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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

22 
OOOOOOOOOÜOOOOOOOOOOO 
pflegten die ostfriesischen Kreise überwiegend gemüßigt liberale 
Übgeordnete zu wühlen, Wun aber kam seit dem Jahre 1858 die 
Bewegung in preusten, welche eine Belebung der schlummernden 
Kräfte und eine Linigung Deutschlands versprach, gröstte Hoff 
nungen für eine freiere Entwicklung und für die nationale Linigung 
wurden auf den damaligen Prinzregenten, den spateren König 
Wilhelm, gesetzt; auch die Jugend geriet in Bewegung. Später 
fehlte es nicht an Lnttäufchungen; wir wissen, dast sich dann die 
öache zu einem schroffen Konflikt zuspitzte. Ls war namentlich die 
Heeresvorlage, welche die Geister aufregte und erbitterte. Der gute, 
za notwendige Sinn der Heeresvorlage entging der öffentlichen 
.Meinung, dazu fehlte es an Versuchen einer Üufklärung und 
Verständigung; so witterte sie in zener Vorlage nur Weaktion und 
Junkertum. Wir ereiferten uns leidenschaftlich darüber und fühlten 
uns radikal gestimmt. Über so unreif das Leben damals in poli- 
sifcher Hinsicht war, so wohltuend war die Wärme der moralischen 
gesinnung, namentlich die Überzeugung, dast die gebildete Jugend 
dazu berufen sei, ein einiges und freies Deutschland hervorzubringen. 
Damals schlummerte noch die soziale gefahr mit ihren ungeheuren 
Problemen. Üuch das lluftreten Lassalles wurde meist mit der be- 
bequemen Wendung zurückgeschoben, man dürfe keine Staatshilfe 
erbitten, sondern allein der Selbsthilfe vertrauen. So schien der 
Kern der ganzen Wation in dem gebildeten Bürgerstande zu liegen. 
Die Studierenden aber schienen besonders berufen, in dieser Wichtung 
zu wirken. Der einzelne empfing daraus das Bewusttfein, dast sein 
eigenes Bestreben etwas bedeute, za unentbehrlich sei. Ls war nach 
meiner Überzeugung später ein groster Mangel, dast die aka 
demische Jugend viel zu wenig eigene Ideale für das ganze Leben 
besäst, und dast sie nur die vorhandene Ordnung anerkennen sollte. 
Schluß der gymnasialzeit. 
^Heine Zpmnasialzeit nahte sich nunmehr ihrem Lnde. Meine 
fj I ^.Mutter-und ich selbst durften freier an die Zukunft denken, wir 
fühlten uns gehoben im Qusmalen schöner Pläne. Vas letzte Schul 
zahr brachte mir verschiedene anziehende llufgaben. Ich habe ver 
schiedene Kadetten in der Mathematik ausgebildet, dann erhielt ich 
durch Weuter und mit Zustimmung des gpmnasialdirektors einen 
eigentümlichen Üuftrag: ich sollte einen zungen Kaufmann, der zum 
akademischen Studium übergehen wollte, zum Qbgangsexamen 
vorbereiten. Ün erster Stelle galt es, den deutschen Üufsatz auf 
die Höhe zu bringen, dann aber auch klassische Studien mit ihn.
	        

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Lebenserinnerungen. Verlag von K. F. Koehler, 1921.
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