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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Betriebsarbeit. 
13 
fahrer im Walzwerk, in der Maschinenzentrale, im Kraftwerk. Diese Tätigkeit erfordert we 
niger die Kenntnis der Herstellung als vielmehr der Wirkungsweise der zu betreuenden Ma 
schinen. Dabei sind etwa im Verkehrsbetrieb nur die Vorgänge und Verrichtungen, die der 
Schaffung und Erhaltung der Beförderungsgelegenheit selbst dienen, als rein technische Ver 
kehrsarbeit anzusehen, also das Betreiben und Unterhalten der Verkehrsmittel, während alles, 
was zur Vermittlung und Förderung der Benutzung geschieht, der kaufmännisch-verwaltenden 
Arbeit zuzureohnen ist. 
Kennzeichnend für alle technische Arbeit ist jedoch neben der Verschiedenheit 
der Gebiete eine kaum minder große Mannigfaltigkeit der technischen Tätigkeit 
selbst. Die technische Arbeit umfaßt die Forschung, Berechnung und Planung, 
den Entwurf und die zeichnerische Gestaltung, die Durchführung von Versuchen 
und Prüfungen, den Aufbau und den Betrieb der Anlagen. Die Unmöglichkeit, 
alle Gewerbezweige und Tätigkeitsgruppen in einer Person zu erfassen, hat zu 
sehr weitgehenden Spezialisierungen gezwungen. Es gibt nicht Konstrukteure 
schlechthin, nicht einmal Maschinen- oder Elektrokonstrukteure, sondern Kon 
strukteure für Pumpen, für Vorrichtungen und Werkzeuge, für Transformatoren, 
für Dieselmotoren, für Flugzeuge, für Turbokompressoren, Preßluftwerkzeuge, 
Transportgeräte, für Schwachstromanlagen, Meßgeräte, Beleuchtung, für Stahl 
haus-, Brücken- und Wasserbau, kurz; für jedes geschlossene technische Gebiet 
hat sich ein Fachmann herausgebildet. Das gleiche gilt für den Entwurfs- und 
den Bau- und Betriebsleiter: Bau-, Berg-, Verkehrs- und Hüttenwesen, chemische, 
Zucker-, Brau- und Textilindustrie, sie alle verlangen Fachwissen, wobei sich auch 
hier noch besondere Zweige herausgeschält haben: der Vermessungsfachmann im 
Bau- und Verkehrswesen, der Markscheider im Bergbau, der Laborant in der Che 
mie. Bis in die untersten Stufen der eigentlichen Ausführung ist die Scheidung zu 
erkennen, die sich aus der Notwendigkeit ergibt, dem Bedürfnis ein einwandfreies, 
wertvolles Erzeugnis, ein Gut, zur Verfügung zu stellen. 
3. Die kaufmännische Arbeit. Nach dem Vorstehenden können wir zunächst 
negativ sagen; der Handelsbetrieb als der Träger und augenfälligste Vertreter der 
kaufmännischen Arbeit gewinnt weder dem Boden Güter ab, noch nimmt er an 
ihnen Veränderungen durch Be- oder Verarbeitung vor. Hieraus ergibt sich, daß 
die Arbeit im Handelsbetrieb keine Arbeit an den Gütern selbst ist; die Güter 
werden von den land- und forstwirtschaftlichen und den gewerblichen Betrieben 
erworben und im gleichen Zustand weiter veräußert. Positiv ausgedrückt besteht 
also die kaufmännische Arbeit darin, daß Güter gekauft und verkauft werden. Der 
Handelsbetrieb kauft die Ware zu der Zeit oder an dem Ort, wo sie billig ist, und 
sucht sie dort zu verkaufen, wann und wo er einen höheren Preis dafür erzielt. 
Die kaufmännische Arbeit ist ihrem Wesen nach also mehr geistiger Art: im Vor 
dergrund steht die Überlegung, welche Ware wann und an welchem Ort gekauft und 
wann oder wo sie mit Vorteil wieder verkauft wird. 
Der Kaufmann als der Träger des Handelsbetriebes verschafft sich die zu 
diesem Zweck erforderliche Kenntnis von den verschiedenen Waren, ihren Eigen 
arten und ihrer Bedeutung, sei es für sein Heimatland oder darüber hinaus. Er 
sucht in Erfahrung zu bringen, wer die einzelne Ware herstellt, woraus sie her- 
gestellt wird, ob ein Bedarf für sie vorhanden ist oder ob sie ein vorhandenes Be 
dürfnis zu befriedigen imstande ist. Den Herstellern nimmt er die Mühe des Ab 
satzes ab, indem er die Ware zu einem festen Preis kauft. Er vergleicht die Preise 
der Hersteller miteinander, spornt sie an, die Güter zu niedrigen Preisen zu er 
stellen; andere Kaufleute treten mit ihm bei der Beschaffung der Ware in Wett 
bewerb : so wird der Kaufmann zu einem wichtigen Glied der Markt- und Preis 
bildung. Von hier aus kann es geschehen, daß er sich ganz von der Ware loslöst 
und seine Gedanken allein auf die Bewegung der Preise richtet: der Spekulations 
handel.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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