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Die südrussische Eisenindustrie

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Bibliographic data

fullscreen: Die südrussische Eisenindustrie

Monograph

Identifikator:
1012685772
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-22791
Document type:
Monograph
Author:
Klein, Hugo
Title:
Die südrussische Eisenindustrie
Place of publication:
Düsseldorf
Publisher:
Verlag Stahleisen
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (82 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Entwicklung bis zum Kriege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die südrussische Eisenindustrie
  • Title page
  • Contents
  • Die Entwicklung bis zum Kriege
  • Beschreibung der südrussischen Hüttenwerke
  • Gesamterzeugung der südrussischen Hüttenwerke
  • Die südrussische Eisenindustrie während der Revolution
  • Die Zukunft der südrussischen Eisenindustrie
  • Technische Ausrüstung der südrussischen Hüttenwerke
  • Arbeiterverhältnisse und Arbeiterfürsorge

Full text

Die Entwicklung bis zum Kriege. 
5 
90 er Jahre unter dem Zollschutze durch das ausländische Kapital 
eingesetzt, war dann aber durch die Krisen der Wende des Jahr 
hunderts angehalten worden. Viele Gründungen wurden liquidiert, 
andere erholten sich erst nach Einführung des Zolltarifes von 1904. 
Immerhin blieb Rußland in großem Maße auf den Bezug von 
Maschinen aus dem Auslande ailgewiesen. Die Einfuhr von Maschinen 
nach Rußland belief sich im Jahre 1913 auf 163,7 Millionen Rubel, 
davon kamen aus Deutschland Maschinen im Werte von 89,3 Mil 
lionen Rubel, demnach 64,5 °/ 0 . 
Die starke Entwicklung der Industrie ließ eine Reihe von russi 
schen Interessen-Verbänden entstehen, die für weiteren Zollschutz 
und Begünstigung der heimischen Industrie eine eifrige Propaganda 
machten, welche sich hauptsächlich gegen den gefährlichsten Kon 
kurrenten — Deutschland — richtete. Im Jahre 1912 kam diese 
Gegnerschaft gegen die Erneuerung des deutsch-russischen Handels 
vertrages von 1904, der im Jahre 1917 ablaufen sollte, an die 
Öffentlichkeit. Sie wurde in Rußland von einer Gruppe Leute ge 
führt, an deren Spitze der russische Nationalökonom Professor Gold 
stein stand. Sie warfen der russischen Regierung das Abhängigkeits 
verhältnis Rußlands von Deutschland vor, das nur Rohstoffe und 
Halbfabrikate aus Rußland bezog, dafür aber Maschinen und Fertig- 
fabrikate nach dort ausführte. Als Ersatz für Deutschland wollten 
sie die kleinen Staaten, Belgien, Holland, Skandinavien und Italien 
heranziehen; aber sie übersahen, daß das Grundübel doch darin 
1 ag, daß Rußland als Agrarstaat trotz hoher Zölle es in Jahrzehnten 
nicht zu einer selbständigen Industrie hatte bringen können, daß 
anstatt des „Abhängigkeitsverhältnisses von Deutschland“ dann ein 
Abhängigkeitsverhältnis von den kleinen Staaten treten würde, und 
daß weiter Deutschland als Abnehmer der überschüssigen Rohstoffe 
und Lieferant von Fertigfabrikaten doch den Vorzug der Nähe hatte, 
der beiden Ländern zugute kam. Aber die anti-deutsche Strömung 
in der russischen Intelligenz und den russischen Ministerien nahm 
die Idee des Professors Goldstein gerne auf, und der Ministerpräsi 
dent Kokowzew befahl, die Vorarbeiten zur Erneuerung des Handels 
vertrages mit Deutschland abzubreohen und zuerst Berichte der 
Börsen und der Handels- und Industrieverbände über ihre Stellung 
nahme zur Erneuerungsfrage einzufordern. Zur Beeinflussung dieser 
Berichte setzte eine Propaganda durch Professor Goldstein ein, die 
in den meisten Fällen dazu führte, daß die Verbände sich gegen 
die von der deutschen Regierung gewünschte Verlängerung des 
deutsch-russischen Handelsvertrages aussprachen. Das war der Stand 
der Dinge bei Ausbruch des Krieges.
	        

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Die Südrussische Eisenindustrie. Verlag Stahleisen, 1920.
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