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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Schlußwort. 
731 
sich nicht darum sorgt, vorzuschreiben, was sein soll, sondern einfach, 
das zu erklären und zu verstehen, was ist. Die Überlegenheit einer 
Theorie mißt sich einzig an ihrem erklärenden Wert. Es ist von 
geringer Bedeutung, ob man dann in der Praxis Interventionist oder 
liberal, Protektionist oder Freihändler, Sozialist oder Individualist 
sei: jeder wahrhaftige Geist beugt sich notwendigerweise vor einer 
genauen Beobachtung oder einer befriedigenden Erklärung. 
Während nun so die Verschiedenheiten der Schulen das Bestreben 
zeigen, sich in der Einheit der besser verstandenen Wissenschaft 
aufzulösen, sieht man im Hintergründe sich neue Unterscheidungen 
bilden, die, weniger scholastisch und fruchtbringender für den Fort 
schritt der Wissenschaft, einen neuen Fächer unter dem alten zu 
bilden scheinen. 
Zunächst tritt in der Methode der Unterschied zwischen reiner 
Ökonomie und beschreibender Ökonomie immer schärfer 
hervor, oder wenn man dies vorzieht: die Unterscheidung zwischen 
der theoretischen Systematisation und der Beobachtung der wirklichen 
Tatsachen, — zwei Uutersuchungsarten, die gleichmäßig notwendig 
sind, und die geistigen Begabungen entsprechen, die nur selten in 
der gleichen Person sich vereinigt finden. Die volkswirtschaftliche 
Wissenschaft kann aber weder der Theorie noch der Beobachtung 
entraten. Wir empfinden heute noch ebenso brennend wie früher den 
Wunsch, die wirtschaftlichen Geschehnisse in ihrer Verkettung zu 
begreifen und ihre gegenseitigen Beziehungen zu verstehen. Wenn 
aber auf der anderen Seite die wirtschaftliche Organisation der Welt 
in beständiger Umformung begriffen ist, wenn die Form und das 
Wesen der Industrie und des Handels sich täglich ändern, wie wäre 
es möglich, daß wir darauf verzichten könnten, diese Vorgänge zu 
beobachten und von neuem zu beschreiben ? So entwickeln sich beide 
Methoden gleichzeitig unter unseren Augen und schreiten gleichzeitig 
vorwärts. Ihr heftiger Streit um die Vorherrschaft scheint heute 
endgültig beigelegt. 
Und weiterhin sehen wir, wie die volkswirtschaftliche Wissen 
schaft sich in verschiedene Wissenschaften zerlegt, die das Bestreben 
haben, mehr und mehr selbständig zu werden. Diese Trennung be 
deutet aber nicht länger den Kampf, sondern einfach die Arbeits 
teilung. 
In ihren Anfängen war die ganze wirtschaftliche Wissenschaft 
in ein oder zwei Bänden beschlossen. Unter den drei großen Teil 
überschriften: Produktion, Verbrauch, Güterverteilung glaubten Say 
und seine Nachfolger, leicht die Theorien und die wesentlichen Tat 
sachen zusammenfassen zu können, deren Kenntnis damals genügte, 
einen Volkswirtschaftler zu bilden. Seitdem hat sich unsere Wissen-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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