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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

654 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
Dieser Auffassung würde nichts weiter hinzuzufügen sein, wenn 
Waleas nicht selbst einen Einwurf erhoben hätte, der ihn dazu 
brachte, seine Auffassung vom Fortschritt der Bodenrente in der 
interessantesten Art tind Weise zu präzisieren. 
Wenn, sagt Waleas, der Staat den Grundbesitzern den mathe 
matischen Wert ihres Bodens zahlt, indem er in diesen Preis eine, das 
zukünftige Wachstum der Bodenrente eskomptierende Summe einschließt, 
wie soll er hoffen können, diese Summe zu amortisieren? Wenn der 
Wert des Bodens genau berechnet wird, dann müssen auch die Zinsen 
des Eückkaufspreises und die als Pachtsummen erhobenen Beträge 
sich genau die Wage halten, da die einen nur den Preis der anderen 
vorstellen; daher wird der Staat niemals aus der Bodenrente das 
Schuldkapital zurückzahlen können. Die Operation würde weder Vor 
teile noch Nachteile haben. Wie soll man diesem Einwurf begegnen? 
Höchst einfach. Wenn er wirklich begründet wäre, so müßte er 
schon heute gegen jede Terrainspekulation seine Geltung haben. 
Wenn die Einzelkäufer den Verkäufern einen Preis zahlen sollten, 
der genau den Gegenwert aller zukünftigen Mehrwerte darstellt, so 
würden sie sich im voraus der Vorteile, die sie erhoffen, begeben. 
Wie aber ein jeder weiß, tritt nichts derartiges ein. Spekulationen 
dieser Art finden jeden Tag statt, und zwar aus dem guten Grunde, 
weil der Mehrwert stets in gewisser Weise auf dem Zufall beruht. 
Der Käufer, der besser unterrichtet oder weitsichtiger als der Ver 
käufer ist, glaubt fester, als dieser an das Steigen des Wertes 
oder behält sich vor, diese Steigerung selbst durch entsprechende 
Maßnahmen herbeizuführen. Der Staat würde nun, nach dem Kück- 
kauf in derselben Lage sein, wie der fragliche Spekulant. Nach 
Waleas ist es unausbleiblich, daß der Mehrwert des Bodens in der 
Zukunft schneller steigt, als sich die jetzigen Besitzer dies vorstellen, 
und zwar infolge einer wirtschaftlichen Entwicklung, die wohl die 
Besitzer verkennen mögen, auf die aber der Staat im Gegenteil mit 
voller Sicherheit rechnen kann 1 ). 
wohnlichen Käufer anbieten kann: unter anderem kann der Staat zu leichteren 
Bedingungen Anleihen aufnehmen und folglich einen höheren Preis bieten. 
') Auf einer analogen Psychologie beruht auch das Kückkaufsprojekt, das Gide 
in einem Aufsatz im Journal des Eoonomistes (S. 190) im Juli 1883 entwickelt 
hat. „Der Staat würde den Besitzern Vorschlägen, ihnen ihren Grund und Boden 
gegen sofortige bare Zahlung abzukaufen, unter der Bedingung der Übereignung 
nach Ablauf von 99 Jahren. Es ist kaum denkbar, daß unter solchen Bedingungen 
ein Besitzer nicht auf dieses Anerbieten eingehen würde und zwar sogar gegen 
eine sehr geringe Entschädigung; denn da eine Zeit von 99 Jahren für einen Jeden 
von uns „auf immer“ bedeutet, wurde der gezahlte Preis für den Besitzer ein wirk 
liches Geschenk sein, und er würde keinen Grund haben, besonders hohe Forderungen 
zu stellen.“
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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