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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Die Solidaristen. 
669 
großen Gesetzes gesucht. Wir haben schon gesehen, daß Pieeee 
Leeoox, die Schüler Fouexer’s und sogar Bastiat dem Gedanken 
und dem Wort Solidarität einen gewissen Wert zuerkannt hatten. 
Es war aber Auguste Comte, der ihm eine unerwartete Ausdehnung 
gab. „Die Gesamtheit der neuen Philosophie läßt die Verbindung 
eines jeden mit allen unter einer Menge von verschiedenartigen 
Zügen so stark hervortreten, daß unwillkürlich das tiefe Gefühl der 
sozialen Solidarität zu aller Zeit und an allen Orten zum innerlichen 
Erlebnis werden muß 1 ).“ 
Man mußte aber noch einige Zeit warten, bis dieser neue Ge 
danke die Aufmerksamkeit des Publikums und sogar die der Volks 
wirtschaftler auf sich zog. Vielleicht würde er niemals fruchtbar 
gewirkt haben, ebensowenig wie das Saatkorn im Gleichnis, das auf 
den steinigen Weg gefallen ist, wenn nicht eine Menge überall neu 
auftauchender Tatsachen in einer Art von Anschauungsunterricht 
den Solidarismus verbreitet hätten. 
Diejenige dieser Tatsachen, die vielleicht am lebhaftesten die 
Gemüter erregte, und von allen solidaristischen Rednern zu einer 
wirkungsvollen Illustration benutzt wurde, zu einer Reklame in 
feurigen Buchstaben, war die Mikrobiologie. Zu allen Zeiten wußte 
man sehr wohl, daß es übertragbare und epidemische Krankheiten 
gab, und stets hatten sie die Menschen mit Schrecken erfüllt. Es 
wirkte aber wie ein elektrischer Schlag, als man erfuhr, daß die 
gefährlichsten, wenn nicht alle Krankheiten, vom Menschen auf den 
Menschen durch unsichtbare Bazillen übertragen werden, so daß die 
Mehrzahl aller derjenigen, die da glauben, eines natürlichen Todes 
zu sterben, in Wirklichkeit von ihresgleichen getötet worden sind. 
Man hörte mit Entsetzen, daß der Schwindsüchtige, früher der 
sympathische Held vieler sentimentaler Romane, jeden Tag Milliarden 
von tödlichen Keimen aushustet, deren Menge genügen würde, eine 
Stadt zu entvölkern, oder daß eins der Kinder der königlichen 
Familie Englands gestorben sei, weil es einen Anzug getragen habe, 
der von einem Schneider, dessen Kind an Scharlachfieber krank lag, 
in Hausarbeit angefertigt worden war. Zu erwähnen ist noch, daß 
diese pathologische Solidarität jeden Tag durch die Vermehrung und 
größere Schnelligkeit des Verkehrs verstärkt wird. Es war viel 
mehr Aussicht dafür vorhanden, daß der in Mekka aufgenommene 
Pestbazillus während der langen Reise der Karawanen durch die 
Wüste zugrunde ging, als dies in Zukunft auf der Eisenbahn der 
*) Discours sur l’Esprit positif. Und in seinem Cours de Philo 
sophie spricht Comte sich seihst die etwas offenherzige, aber sehr verdiente An 
erkennung ans: „Eine wirkliche grundlegende und durchaus moderne Auffassung“.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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