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Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

Monograph

Identifikator:
1013266285
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23296
Document type:
Monograph
Author:
Lenz, Adolf http://d-nb.info/gnd/11764000X
Title:
Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 315 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
  • Zweites Kapitel. Der Wirtschaftskrieg im engeren Sinne
  • Drittes Kapitel. Das Wesen des Wirtschaftskampfes
  • Viertes Kapitel. Die Beendigung des Wirtschaftskrieges
  • Fünftes Kapitel. Die internationale Regelung des Wettbewerbes der Völker

Full text

Australien nach Deutschland ausgeführt werden würde, sollte dieser Staat 
auch zweimal soviel bezahlen als früher (Curti, Handelskrieg 118). 
Dennoch kann derzeit nicht gesagt werden, daß der wirtschaftliche 
Imperialismus nur ein Ausfluß der nationalen Expansion ist. Er 
wurde auch von Nationalitätenstaaten, wie Rußland und Österreich- 
Ungarn, wenn auch nur in mäßigem Umfange betrieben. Er ist in seinem 
ir~J-*** Wesen vorwiegend ein Ausfluß des Industrialismus und Kapitalismus, 
somit ein Ergebnis moderner Wirtschaftsformen. 
Der wirtschaftliche Imperialismus strebt die Ausdehnung der heimi 
schen Volkswirtschaft über die Staatsgrenzen oder die Verdrängung der 
fremden Volkswirtschaft aus den Staatsgrenzen an, er ist s e 1 b s t s ü c h t i g. 
Nur in geringem Umfange hat er durch den Aufschluß wirtschaftlich un 
entwickelter oder zurückgebliebener Länder eine im allgemeinen Kultur 
interesse liegende Arbeit geleistet. Das eigentliche Gebiet des Imperialismus 
stützt sich auf den wirtschaftlichen Vorteil durch Sicherung der Rohstoif- 
einfuhr und der Industrieausfuhr, mitunter der Menschenausfuhr unter 
nationaler Flagge; er rechnet damit, daß das allein oder mit den Waren 
mitausgeführte Menschenmaterial auch in der Kolonie die heimatliche 
Kultur bewahre und derart zum Pionier der politischen Ausdehnung werde. 
Nur im geringen Maße kann diese Ausdehnung vor sich gehen, ohne 
die Interessen von Mitbewerbern im wirtschaftlichen Wettstreite der 
Nationen zu schädigen. Innerhalb der Weltwirtschaft kann meist die 
Förderung einer Volkswirtschaft nur auf Kosten der anderen erfolgen 
{Harms, Sicherungen 41). 
Die Selbstsucht der wirtschaftlichen Ausdehnung tritt besonders 
in der ungenügenden Berücksichtigung oder gar Vernachlässigung der 
Interessen des wirtschaftlich zu durchdringenden Gebietes hervor. Die 
Kolonialpolitik der Großmächte stand von seltenen Ausnahmen, wie z. B. 
den Brüsseler Beschlüssen hinsichtlich des Kongobeckens von 1885 abge 
sehen, dem allgemeinen Kulturinteresse ablehnend gegenüber. Der 
Imperialismus arbeitet mit dem Kompensationssysteme. Die 
stärksten Mitbewerber treffen untereinander einen Interessenausgleich 
und überlassen es dann der Macht jedes Vertragsteils, sich mit dem 
Auszubeutenden auseinanderzusetzen. Typisch hierfür sind das fran 
zösisch-englische Abkommen von 1904 und das englisch-russische Ab 
kommen von 1907. Selbst die Garantie der territorialen Integrität be 
deutet nur einen Waffenstillstand in der politischen Ausdeh 
nung; er wird mit Zugeständnissen wirtschaftlicher Vorteile erkauft. 
Typisch hierfür ist das Verhalten Japans gegenüber Korea. Das 
japanisch-koreanische Abkommen vom 23. Februar 1904 garantiert die 
Unabhängigkeit und territoriale Integrität Koreas und anerkennt nur im 
Falle des Angriffes einer dritten Macht oder bei inneren Unruhen ein 
Recht zur Intervention und insbesondere zur Besetzung strategischer
	        

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Der Wirtschaftskampf Der Völker Und Seine Internationale Regelung. Verlag von Ferdinand Enke, 1920.
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