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Neueste Zeit (Abt. 3)

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Bibliographic data

Metadata: Neueste Zeit (Abt. 3)

Monograph

Identifikator:
1013266285
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23296
Document type:
Monograph
Author:
Lenz, Adolf http://d-nb.info/gnd/11764000X
Title:
Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 315 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

ausserdem beständig überwacht werden, um nicht der ganzen Gegend 
Ästig oder gar gefahrvoll zu werden. Die Ansiedlung von Verbrechern 
schreckt natürlich alle übrigen Auswanderer von der Ansiedelung ab, 
so dass die Kolonisation dadurch nicht gefördert, sondern im Gegen- 
teil wesentlich benachteiligt wird. Mit vollem Recht hat man deshalb 
in Deutschland von der Einrichtung der Strafkulonien Abstand ge- 
a0ommen. 
2, Die Schiffsstationen und Depots. Dieselben sind Stationen 
im Auslande mit teils gepachteten, teils erworbenen Häfen, um für die 
Kriegs- und Handelsmarine Zufluchtsorte, namentlich aber die Niederlagen 
zu bilden, aus welchen die Verproviantierung mit Kohlen, Lebens- 
mitteln etc. stattfinden kann. Eine grosse Zahl solcher Stationen 
zewährt der Marine wesentliche Stützpunkte und erhöht ihre Wirk- 
samkeit in erheblicher Weise. Durch die grosse Zahl solcher Stationen 
begründet England insbesondere seine internationale Macht, die die 
yanze Welt umfasst. Mit vollem Rechte hat daher in der neueren 
Zeit auch Deutschland begonnen, sich in den verschiedenen Himmels- 
yegenden derartige Stationen zu sichern, und auch die Vereinigten 
Staaten von Nordamerika gehen in der gleichen Weise vor, 
3. Handelskolonien bilden im allgemeinen: den Anfang der 
Kolonisation, indem zuerst Seefahrer und Kaufleute entfernte Gegen- 
den besuchen, zunächst vereinzelt Handelsbeziehungen anknüpfen und 
sich schliesslich zur Fortsetzung und Erweiterung des Verkehrs 
lort ansiedeln, heimatliche Waren nach dem Innern des Landes be- 
fördern, dafür die dortigen Produkte eintauschen und nach anderen 
Himmelsgegenden befördern. Sie pflegen die grössten Gewinne zu er- 
zielen, weil die auf tiefer Stufe stehende Bevölkerung eine ganz andere 
Wertschätzung wie die kolonisierende hat, und erst allmählich die 
Schätzung der fremden Waaren beurteilen und die geforderten Preise 
Janach einrichten lernt. 
4. Aus den Handelskolonien entwickeln sich unter günstigen Um- 
ständen erweiterte, festere Ansiedelungen, in denen die Gegenstände gleich- 
mässiger und in grösserem Masstabe erzeugt werden, welche den Haupt- 
artikel des Umsatzes ausmachen und landwirtschaftlichen Ursprungs sind. 
Auch hier ist die Zahl der Auswanderer nur gering, sie repräsentieren nur 
die leitenden Köpfe, während die physische Arbeit durch eingeborene oder 
ihnen verwandte, von ausserhalb herangezogene Arbeitskräfte aus- 
yeführt wird. Sie bilden die Form der hauptsächlichsten Ausnutzung 
tropischer Kolonien, in denen die klimatischen Verhältnisse Europäern 
dauernde Existenz nicht gestatten. In dieser Weise entwickelte sich neuer- 
dings Kamerun aus einer Handelskolonie zu einer Plantagenkolonie, 
in der die: Kultur von Kaffee, Kakao, Tabak mehr und mehr um sich 
zreift, und dem Lande eine wachsende Bedeutung gewährt. Auf 
diese beiden Arten werden sich die Kolonisationsbestrebungen in den 
Jeutschen Schutzgebieten beschränken müssen. 
5. Ackerbaukolonien unterscheiden sich von der eben betrach- 
;eten Form dadurch, dass die eigentliche Arbeit durch die Einwanderer 
selbst ausgeführt wird, indem eingewanderte Bauern und ländliche 
Arbeiter. hier das Land landwirtschaftlich verwerten. Nur diese Kate- 
yorie wird imstande sein, einen grösseren Kinwandererstrom aufzu- 
aehmen. Sie‘ haben deshalb für Deutschland allein durchgreifende 
30% 
» 
Depots. 
+. Handels- 
kolonien. 
Plantagen- 
zolonien. 
Ackerbau- 
kolonien.
	        

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Mexico. Seidel, 1928.
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