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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

616 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
auf die reine Ökonomik zu beschränken. Aber andere Führer dieser 
Schule haben es sehr wohl verstanden, darzulegen, daß sie sich durch 
ihre Methode keineswegs dem Optimismus und dem Quietismus ver 
schrieben hätten. Ohne von Stanley Jevons zu sprechen, der sich 
in seinem Buch „Social Reforms -< klar und deutlich zum Inter 
ventionismus bekennt, hat sich Waleas in die Vorhut der Agrar 
sozialisten gestellt. Wenn er aus dem Bereich der Nützlichkeit in 
den der Gerechtigkeit übergeht (er selbst hat mit großem Nachdruck 
darauf hingewiesen, daß es sich hier um zwei verschiedene Welten 
handelt), so sucht er doch so viel wie möglich die Herrschaft der 
freien Konkurrenz zu verwirklichen. Aber nicht etwa wie die liberale 
Schule durch das Laisser-faire, sondern durch die Abschaffung jeden 
Monopols, — und zu allererst durch die Abschaffung des Monopols, 
das die Grundlage aller anderen bildet, des Besitzes am Boden. Das 
System, das er in seiner Sozial Ökonomie darlegt, führt aus, daß 
der Boden dem Staat gehören muß, und daß alle Steuern abgeschatft 
werden müssen. Die beiden Reformen stützen sich gegenseitig, da 
der Staat statt der Steuern die Bodenrente einziehen soll, und beide 
haben den gleichen Zweck: die freie Konkurrenz zu ermöglichen und 
hierdurch einem jeden das unverkürzte Produkt seiner Arbeit zu 
sichern — ein Produkt, das unter der bestehenden Herrschaft durch 
einen doppelten Abzug verringert wird —, den, den die Grundbesitzer 
in Gestalt der Bodenrente nehmen, und den, den der Staat in Form 
von Steuern erhebt 1 )- Wenn man sich weiterhin ins Gedächtnis 
znrückruft, daß der Gleichgewichtspunkt des wirtschaftlichen Systems 
Waleas’ dort liegt, wo für jeden Gegenstand eine vollständige Über 
einstimmung zwischen den Produktionskosten und dem Verkaufspreis 
verwirklicht ist, und wo infolgedessen der Gewinn auf Null gesunken 
ist, so muß ein jeder selbst erkennen, wie weit wir damit von einer 
Apologie der bestehenden Wirtschaftsordnung entfernt sind! 
Ein anderer Vertreter dieser Schule, Vilfhedo Paheto, bindet 
sich in seinen persönlichen Ansichten keineswegs an die hedonistische 
sehr richtig sagt: das Maximum an Ophelimität kann in einer Gleichung ausgedrüekt 
werden, das Maximum an Gerechtigkeit nicht. 
*) Nach Walsas würde dieses System einen anderen Vorteil aufweisen, der 
in der Erleichterung der Einführung des Freihandels besteht, „der das Ideal der 
Wissenschaft ist“, indem es die hauptsächlichsten Binwürfe widerlegt, die auf der 
Ungleichheit der Steuerlasten in dem einen und dem anderen Lande und auf der un 
gleichen Fruchtbarkeit des Bodens beruhen. Der Freihandel bedeutet die Abschaffung 
der Steuern und die Nationalisierung des Bodens, weil nur unter dieser Bedingung 
Kapital und Arbeit sich frei bewegen und dorthin gehen können, wo ihre Verwendung 
am vorteilhaftesten ist.“ (La Paix par la justice sociale et par le libre- 
echange — Der Friede auf Grund der sozialen Gerechtigkeit und dem Freihandel —, 
in Qnestions pratiques de Legislation ouvriere, Sept./Okt. 1907).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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