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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

das wurde ihr eine Sache der Freude und der Hingebung. Tür 
mich aber war es wesentlich, daß ich nicht einsam blieb, sondern 
durch den alltäglichen Umgang gewann und mehr mit anderen 
verkehren musste. Meine Mutter hatte einen gleichmäßigen frohen 
3inn und einen großen Neiz für die Jugend; so ist ihr einst ein 
kleines Mädchen auf der Straße begegnet, welches ste nicht kannte, 
die aber ihre leuchtenden Üugen nicht wieder vergessen konnte. Trau 
Dr. Schröder auf Schloß poggelow in Mecklenburg, geb. Peters, 
welches dieses kleine Mädchen war, lernte ich erst in letzter Zeit 
näher kennen, und ste erzählte mir: „Ich habe diese Llugen nicht ver 
gessen können, erst als ich Sie kennen lernte, wußte ich, wem sie 
gehörten". Was Wunder, wenn in unserem Kreise ein froher Ton 
herrschte und treue Freundschaften geschlossen wurden. Mir selbst 
standen die beiden Brüder Voß am nächsten, der ältere starb 
früh, der jüngere wirkt noch als hochangesehener Professor der 
Mathematik an der Münchner Universität. Wie oft haben wir drei 
heranwachsenden Knaben tragen gemeinsam besprochen, und sind 
wir, da wir keine besonderen Kirchgänger waren, durch die Wälder 
von Llurich gestreift. — Wir wissen, wie schwierig sich durchgängig 
die gesellschaftliche Stellung von Beamtenwitwen gestaltet. Man 
will und muß die frühere soziale Stellung behaupten und muß 
dabei sich zugleich hart mühen und plagen. Meine Mutter 
hat diese Stellung sich voll gewahrt. Man lebte damals in an 
spruchsloser Weise recht zufrieden. 5o haben wir wiederholt mit 
näheren freunden den ganzen Tag im Walde zugebracht. Oie 
Verpflegung war recht bescheiden, ein geeicht Neis und eine Tlafche 
einfaches Weißbier war die Hauptsache. Über man genoß mit 
vollen Zügen den frischen Wald, und man fühlte dadurch die 
Kraft gehoben. Ülle Bestrebungen meiner Mutter hatten dabei 
ein festes Ziel, mich auf die Höhe der akademischen Bildung zu 
führen; darin sah sie ihre einzige Qufgabe. Von Jahr zu Jahr 
wurde eine kleine Summe zurückgelegt, die ein sorgsamer Berater 
aus altfüdischem geschlecht, mit dessen Onkel mich ein freundschaft 
liches Verhältnis verknüpfte, fürsorglich verwaltete. 
Oas Lluricher gymnastum. 
V^as Üuricher gpmnasium hatte seine ersten Ünfänge in der 
F^/Neformationszeit, aber damals versah ein einziger klassisch 
gebildeter Lehrer den ganzen Unterricht. 1646 wurde eine größere 
Organisation eingeführt, seitdem trägt das gymnasium den Namen 
„Ulrich-Schule". Deutlich waren noch die alten Titel. Ün der 
Spitze stand früher der Nektar, dann ein Konrektor, ein Subrektor,
	        

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Modern Monetary Systems. King, 1927.
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