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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

14 
Die Grundlagen. 
Auf der anderen Seite verkauft der Handelsbetrieb die angeschafften Waren 
an die Verbraucher oder an die Weiterverarbeiter, wenn es sich um Roh- und 
Halbfertigerzeugnisse oder um Werkzeuge und Maschinen handelt. Hier tritt ihm 
die Aufgabe entgegen, den Bedarf ausfindig zu machen, eine kommende Nach 
frage zu erkennen oder ein vorhandenes Bedürfnis zu wecken, die Nachfrage nach 
irgend einem Gut lebendig zu machen. In dieser Arbeit leistet der Kaufmann 
Pionierdienste für den Hersteller, indem er die Nachfrage auf dessen Erzeugnisse 
lenkt. Insbesondere dem Kleinhändler fällt diese Aufgabe zu. Dieser sucht seine 
Abnehmer im schriftlichen und mündlichen Verkehr von der Güte oder Zweck 
mäßigkeit seiner Waren zu überzeugen, sucht also mit geistigen Waffen den 
Kunden zum Kaufen zu bewegen. Die Beeinflussung des Käufers spielt auch im 
Großhandel eine Rolle beim Verhandeln — daher Handel —, wobei es darauf an 
kommt, dem anderen den Abschluß eines Geschäftes so mundgerecht zu machen, 
daß dieser glaubt, durch Unterlassen des Geschäftes einen Schaden zu erleiden. 
Hierzu kommt noch die von der Wirtschaft her gebotene Notwendigkeit, bei dem 
Preisvergleich an die Gestaltung der eigenen Kosten zu denken, die kalkulato 
rischen Überlegungen mit dem Handeln, der Beeinflussung des Käufers, zu 
verbinden. 
Im Gegensatz zur landwirtschaftlichen und gewerblichen Arbeit ist also die kaufmännische 
Arbeit geistiger Art; sie haftet nicht an der Ware, sondern liegt in der Meisterung marktwirt 
schaftlicher Vorgänge und in der Beeinflussung der Willenshandlungen der Partner, mit denen 
die Handelsgeschäfte abgeschlossen werden sollen. Sie tritt daher auch nicht so wie die land 
wirtschaftliche Arbeit: Wachsen des Getreides, Füllen der Scheune, Ernährung des Menschen, 
oder wie die technische Arbeit: eine Uhr, ein Haus, eine Maschine, die Herstellung des Roh 
eisens, für jedermann sichtbar in die Erscheinung. Die Folge ist, daß die kaufmännische 
Arbeit, weil sie unsichtbar ist, leicht unterschätzt oder überhaupt nicht beachtet wird. Der 
Käufer hält es für selbstverständlich, daß die Waren in dieser oder jener Auswahl vorliegen; 
er denkt nicht daran, wieviel kaufmännische Arbeit angewendet worden ist, damit für ihn 
zum Frühstück der Kaffee oder der Tee auf dem Tisch steht. Im Gegenteil: weite Kreise sehen 
in der kaufmännischen Tätigkeit zumeist nichts anderes, als daß der Kaufmann billig einkauft 
und teuer verkauft, eben nur einen Gewinn machen will. Hieraus entsteht die weitere Vor 
stellung, daß der Handel zu nichts anderem tauglich sei, als die Ware für den Verbraucher zu 
verteuern. 
Die Besonderheit der Bankarbeit besteht in der Kreditgewährung. Hierzu ge 
hört die Abschätzung der Kreditfähigkeit des Schuldners und der von diesem zu 
hinterlegenden Sicherheiten, die Beurteilung der Persönlichkeit und der Geschäfts 
tüchtigkeit des Kreditsuchenden, gehört schließlich die richtige Einschätzung des 
Wirtschaftsbetriebes und dessen voraussichtlichen Weiterentwicklung innerhalb 
des Geschäftszweiges wie in der Gesamtwirtschaft. Insbesondere die großen 
Banken stehen in engen Beziehungen zu den Industriebetrieben; sie gewähren 
diesen Kredite für längere Fristen, übernehmen Aktien und Obligationen, müssen 
also mit der industriellen Tätigkeit vertraut sein, deren Entwicklungsmöglichkeiten 
beurteilen und ihrer Kreditgewährung zugrunde legen. 
Die Bankarbeit richtet ihr Augenmerk ferner auf die Bewegungen des Geld- 
und Kapitalmarktes, auf die Veränderung der hier geltenden Zinssätze, auf die 
internationalen Geld- und Käpitalströmungen, die wieder von den wirtschaft 
lichen, finanziellen und politischen Verhältnissen der einzelnen Länder abhängig 
sind. Im Börsenhandel kommt diese Beurteilung der Dinge in dem Handeln zum 
Ausdruck, sei es, daß die Banken selbst oder auf ihren Rat hin die Kundschaft 
Wertpapiere kaufen und verkaufen. Die Ausnutzung der Unterschiede in den 
Preisen — Effektenkurse, Wechselkurse, Zinssätze — wird sowohl bei der vor 
übergehenden Anlage von flüssigen Mitteln beachtet als auch als selbständiges 
Geschäft (Arbitrage) durchgeführt. 
Wenn die Handelsarbeit auch keine Arbeit am Stoff ist, so steht sie doch zumeist und in 
großem Umfang noch in engster Beziehung zu den betreffenden Waren. Die Bankarheit hat
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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