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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Betriebsarbeit. 
15 
sich dagegen ganz vom Stofflichen gelöst; sie hat es nur noch mit abstrakten Geldsummen zu 
tun und trägt dadurch in besonderer Weise das Merkmal der Rechenhaftigkeit (das Sombart 
der kapitalistischen Unternehmung zugrunde legt). Freilich: sieht man näher zu, dann stehen 
hinter den Wechseln, Effekten, Beleihungen und Forderungen doch wirkliche Dinge: Menschen, 
Waren, Grundstücke, Fabriken, Verkehrsmittel u. a. m.; aber sie erscheinen dem Bankmann 
in Geld, Kapital und Renten. 
4. Die kaufmännische Nebenarbeit. Als eigentliche kaufmännische Arbeit haben 
wir das Kaufen und Verkaufen, das Verhandeln und Handeln kennengelemt. Mit 
dieser kaufmännischen Grundarbeit sind zahlreiche Nebenarbeiten verbunden, die 
die Grundarbeit teils unmittelbar unterstützen, teils ihr vorausgehen oder ihr nach- 
folgen. Sie heißen ebenfalls kaufmännische Arbeiten, weil sie von Anfang an eine 
Begleiterscheinung des Handelsbetriebs gewesen sind und sich mit diesem weiter 
entwickelt haben. Wir werden nachher noch sehen, daß sie auch in anderen 
Betrieben Vorkommen und hier oft von entscheidender Bedeutung werden. 
a) Unmittelbar mit der kaufmännischen Grundarbeit hängen Werbung, Lager 
verwaltung und Versand der Waren zusammen. 
Werbung ist die bewußte Beeinflussung von Menschen derart, daß sie sich — im Gefühl 
eigener freier Entschließung — den Gedankengängen des Werbenden anschließen und danach 
handeln. Es liegt in der Natur des Wirtsohaftsbetriebes, daß die Werbung hier vorwiegend 
Kundenwerbung ist; für die hergestellten oder beschafften Güter werden Abnehmer geworben, 
d. h. Menschen, die ihrer Zahlungsfähigkeit, ihrer inneren Einstellung, ihren persönlichen Ver 
hältnissen nach als Käufer in Frage kommen könnten; sie werden durch offene oder versteckte 
Mittel und Maßnahmen so beeinflußt, daß nicht nur der Wunsch in ihnen entsteht, gerade diese 
Brauchbarkeiten und gerade die des werbenden Wirtschaftsbetriebes zu besitzen, sondern daß 
sie auch diesem Wunsche nachgeben. 
So ist die Werbung ein fast unentbehrliches Hilfsmittel des Verkaufs. Ihre Ausgestaltung 
und Durchführung ist natürlich von der Art und dem Umfang des Betriebes und den zur 
Verfügung stehenden Mitteln wie den zu verkaufenden Waren abhängig. Aber es ergibt sich 
eine Fülle von Möglichkeiten. Schon durch die Wahl des Standortes (im Verkehrszentrum) 
oder die äußere Aufmachung des eigenen Gebäudes oder des Bürohauses, in dem gemietet 
wurde, durch die Gestaltung der Inneneinrichtung, vor allem soweit sie mit den zu beeinflus 
senden Menschen in Berührung kommt, wird geworben. Die Kleidung der Verkäuferinnen 
oder der Pförtner, Fahrstuhlführer und Boten, die Aufmachung der Fahrzeuge, der Packungen 
und Briefbogen, die Einrichtung besonderer Bequemlichkeiten oder Vorteile während des Kaufs, 
die geschmackvolle, saubere, gefällige Form der angebotenen Waren und ihre Zurschaustel 
lung, ferner Stiftungen, Wettbewerbe, Preisausschreiben usw. sind sämtlich als Formen ver 
deckter Werbung zu betrachten. 
Die offene Werbung kann mündlich (akustisch) — durch Ausrufer, Vertreter, Rundfunk 
ansage — oder schriftlich (optisch) erfolgen. Preislisten, Warenverzeichnisse, Werbebriefe, 
Einzelanpreisungen, Rundschreiben, Handzettel u. a. sind die mehr persönlichen, Anzeigen, 
Anschläge, Schaustellungen, Filme, Leuchtzeichen die unpersönlichen Mittel; Zugaben ver 
schiedener Art, ferner Probesendungen, Kostproben sollen darüber hinaus unmittelbare Er 
innerungen oder Vorstellungen erwecken. 
Alle diese Mittel und Formen der Werbung erfordern viel besonderes Wissen: einmal in 
Kenntnis des rein Handwerksmäßigen, daneben aber besonders auch Einblicke in das Wesen 
der menschlichen Beeinflussungsmögliohkeit, die nur zum Teil erlernbar, im übrigen mehr dem 
Gefühl zugänglich sind. Da der Erfolg der einzelnen Maßnahme meist nur schwer erkennbar 
ist, gehört die Feststellung, ob die Werbung hinsichtlich der Wirkung in einem günstigen Ver 
hältnis einerseits zu den aufgewendeten Mühen und Kosten und andererseits zu den Leistungs- 
mögliohkeiten des Betriebes steht, zu den schwierigsten Fragen des Kaufmanns. Den Werber 
selbst, der oft in der Freude des Werbeschaffens das wirtschaftliche Maß übersieht, brauchen 
solche Erwägungen bei seiner Arbeit nicht zu stören. Er hat zwar auf die geldlichen Mittel 
insofern Rücksicht zu nehmen, als ihm der auszugebende Betrag, welcher nach den Grundsätzen 
und der Möglichkeit der Rentabilität des Betriebes bemessen ist, zur Verfügung gestellt wird 
und er mit diesem Betrag wirtschaftlich, d. h. mit der größten Nutzwirkung, umzugehen hat. 
Bei der Schwierigkeit und dem Umfang der bei der Werbung zu leistenden Arbeit nimmt 
es nicht Wunder, daß sich bald auch selbständige Fachleute auf diesem Gebiet betätigten: 
Werbeberater oder Werbeunternehmungen mit großen Hilfsmitteln und besonderen Kennt 
nissen der Märkte und Käuferschichten und der psychologischen Wirkungen. Zeitungskataloge, 
Preistarife, Bevölkerungstabellen, Reklamemuster der Geschäftszweige, Plakatsammlungen — 
nach Entwerfern. Waren, Herstellern, Erscheinungsjahr geordnet —, Anschriftenkarteien u. a.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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