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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

652 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
b) Walras stellt sich nicht auf einen so ausschließlichen Nütz 
lichkeitsstandpunkt, wie Gossen. Seine Reform beruht auf den Auf 
fassungen über die Rollen des Individuums und des Staates, wie er 
sie schon 1867 in seinen Vorträgen über die Theorie generale 
de la Societe (allgemeine Gesellschaftstheorie) dargelegt hat. Wie 
Henry George, sucht auch Waleas eine Aussöhnung zwischen dem 
Sozialismus und dem Individualismus J ) zu verwirklichen, eine Aus 
söhnung, die er selbst mit dem Namen liberaler Sozialismus oder auch 
synthetischer Sozialismus, oder einfach „Synthetismus“ bezeichnet 2 ). 
Für ihn stehen das Individuum und der Staat nicht im Gegensatz 
zueinander, sondern ergänzen sich. Beide sind, nach einem, unserer 
Ansicht nach höchst richtigen Ausdruck „Abstraktionen“. Die 
einzige Wirklichkeit ist der soziale Mensch, nämlich der in Gesell 
schaft lebende Mensch. Der wirkliche Mensch, der Mensch, so wie 
wir ihn kennen, hat zwei Reihen von Interessen: die, auf Grund 
deren er in Gegensatz zu seinesgleichen tritt, und die ihm als Persön 
lichkeit eigen sind; und die, die er mit seinesgleichen gemein hat, und 
deren Verteidigung und Aufrechterhaltung die Fortdauer der Gattung 
sichern. Diese Interessengruppen sind gleichberechtigt, da ihre Be 
friedigung in gleicher Weise zum Leben des sozialen Menschen not 
wendig ist. Der Staat und das Individuum sind einfach zwei Aus 
drücke, mit denen wir den sozialen Menschen bezeichnen — je nach 
dem wir ihn bei Verfolgung seiner kollektiven Interessen oder seiner 
besonderen und persönlichen Interessen betrachten. Beide haben ihr 
eigenes Reich, das durch die Natur der Dinge abgegrenzt ist. 
Der Staat hat die Aufgabe, die allgemeinen — allen Menschen 
gemeinsamen — Existenzbedingungen zu sichern. Die Aufgabe 
des Individuums ist es, seine persönliche Stellung innerhalb 
der Gesellschaft gemäß seinen eigenen Fähigkeiten, seiner Arbeit und 
Ausdauer zu verwirklichen. Damit beide, der Staat wie das Indivi 
duum, ihre Aufgabe erfüllen können, müssen beide im Besitz der not 
wendigen Hilfsmittel sein: das Individuum im Besitz der Hilfsmittel, 
die sich aus seiner Arbeit und seiner Spartätigkeit ergeben, der Staat 
die Steuern ersetzen und ihre Erhebung von aller Belästigung und Ungerechtigkeit 
befreien (ebd. S. 273). 
1 ) Vgl. in den Etudes d’Economie Sociale den: Methode de con- 
ciliation ou de Synthese überschriebenen Abschnitt. Im Vorwort zu: Fort 
schritt und Armut erklärt Henry George: „Was ich in diesem Buch getan 
habe . . ., ist, die von der Schule Smith’s und Eicardo’s geschaute Wahrheit, mit 
der Wahrheit, die Phoddhon und Lassallb leuchtete, zu verbinden, und nachzuweisen, 
daß das laisser-faire (in seinem wahren und vollen Sinne) den edlen Träumen des 
Sozialismus den Weg öffnet“ (Englische Ausg., Verlag Kegan Paul, Trench, 
Triibner & Co., Ltd,, London 1908, S. VIII Anm. d. Übers.). 
2 ) Etudes d’Economie Sociale, S. 239.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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