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Grundlinien unserer Handelspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundlinien unserer Handelspolitik

Monograph

Identifikator:
1011190036
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23164
Document type:
Monograph
Author:
Schmitz, Richard http://d-nb.info/gnd/129082570
Title:
Grundlinien unserer Handelspolitik
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag des Katholischen Volksbundes für Österreich
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (24 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die gegenwärtige Zollgesetzgebung unserer Monarchie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundlinien unserer Handelspolitik
  • Title page
  • Index
  • Die Bedeutung der Handespolitik
  • Entwicklung unseres Außenhandels
  • Systeme der Handelspolitik
  • Aufgaben der Handespolitik
  • Mittel der Handelspolitik
  • Geschichtliche Entwicklung unserer Handelspolitik
  • Die gegenwärtige Zollgesetzgebung unserer Monarchie
  • Unsere wichtigsten Handelsgebiete
  • Die handespolitische Struktur der Monarchie

Full text

22 
III; Südfrüchte; IV: Zucker; V; Tabak; VI: Getreide usw.; VII; Obst, 
Gemüse, Pflanzen und Pflanzenteile; VIII: Schlacht- und Zugvieh usw. 
Einfuhrverbote und -beschränkungen werde,: von den Regie 
rungen aus Gründen der Sanitäts- und Sicherheitspflege, sowie aus öffent 
lichen Rücksichten erlassen. Ein solches Verbot trifft Gegenstände der Staats 
monopole Oesterreichs und Ungarns. So ist Tabak nicht bloß mit 
einem ziemlich hohen Zoll belegt, sondern darf überhaupt nur gegen besondere 
Bewilligung eingeführt werden. Außerdem bestehen solche Beschränkungen 
bezüglich der Einfuhr von Giften, künstlichen Süßstoffen (Saccharin), Arzneien, 
Waffen und Sprengmitteln usw. Die Ein- und Durchfuhr von Haus 
tieren und tierischen Rohstoffen ist an eine besondere Be 
willigung des Ackerbauministeriums gebunden. 
Unsere Handelsverträge. 
Oesterreich-Ungarn hat seine Handelsbeziehungen mit den Nachbarstaaten, 
aber auch mit zahlreichen anderen Staaten, durch Verträge geregelt. So be 
stehen Tarifverträge u. a. mit Deutschland, Frankreich, Italien, Rußland, 
Belgien, Rumänien, Schweiz, Serbien. Mit den meisten anderen Staaten 
sind bloß Meistbegünstigungsverträge abgeschlossen worden. So ziemlich 
alle diese Verträge enden im Jahre 1917, so daß bis dorthin unsere 
Handelsbeziehungen vollständig neu geregelt werden müssen. Mehrere Ver 
träge haben sich bereits jetzt als nicht in jedem Punkte zutreffend erwiesen, 
bedürfen daher einer Umarbeitung. 
Unsere wichtigsten Handclsgebiete. 
Bon alter Zeit her ist an unserem Ein- und Ausfuhrhandel das benachbarte 
DeutscheReich überaus stark beteiligt. Noch im Jahre 1903, also vor 
einem Jahrzehnt, ging mehr als die Hälfte unserer ganzen Ausfuhr (51 -2 
Perzent) nach dem Deutschen Reiche. Seitdem hat sich hier eine Verschiebung 
vollzogen. 1910 gingen nur mehr 43-9 Perzent unserer Ausfuhr nach Deutsch 
land. Umgekehrt ist aber der Anteil des Deutschen Reiches an unserer Einfuhr 
ununterbrochen im Steigen begriffen. 1903 lieferte das Deutsche Reich 37-2 
Perzent, 1910schon 40-5 Perzent unserer gesamten Einfuhr. Die Bilanz^) unseres 
0 Unter Handelsbilanz versteht man das Verhältnis zwischen dem Werte 
der Einfuhr und dem der Ausfuhr. Ist letztere größer, dann spricht man von einer 
aktiven, sonst von einer passiven Handelsbilanz. Seit einigen Jahren ist unsere 
Handelsbilanz in steigendem Maße passiv. Das hängt zusammen mit der Industrialisie 
rung, die einen erhöhten Bedarf an Rohstoffen und erfahrungsgemäß auch im Jnlande 
nicht genügend erzeugten Fabrikaten mit sich bringt, andererseits die früher ausgeführten 
überschüssigen landwirtschaftlichen Produkte im Jnlande selbst verbraucht. Passive Handels 
bilanz bedeütet noch lange nicht, daß die betreffende Volkswirtschaft passiv ist, also all 
mählich zugrunde gehen muß. Maßgebend ist hier die Z ah l u n g s b j l a n z, d. h. das 
Verhältnis der Werte (Waren, Schuldzinsen, Fremdenverkehr, Geldsendungen usw.), die 
wir vom Auslande bekommen und an dasselbe bezahlen müssen. UnsereZahlungs- 
bilanz ist aktiv! Uebrigens fällt ein sehr großer Teil unseres Handelspassivums 
dem Handel mit Deutschland zu Lasten, so daß hier begründete Hoffnung besteht, durch 
entsprechende Maßregeln besser eingreifen zu können. Deutschland selbst und ebenso 
Engiand haben gleichfalls sehr passive Handelsbilanzen.
	        

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Grundlinien Unserer Handelspolitik. Verlag des Katholischen Volksbundes für Österreich, 1913.
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