ein Gut durch ein anderes 
ersetzt werden kann, das ersetzte nicht mehr wert sein kann, als 
das ersetzende 1 2 ). 
Was ist nun eine Substitution? — Ein wenigstens möglicher, 
wenn auch nicht stets ausgeführter Austausch. Nun schließt aber 
jeder Austausch die Gleichheit der Werte ein. 
Wenn es nun eine ganze Reihe von Gütern gibt, die einander 
substituiert werden können, so kann keins mehr Wert haben, als 
dasjenige der ganzen Reihe, das den geringsten Wert vorstellt. 
Dies ist der Grund, weshalb, wenn jeder Mensch 100 Gläser 
Wasser zu seiner Verfügung haben kann — was fast stets der Fall 
ist, außer in der Sahara —, keins dieser Gläser, und nicht einmal 
das, für welches ich, wenn ich ganz verdurstet bin, sein Gewicht in 
Gold geben würde, mehr als das hundertste Glas wert ist, nämlich 
nichts. Dies hundertste ist immer da, stets bereit, irgendeines der 
anderen zu ersetzen. 
Vielleicht das beste Mittel, sich eine klare Vorstellung des Grenz 
nutzens zu machen, besteht darin, niemals direkt die Nützlichkeit des 
Gegenstandes, den man bewerten will, ins Auge zu fassen, sondern 
nur die des Gegenstandes, der seine Stelle einnehmen kann 3 ). Dann 
1 ) Stanley Jbvons gibt ihm einen recht ausdrucksvollen Namen: Das Gesetz 
der Indifferenz, was besagen will, das zwei Gegenstände, mögen sie auch zwei 
111 ihrer Stärke höchst ungleichen Begierden entsprechen, doch nicht verschiedene 
Werte haben können, wenn wir unterschiedslos zwischen ihnen wählen können. 
2 ) Das Gesetz der Substitution tritt nicht nur in Erscheinung, wenn es sich 
um verschiedene Gegenstände handelt, die geeignet sind, das gleiche Bedürfnis zu 
befriedigen, sondern oft auch, wenn es sich um Dinge handelt, die verschiedenen 
Bedürfnissen entgegenkommen, soweit diese Bedürfnisse selbst eins durch das andere 
ersetzt werden können: Wein kann durch Tee, Tee durch Kaffee, das Leben in 
einem Schloß durch Reisen und Badeaufenthalte ersetzt werden, usw. 
3 ) „Der Nutzen der unwichtigsten Einheit, die an Stelle der, die wir entbehren, 
treten kann, wird von uns mit Greuznutzen bezeichnet“ (Böhm - Bawesk , The
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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