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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel IV. Die Anarchisten. 
697 
die Gesunden zahlen so für die Gebrechlichen. Auch das Mitglied 
einer Konsumgenossenschaft sucht weniger den Gewinn, als bessere 
Befriedigung seiner Bedürfnisse. Mit einem Wort; während unter 
der heutigen Ordnung des allgemeinen Wettkampfes ein Jeder be 
strebt ist, seinen Konkurrenten beiseite zu schieben, wird unter der 
Ordnung der Assoziation ein Jeder sich bemühen, seinen Nebenmenschen 
zu benutzen. An die Stelle des „do ut des“ *) tritt die Solidarität, an 
die Stelle des „einem Jeden das Seine“ tritt: „Jeder für Alle“. Je 
weiter man auf diesem Wege fortschreitet, um so mehr gelangt man, ob 
mau es wolle oder nicht, von der Herrschaft des Tausches zu der 
des Solidarismus. 
Kapitel IV. 
J)ie Anarchisten. 
Die anarchistische Lehre ist das Produkt einer eigentümlichen Ver 
schmelzung der liberalen und sozialistischen Ideen. Dem Liberalismus 
entlehnt sie ihre wirtschaftliche Kritik des Staates, ihren Fanatismus 
für die freie Initiative, ihren Begriff einer spontanen wirtschaft 
lichen Ordnung. Dem Sozialismus entnimmt sie ihre Kritik des Eigen 
tums und ihre Theorie der Ausbeutung des Arbeiters. 
Indem sie aber beide verbindet, und gerade weil sie beide 
verbindet, geht sie weit über beide hinaus. Auch der extremste 
Liberalismus, der eines Dunoyer zum Beispiel, behielt dem Staat noch 
eine wesentliche Funktion vor, die eines „Sicherheits-Produzenten“. 
Als echter Bourgeois des Jahres 1830 sieht Dünoyer in der Ordnung 
das primäre Bedürfnis jeder Gesellschaft 2 ). Mit den Waffen der 
sozialistischen Kritik ausgerüstet, verwerfen die Anarchisten auch 
diese letzte Funktion des Staates, denn in ihren Augen ist die Sicher 
heit, von der Dunoyer spricht, einzig und allein die Sicherheit des 
x ) Das System der Solidarität unterscheidet sich sowohl von dem des Austausches, 
wie von dem der Nächstenliebe. Die Tauschwirtschaft besteht in einer Leistung 
mit dem Zwecke, eine genau gleichwertige Gegenleistung zu erhalten. Die Nächstenliebe 
ist eine Leistung ohne irgendwelche Reziprozität, d. h. sie ist das, was man ein 
Opfer nennt. Die Solidarität ist auch ein Opfer —, denn man wird bemerken, daß 
jede Aufforderung zur Solidarität die Idee eines gewissen Opfers wach ruft, — 
aber eines Opfers, das nicht vollkommen selbstlos ist: es ist das Opfer eines. Teiles 
unseres individuellen Ich’s, um einen Anteil am kollektiven Ich zu erwerben. 
2 ) Vergleiche z. B. seinen Artikel „Gouvernement“ in dem Wörterhuche 
von Coquelin & Guili.aumin.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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