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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

662 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
Und weiterhin produzieren alle diejenigen, die höhere Fähig 
keiten besitzen, als der „Grenzarbeiter“, der nicht nur mit dem 
Minimum an Boden und Kapital, sondern auch mit dem Minimum an 
Intelligenz und Geschicklichkeit arbeitet, — sie alle produzieren 
mehr, und können diesen Überschuß für sich selbst behalten. Auch 
hierin liegt ein Differentialeinkommen: die Geschicklichkeitsrente. 
Diese Rente ist übrigens im allgemeinen die Wirkung der besseren 
Erziehung, die die Kinder der Besitzer und Kapitalisten empfangen, 
und ergibt sich infolgedessen mittelbar aus dem Privateigentum 1 ). 
So geistreich sie ist, ist doch diese Beweisführung nicht sehr 
überzeugend. Denn auch, wenn man zugibt, daß die Zinsen und die 
meisten Löhne nichts anderes als Differentialeinkommen sind, so ver 
langt ihre Konfiskation doch eine besondere Rechtfertigung. Die 
Eigenschaften des Kapitals sind nicht, wie die des Bodens in der 
Theorie Ricaedo’s, natürliche Eigenschaften, sondern ihm vom Menschen 
verliehene Eigenschaften. Und was die besonderen Fähigkeiten 
des Menschen anlangt, so muß noch bewiesen werden, daß es der 
Gesellschaft zum Vorteil gereicht, den ganzen darauf beruhenden 
Gewinn zu konfiszieren. — Auch als wissenschaftliche Erklärung der 
Güterverteilung scheint uns diese Auffassung nicht sehr glücklich. 
Die Verteilung der Einkünfte wird im Tauschverkehr bewirkt und 
hängt vom Preis der Dienste ab; Webb abstrahiert nun vom Preise 
und faßt nur das materielle Produkt ins Auge. Wir leugnen nicht, 
daß die fixen Kapitalien ebenso wie der Boden eine Rente abwerfen 
können, wenn sie durch einen Vergleich mit dem geltenden Zinsfuß 
gemessen werden. Es scheint uns aber nach den Arbeiten Böhm- 
Baweek’s und Irving Fischer’s unmöglich zu sein, diesen Zinsfuß 
selbst durch die materielle Produktivität der Kapitalien zu erklären. 
Und doch liegt hierin der Kernpunkt der Theorie Webb’s. 
Der Versuch, den ganzen Kollektivismus auf die Rententheorie 
Ricaedo’s zu gründen — dieser letzte Versuch, mit Gewalt aus dem 
alten Ökonomisten revolutionäre Schlußfolgerungen zu ziehen — ist 
‘) Die gleiche Theorie ist in dem Tract No. 16, EngTish Progress towards 
Social-Democracy ausgeführt. „Die Individuen oder die Klassen, die die 
soziale Macht besitzen, haben stets, bewußt oder unbewußt, diese Macht dazu benutzt, 
der Mehrheit ihrer Genossen faktisch nichts über das örtlich übliche Unterhaltsniveau 
hinaus zu lassen. Das Zusatzprodukt, das von den relativen Unterschieden in der 
produktiven Wirksamkeit der verschiedenen Landstriche, Felder, Kapitalien und 
Geschickliohkeitsquellen innerhalb der Bewirtschaftungsgrenze bestimmt wird, geht in 
die Hände derer über, die diese kostbaren und seltenen Produktionfaktoren besitzen. 
Diese Schlacht um den Überschuß oder die „ökonomische Eente“ ist der Schlüssel der 
verworrenen Geschichte des europäischen Fortschritts und der tiefliegende, wenn auch 
unbewußte Grund aller Revolutionen“. Ygl. auch The difficulties of indivi- 
dualism in den Problems of modern industry, S. 237—239.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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