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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

16 
Die Grundlagen. 
bilden das technische Rüstzeug des Werbefachmanns, dessen Tätigkeit eine der wichtigsten 
kaufmännischen Nebenarbeiten umfaßt. 
Fast ebenso bedeutsam ist eine andere, mehr nach innen gerichtete Nebentätigkeit des 
Kaufmanns: die Lager Verwaltung. Sie umfaßt einen mehr technischen Teil, die eigentliche 
Lagerung, welche alle Maßnahmen zur sachgemäßen Aufbewahrung der Roh-, Hilfs- und Be 
triebsstoffe bedeutet. Neben guter Kenntnis der Wareneigenschaften verlangt die Lagerung 
eine Einfügung in die örtlichen und technischen Gegebenheiten des Betriebes (Lagerstandort), 
aber auch die Beachtung gewerbepolizeilicher Vorschriften (hex Explosivstoffen) oder von 
Sioherheitserwägungen. Doch sind diese Überlegungen mehr bei der Einrichtung der Läger 
zu treffen. Die eigentliche Lagerarbeit ist die Lagerverwaltung, die sich auf die Erfassung und 
Festhaltung aller Lagervorgänge erstreckt. Besonders wichtig ist diese Arbeit in Fabrik 
betrieben und im Kleinhandel, wo etwa die Feststellung des Bedarfs, die Eindeckung, d. h. die 
Meldung des Bedarfs an den Einkauf, die laufende Überwachung und Prüfung der Zu- und Ab 
gänge, die zweckgereohte Leitung des Warenstroms durch die Betriebe, vor allem aber auch der 
Schriftverkehr zwischen Einkauf und Lager, Verkauf oder Werkstatt und Lager zu den Ob 
liegenheiten des Lagerverwalters gehören. 
Aus dieser Aufzählung der Tätigkeiten ergibt sich, daß vorwiegend ein Kaufmann zur 
Lagerverwaltung geeignet scheint, doch kann in kleineren Betrieben oder auch in solchen, die 
besondere technische Kenntnisse bei der Einlagerung erfordern, auch ein Techniker dazu be 
rufen sein. Gewöhnlich werden bei kleineren Firmen ältere bewährte Arbeiter herangezogen, 
wobei Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit bei der Auswahl oft entscheidender sind als Stoff 
kenntnis und Verwaltungswissen. 
Doch sind diese nicht ganz zu entbehren, wie die Notwendigkeit der Untersuchung und 
Prüfung der eingehenden Sendungen erweist. Sofort bei Eingang durch Post, Eisenbahn oder 
Fuhrwerk muß auf etwaige äußere Beschädigungen der Verpackung geachtet werden, um so 
vielleicht Beförderungsschäden erkennen zu können. Ferner aber muß geprüft werden, ob 
die Menge, die Abmessungen und die Beschaffenheit der Gegenstände den vereinbarten Be 
dingungen der Bestellung entsprechen. Das Ausmaß des natürlichen Schwundes, äußere oder 
innere Gefügefehler, die durch Stichproben oder Probeanalysen festgestellt werden müssen, 
erfordern gewisse technische Kenntnisse. Für die Abnahme börsenmäßig gehandelter Waren 
(Zucker, Kaffee, Wolle, Getreide, Kupfer usw.) gelten besondere Gebräuche; die Übernahme 
geht in Gegenwart aller Beteiligten: des Käufers, Verkäufers und Frachtführers sowie eines 
Unparteiischen (vereidigter Makler) vor sich. Es werden Proben genommen, versiegelt und 
später von besonders eingerichteten Stellen geprüft, um so Abweichungen von der vereinbarten 
Güte festzustellen und unter Umständen Preisaufschläge oder Nachlässe zu vereinbaren. 
So sind als Gebiete der Lagerarbeit zusammenzufassen: die Beobachtxmg und Durchfüh 
rung der Zu- und Abgänge, der Rücklieferung und Ablieferung, die Vormerkung, Bedarfs 
meldung und Feststellung der Bestände und Bestandsfehler. Als besonders wichtiger Teil ist 
die Lagerkontrolle zu erwähnen, die als Ist-Kontrolle durch den Verwalter am Lagerhestand 
selbst durch geeignete Karten an den Fächern und Boxen ausgeübt wird, daneben noch als 
Soll-Kontrolle an Hand der Belege. Die Lagerverwaltung hat je nach dem Geschäftszweig ein 
sehr unterschiedliches Gesicht. Sie ist wohl am schwierigsten und mannigfaltigsten in Fabrik 
betrieben, die eine große Zahl verschiedener, aus vielen Einzelheiten zusammengesetzter Er 
zeugnisse herstellen. Auch in den Großbetrieben des Kleinhandels, den Waren- und Kauf 
häusern, stellt die Betreuung der Läger einen sehr wichtigen Teil der kaufmännischen Arbeit 
dar. Der kleine Einzelhändler kann sich oft auf örtliche Läger seiner Lieferanten verlassen 
und kommt so häufig fast ohne eigentliches Lager aus. Für den Großhandel kommt in gro 
ßem Umfang die Einlagerung in fremden Lägern in Frage, für welche sich besondere Unter 
nehmungen — Lagerhausgesellschaften — gebildet haben. Eigenartig ist das „Lager“ in 
Banken, das hierin den Tresors und Wertpapierdepots besteht; in Anbetracht des im Verhält 
nis zum stofflichen Wert der eingelagerten Gegenstände -— den Geldstücken und -scheinen, 
den Aktienurkunden oder Schuldbriefen — meist sehr hohen Geldwerts erfordern sie besondere 
Sicherungen hinsichtlich Diebstahl und Zerstörung. 
Als dritte der unmittelbaren kaxifmännischen Nebenarbeiten ist der Versand zu nennen. 
Hierzu gehört die Verpackung unter Berücksichtigung der Wareneigenart, der Versendungs 
dauer, des Versendungsweges und die Wahl der Versendungsart nach Schnelligkeit, Kosten 
und Verkehrsnetz, ob Post, Eisenbahn, Schiff, Kraftwagen, Fuhrwerk, Flugzeug. Sind für 
Post, Bahn und Flugzeug die Überlegungen über die Auswahl des geeignetsten Verfrachters 
nicht schwierig, weil bei der Post ein Monopol, bei Eisenbahn und Luftweg bei den jeweiligen 
örtlichen Verhältnissen praktisch ebenfalls nur eine Gesellschaft in Frage kommt, so müssen 
bei der Binnen- und Überseeschiffahrt, beim Kraftwagen und Fuhrwerk noch die geeigneten 
Transportunternehmungen gefunden werden. Als Hilfsgewerbe ist das Speditionswesen zu 
betrachten, das dem Versand kraft seiner besonderen Sachkenntnis wertvolle Hilfe leistet. 
Auch der Versand hat unterschiedliche Bedeutung in großen und kleinen Betrieben, bei 
Massen- und Einzelgütern. Von der maschinellen und einheitlichen Verpackung eines Marken
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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