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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

56 
Erstes Buch, Die Begründer. 
fluß hat, ist für sie ohne Nutzen, und daher ohne Wert, während das, 
was ihr fehlt, für sie einen großen Nutzen und folglich einen großen 
Wert vorstellt. Jeder erscheint daher am Markt mit einer ihm nutz 
losen Sache und verläßt ihn mit einer nützlichen 1 ). Folglich ist die 
Behauptung der Physiokraten, daß der Tausch niemanden Nutzen 
bringt, oder zum mindesten, daß der Gewinn des einen den Verlust 
des anderen bedeutet, vollkommen falsch. Wohl versuchen die Physio 
kraten und besonders Le Teosne eine Erwiderung, aber infolge der 
Gründe, die wir oben gegeben haben (S. 52), konnten sie nicht zu 
einem Verständnis dieses subjektiven Charakters des Wertes ge 
langen. 
< Diese Theorie sollte noch einen anderen Grundirrtum der Physio 
kraten berichtigen und die Wissenschaft einen weiteren großen Schritt 
vorwärts bringen, indem sie eine Erklärung der Produktion gab. 
Wenn der Wert nur im Nutzen, und der Nutzen selbst nur in einer 
bestimmten Beziehung zwischen den Dingen und unseren Bedürfnissen 
besteht: was heißt erzeugen dann anderes, als diese Beziehung 
zwischen den Dingen und unseren Bedürfnissen schaffen? Stellt nun 
aber die Natur, der Boden diese Beziehung her? — Sehr selten. 
„Sie bringt hauptsächlich Dinge hervor, die für uns nutzlos sind und 
von denen wir keinen Gebrauch machen können. (Eine gedankenvolle 
Bemerkung, die den Enthusiasmus der Physiokraten für die Alma 
parens stark hätte abkühlen müssen!) Durch die menschliche Arbeit 
erhalten die Dinge erst Formen, die sie nützlich machen. — Erzeugen 
bedeutet: Stoff umformen 2 3 * * ).“ Welcher Unterschied besteht dann aber 
zwischen der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion? 
Keiner. Die eine wie die andere formt nur das, was besteht, um 8 ). 
'Weiterhin führt Condtllac sehr gut aus, daß, gerade so wie die 
Industriearbeiter und die Grundeigentümer von den Landwirten ab 
hängig erscheinen und es auch wirklich sind, auch diese nicht weniger 
auf die Industriellen angewiesen sind.' „Die Frage, ob die Land 
wirtschaft der Industrie oder die Industrie der Landwirtschaft vor- 
*) „Die Annahme, daß man stets Wert gegen Wert tauscht, ist falsch. Im 
Gegenteil, jeder der Tauschenden gibt stets etwas geringeres für etwas mehrwertiges. 
— Der Vorteil ist gegenseitig, woher es wohl kommt, daß man von einem Tausch 
„Wert gegen Wert“ spricht. Man ist aber wenig folgerichtig vorgegangen, denn 
gerade deshalb, weil der Vorteil gegenseitig ist, hätte man schließen müssen, daß 
jeder weniger für mehr gibt (Op. cit. S. 55/66). Man vergleiche dieses Zitat 
mit dem von Le Teosne (S. 30, Anm. 2), und man wird die psychologische Über 
legenheit bemerken. 
, 2 ) Op. cit. I. Teil, Kap. IX. 
3 ) „Wenn die Erde mit Erzeugnissen bedeckt sein wird, so wird es doch nicht 
mehr Substanz als vorher geben; sie hat nur neue Formen, und in diesen Formen 
besteht eben der ganze Reichtum der Natur“ (Op. cit., ibid.).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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