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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

724 
fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
die Grausamkeit nicht bald zuwider würde“ 1 ). Yor allem aber 
müssen die Angriffe weniger gegen die Menschen, als gegen die Ein 
richtungen, weniger gegen die Individuen, als gegen die sozialen 
Umstände gerichtet werden, und deshalb erklärt Bakünin es für das 
wichtigste, beim Ausbruch der Revolution zunächst die Archive zu 
verbrennen, die Papiere aller Art, die als Besitztitel dienen, zu ver 
nichten, sofort die Gerichte, die Polizei abzuschaffen, die Armee auf- 
zulösen, und ohne Zögern die Produktionsinstrumente, Häuser, Fabrik 
anlagen, Bergwerke usw. zu konfiszieren . . . Und im Wohlstand 
für Alle zeigt uns Keopotkin, wie die Einwohner einer aufständigen 
Gemeinde sich vor allen Dingen der Wohnungen bemächtigen, um 
sie in Gebrauch zu nehmen, die Kleidermagazine besetzen, „damit ein 
jeder nehmen könne, was er braucht“, — und vom Boden gemeinsam 
Besitz ergreifen, um ihn zu bewirtschaften und seine Erzeugnisse 
untereinander zu verteilen. Wenn man in dieser Weise vorgeht 
(anstatt, wie dies die Kommune 1871 tat, naiverweise die Schatz 
kammern der Banque de France zu respektieren), wird die Revolution 
schnell durchgeführt und die selbsttätige Reorganisation der Produk 
tion auf unzerstörbarer Grundlage und mit dem Minimum an Blut 
vergießen gesichert sein. 
Aber diese verhältnismäßig maßvollen Darlegungen haben manch 
mal viel schärferen Ausdrücken Platz gemacht. Bakunin hat, wenigstens 
während einer gewissen Zeit seines Lebens, die gewaltsame und 
erbarmungslose Revolution gegen die Privilegierten gepredigt. Mit 
Recht hat man ihn als den Erfinder der „Propaganda der Tat“ be 
zeichnen können, — deren Anwendung vor einigen Jahren von ver 
zweifelten Fanatikern versucht wurde und die ganze öffentliche 
Meinung gegen den Anarchismus erregte. „Wir verstehen unter 
Revolution“, hat er irgendwo geschrieben, „die Entfesselung alles 
dessen, was man heute die niedrigen Leidenschaften nennt, und die 
Vernichtung alles dessen, was man heute in derselben Sprache als 
öffentliche Ordnung bezeichnet“. „Das Räuherwesen“, schreibt er 
an einer anderen Stelle, „ist eine der ehrenhaftesten Formen des 
politischen Lebens in Rußland . .. Der Räuber ist ein Held, ein Ver 
teidiger und Erretter des Volkes“ * 2 ). Und in einer Art Proklamation, 
den „Prinzipien der Revolution“ —von der man allerdings be 
1) Keopotkin, nach Eltzeacheb angeführt; S. 236. „Seitdem die Eevolution 
den Charakter des Sozialismus angenommen hat, hat sie aufgehört, blutig und 
grausam zu sein. Das Volk ist durchaus nicht grausam: aber die privilegierten 
Klassen sind es. . . . Gewöhnlich ist das Volk gut und menschlich. Es leidet selbst 
zu sehr, um nicht mit dem Leiden Mitgefühl zu haben.“ (Bakünin, Bd. III, S. 184 
bis 186). Der gleiche Gedanke findet sich bei Sorel, Eeflexions sur la violence. 
2 ) ßakunin’s sozial-politischer Briefwechsel, S. 335 und 353.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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