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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

92 
Die Menschen im Betrieb. 
zeit oder den Mitarbeiter selbst, sondern sie griffen über in das private Leben 
außerhalb der Dienstzeit, auf den Kreis der Familie. 
Durch den Bau von Werkshäusern oder die Unterstützung des Erwerbs oder Baus von 
Eigenheimen wurde versucht, die Mitarbeiter seßhaft zu machen, sie dem Betrieb fester zu 
verbinden und ihnen ein geruhsames und befriedigendes Dasein außerhalb des Dienstes zu 
verbürgen. Durch die Einrichtung von Werkssparkassen und Yersicherungsmöglichkeiten 
gegen Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit, Alter und Unfall, gegen Tod und Arbeitslosigkeit 
wurde versucht, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus Abhilfe gegen die Notfälle des 
Lebens zu schaffen. Aus besonderen Mitteln wurden in dringenden und plötzlichen Fällen 
Darlehen oder Zuschüsse gewährt. Über die gewerbepolizeilichen und gesetzlichen Vorschriften 
hinaus ging man durch Unfallverhütungs- und hygienische Einrichtungen und Aufklärung 
gegen die Gefahren für die Gesundheit und Leben inner- und außerhalb des Betriebes vor. 
Die Festigung und Wiederherstellung der Gesundheit der Betriebstätigen und ihrer Ange 
hörigen wurde überwacht durch Betriebsärzte und Pflegerinnen oder in eigenen Kranken 
häusern, Brholungs- oder Ferienheimen durcbgeführt. Die gelegentliche oder regelmäßige 
Beschaffung von billigen Lebens- oder Gebrauchsmitteln (Kleidung, Schuhe), die verbilligte 
Abgabe von Speisen und Getränken im Betrieb (Kantinen), die Fürsorge für Frauen und 
Kinder (Mütter- und Haushaltskurse, Kinderbewahranstalten, Beratungsstellen) unterstützten 
die allgemeine Lebenshaltung. In den letzten Jahren wurde das Augenmerk besonders seitens 
der Betriebe auch auf die Freizeitgestaltung geworfen: durch bewußte Pflege von Geselligkeits- 
und Belehrungskreisen, durch Schaffung oder finanzielle und ideelle Unterstützung von 
Turn- und Sportgruppen, Theater- und Musikabteilungen, durch die Einrichtung von Werks 
büchereien und Leseräumen, durch welche die Gefolgschaft mit billigem und gutem, aber auch 
mit betrieblich zweckmäßigem Lesestoff versehen wurde. 
Gerade dieser letztere Zweig der betrieblichen Sozialpolitik ist für die großen Ange 
stelltenbetriebe, als welche sich die großen Waren- und Kaufhäuser, die Banken- und Ver 
sicherungsunternehmungen kennzeichnen, wie überhaupt für die kaufmännischen Mitarbeiter 
aller großen Betriebe von Bedeutung geworden; gerade diese Schicht der Mitarbeiter — im 
Gegensatz zum Arbeiter, der diesen Einrichtungen aus politischen Gründen oft mehr Miß 
trauen entgegenbrachte — ist für sie aufnahmefreudig gewesen. 
Nicht zuletzt ist die Einrichtung von Werkszeitungen zu erwähnen, die — richtig ge 
staltet — sehr wohl das Ziel einer möglichst engen geistigen Verknüpfung von Betrieb und 
Gefolgschaft zu erreichen fähig sind. Indem sie allgemein über alle betrieblichen und mensch 
lichen Neuigkeiten innerhalb der Arbeitsgemeinschaft unterrichtet und für Aufklärung in allen 
notwendig erscheinenden Fällen eintritt, kann sie in großen Betrieben geradezu als unent 
behrlich betrachtet werden. Vor allem die Schaffung eines Gesamtüberblicks und von Ein 
blicken in die technischen und organisatorischen Zusammenhänge, die Erklärung des Sinnes 
und der Arbeitsweise einzelner Abteilungen, die Darstellung der Entwicklung und des Standes 
des jeweiligen Betriebes im Rahmen der Gesamtwirtschaft, aber auch die Erläuterung wirt 
schaftlicher, technischer oder die Mitarbeiter unmittelbar betreffender Maßnahmen (Ent 
lassungen, Gebote, Verbote u. a.) sind Arbeitsgebiete der Werkszeitung. Daneben ist natürlich 
Raum zu geben für persönliche Mitteilungen aller Art (Todesfälle, Einstellungen, Heiraten, 
Jubiläen), für die geselligen und belehrenden Veranstaltungen, für die Beeinflussung des 
persönlichen Verkehrs untereinander und die Einbringung von Beschwerden und Verbesse 
rungsvorschlägen, die nach Möglichkeit bezüglich ihrer Brauchbarkeit eingehend erörtert 
werden müßten. 
Allein diese reine Aufzählung der heute in fast jedem Großbetrieb in mehr oder 
minder großem Umfang durehgeführten Sozialpolitik gibt ein eindrucksvolles Bild 
von den Ausmaßen und eine Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen sie 
zu kämpfen hat, zumal das Objekt, der lebendige Mensch, mit allen seinen Eigen 
arten in seinem Verhalten launisch und vor allem von außen beeinflußbar ist. 
Nicht zuletzt aber sind diese Umwege, welche die Betriebe im Sinne eines gedeih 
lichen Zusammenarbeiten und einer Förderung ihrer Mitarbeiter einschlagen 
mußten, recht kostspielig, was besonders dann ins Gewicht fällt, wenn — aus 
inneren Schwächen und Fehlern oder aus äußerer Gegenwehr — ihr Erfolg frag 
würdig war oder sogar ganz ausblieb. In den Jahren vor 1933 lag die Initiative 
für die Maßnahmen der betrieblichen Sozialpolitik in erster Linie bei den Unter 
nehmern. Durch die Schaffung der Deutschen Arbeitsfront und ihrer einzelnen 
Ämter (Sozialamt, Kraft durch Freude, Schönheit der Arbeit u.a.) ist heute die 
Gefolgschaft viel stärker bei der Schaffung und Ausgestaltung der einzelnen
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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