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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

614 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
Bedingungen, die dem Austausche zugrunde liegen, noch um die Folgen, 
die er möglicherweise haben kann. So z. B. hat der Austausch 
zwischen Jakob und Esau, bei dem dieser sein Erstgeburtsrecht für 
ein Linsengericht abtrat, für beide, und nicht nur für Jakob, das 
hedonistische Maximum, das mit den gegebenen Bedingungen ver 
träglich war, verwirklicht: wird doch gesagt, daß Esau Hungers 
starb 1 ), und war es in diesem Fall für ihn nicht äußerst vorteilhaft, 
Nahrungsmittel zu erhalten? Und wenn Jakob ihm, anstatt der Linsen, 
eine Flasche Absinth verkauft hätte, so würde vom hedonistischen 
Gesichtspunkt aus der Tausch ebenso das Maximum an Befriedigung 
verwirklicht haben, denn der Grenznutzen oder die Ophelimität haben 
ebensowenig etwas mit der Hygiene wie mit der Moral zu schaffen. 
Alles, was ein Hedonist in dem vorliegenden Falle sagen kann, 
ist folgendes: wenn es anstatt eines einzigen mehrere Jakobs ge 
geben hätte, die Linsen anboten, so würde Esau einen vorteilhafteren 
Handel haben abschließen können 5 ). In diesem Sinne behauptet daher 
die hedonistische Schule die Überlegenheit der Konkurrenz über das 
Monopol. Sie gibt aber nicht vor, daß Esau nicht von Jakob aus 
gebeutet worden sei, und hält es keineswegs für notwendig, daß in 
den Gesellschaften nur Esaus und Jakobs existieren * 2 3 * ). 
Ebenso erklärt v. Böhm-Bawerk hinsichtlich des Zinses ganz 
ausdrücklich in der berühmten Theorie, die seinen Namen trägt, daß 
er nur eine Erklärung der Tatsache des Zinses und nicht eine 
Rechtfertigung suche. Böhm-Baweek kritisiert die normativen 
Erklärungen des Zinses, die man seit Jahrhunderten zu finden ge 
sucht hat. Er bemüht sich im besonderen, nachzuweisen, daß der 
Zins weder eine Gewinnbeteiligung an der Produktivität des Kapitals 
ist, noch. auch eine Mietszahlung für den Gebrauch des Kapitals, 
noch ein von der Börse dem ausgebeuteten Borger auferlegter Tribut, 
b Der Verfasser bezieht sich hier auf die franz. Bibelübersetzung, wahrscheinlich 
die von L. Segohd, die I. Moses 25, 32 lautet; „Voici, je m’en vais monrir“ (Siehe 
ich bin am Sterben). In der LoTHER’schen Übersetzung heißt es: „Siehe, ich muß 
doch sterben“ und in der kritischen Bibelübersetzung von Kautzsch (2. Ausg. 1896), 
„Ach, ich muß doch schließlich sterben“. 
Bei den Schlußfolgerungen des Verfassers darf nicht vergessen werden, daß er 
annimmt, Esau sei dem Tode nahe gewesen (Anm. d. Ubers). 
2 ) Er könnte auch noch sagen, daß der Handel für Esau vorteilhafter ge 
wesen wäre, wenn Jakob viel mehr Linsen gehabt hätte, als er überhaupt verbrauchen 
konnte, denn, sogar unter der Herrschaft des Monopols sind für den Käufer günstige 
Umstände möglich. 
3 ) Vilfkedo Paheto sagt: „Zum Zwecke unserer Demonstration haben wir an 
genommen, daß die wirtschaftlichen Güter in Besitz genommen sind. Es würde da 
her eine petitio principii sein, wenn man aus dem eben bewiesenen Theorem den 
Schluß ziehen wollte, daß die Besitzergreifung der wirtschaftlichen Güter 
ein Maximum an Wohlstand hervorruft.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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