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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

722 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
der menschlichen Gesellschaft nicht nur das Ergebnis eines kollektiven 
Verbrechens; er ist außerdem ein Widersinn, da die Produkte den 
notwendigen Bedarf um das Doppelte übersteigen“ x ). 
Inmitten eines solchen Überflusses an Gütern, in einer derart in 
ein Schlaraffenland verwandelten Welt, würde auch die Verteilung 
der Güter aufhöreu, ein schwieriges Problem zu sein. Nichts ist 
leichter, als ihre Organisation. „Was im Überfluß vorhanden ist, 
wird ohne weiteres in beliebiger Menge entnommen; das, was ge 
messen und verteilt werden muß, wird einem jeden zugeteilt“ 2 ). 
Dies ist das Prinzip. In den Fällen, wo eine Zuteilung nötig ist, 
beginnt man selbstverständlich damit, die Frauen, die Greise, die 
Kinder und die Kranken zunächst zu befriedigen. Nachher erst 
kommen die erwachsenen Männer. Es ist dies die heutige Praxis 
der „kommunistischen Suppenanstalten“, für die uns die Streiks zahl 
reiche Beispiele liefern. — Was die Wertgesetze anlangt, auf Grund 
deren sich heute die Verteilung der Güter vollzieht, und die die 
Volkswirtschaftler für unabänderlich und notwendig halten, so ent 
locken sie den Anarchisten nur ein Lächeln — oder vielmehr, darum 
kümmern sie sich überhaupt nicht 3 ). 
§ 4. Die Revolution. 
Wie soll nun dieser schöne Traum verwirklicht werden? Wie 
sollen wir aus der jammervollen Gesellschaft, in der wir leben, in 
das goldene Zeitalter kommen, das die Anarchisten uns zeigen? — 
Durch die Revolution! 
Die Theorie der Revolution ist einer der wesentlichen Bestand 
teile der anarchistischen Lehre, der, den das Publikum am genauesten 
kennt. Wir werden diese Theorie jedoch nur in einigen Worten 
streifen, denn der Anarchismus hat uns schon zu weit von den 
eigentlichen ökonomischen Ideen geführt. 
Zunächst muß Peoudhon beiseite gelassen werden. Wir haben 
gesehen, daß er jede gewaltsame Revolution verwirft (s. o. 8. 361, 
Anm. 2). In seinen Augen ist nur eine Revolution fähig, die Anarchie 
zu verwirklichen: die Umwandlung der Herzen und der Gewissen. 
So langmütig sind aber seine Nachfolger nicht. Ihnen erscheint die 
') EusfeE Eeclus, L’evolntion usw. S. 136—137. 
3 ) Kropotkin, Conquete du Pain, S. 79. 
3 ) Vgl. in Jean Grave, La Societe future, Kap. XIV, La Valeur. Die 
Anarchisten beklagen sich oft, daß ihre Gedanken von den bürgerlichen Volkswirt 
schaftlern verzerrt wiedergegeben werden. Man kann das angeführte Kapitel lesen, 
um sich zu überzeugen, mit welchem Verständnis gewisse Anarchisten die Gedanken 
ihrer Gegner auslegen.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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