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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

24 
Die Grundlagen. 
Verleimungen, durch Nagelung statt Verdübelung als Verbindungsmittel wird das Holz als 
Bauteil für weittragende Hallen dem Stabeisen wettbewerbsfähiger gemacht. Sogar im Flug 
zeugbau, aus dem das Holz nahezu durch Leiohtmetall verdrängt schien, gewinnt es wieder 
an Bedeutung. Der Fäulnis wird durch Imprägnierung begegnet, was für den Holzbau allge 
meine, für das große Gebiet der Leitungsmasten besonders große Bedeutung hat. Dabei ver 
halten sich die Holzarten (z. B. Fichte, Kiefer) je nach dem Imprägnierungsverfahren in bezug 
auf die Lebensdauer nicht gleich; bei teerölimprägnierten Kiefernstangen kann heute schon 
mit einer Lebensdauer von über 30 Jahren gerechnet werden. Betrachten wir einen so harm 
los aussehenden Bedarfsfall wie den Leitungsmast für elektrische Stark- und Schwachstrom 
leitungen. Holz, Eisen und Eisenbeton stehen hier in Wettbewerb: Festigkeit, Lebensdauer, 
Feuerbeständigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einwirkungen (Insekten, Wild), nicht 
zuletzt der Preis müssen gegeneinander abgewogen werden. 
So stehen heute allgemein im Bauwesen eine Reihe von Baustoffen und Bau verfahren 
in Anwendung, die eine Wahl erschweren. Jeder Brückenbau, jeder Hochbau, jeder Hausbau 
erfordert zunächst eine Entscheidung über den zu verwendenden Baustoff. Seit alters her sind 
das Holz und der Ziegel benutzt worden und sie sind auch noch heute weit verbreitet, obwohl 
sich die Bauweisen zum Teil grundlegend geändert haben. Neben dem Massivbau ist der 
Skelettbau möglich, eine Rahmenhauweise mit Steinausfüllung, die meist erheblich billiger 
ist als der Massivbau; die Rahmen können aus Holz oder Eisen sein (Holz- und Eisenfachwerk 
bau) . Ersterer ist im Wohnhausbau—mit Lehm oder Stein als Füllstoffen — seit Jahrtausenden 
bekannt; letzterer wird vorwiegend im Fabrik- und Hallenbau verwendet. Aber auch der 
Eisenheton-Rahmenbau führt sich mehr und mehr ein. Mit dem Betonbau ist jedoch im Grunde 
keine neue Bauweise, sondern ein Gießverfahren in das Bauwesen eingedrungen. 
Hier ist wieder ein typisches Beispiel für die Anpassung der naturgegebenen Stoffe an die 
Verwendungszwecke. Die Bestandteile des Betons — Kalkstein und Ton als Zement und dazu 
Sand—sind im Bauwesen seit altersher bekannt; durch Mahlen und Brennen des Kalksteins und 
Tons zu Zement und dessen Mischung an der Baustelle mit Sand und Wasser wird aber nicht 
nur ein anderes Gefüge und eine höhere Festigkeit erzielt, sondern auch eine ganz andere 
Formgebung — eben das Gießen — möglich. Die Verbindung eines Eisengerippes mit herum 
gezogenem Beton stellt den Eisenbeton dar, eine Bauweise, die wegen ihrer hohen Widerstands 
fähigkeit, Wasser- und Luftheständigkeit im Brücken- und Hochbau das Eisen schwer be 
drängt. Auch für den Straßenbau stehen die mannigfachsten Möglichkeiten offen; neben dem 
alten Natursteinpflaster (Granit) sind Kunststein- und Hartholzpflaster und Decken aus 
Schotter, Teerverbindungen (Asphalt, Makadam u. a.) und Zement, ja auch aus Eisenbeton 
und Eisen, meist Gußeisen, in Anwendung. 
Besondere Steine werden für Feuer- und Säurebeständigkeit angeboten; ein kürzlich er 
schienenes Verzeichnis der Markenbezeichnungen im Feuerfest- und Ofenbaufach enthält 
allein 1500 Namen. Sogar Glas wird neuerdings als tragender Baustoff benutzt, wie über 
haupt das Glas als Werkstoff im Vordringen begriffen ist. Neben dem leicht schmelzbaren 
und chemisch wenig widerstandsfähigen Natronkalkglas, dem gewöhnlichen Fensterglas und 
dem widerstandsfähigeren und schwerer schmelzbaren Kalikalkgias (böhmisches Glas) ist das 
weiche, leicht schmelzbare, stark lichtbrechende Kalibleiglas, das Kristallglas, auf dem Markt; 
doch gibt es darüber hinaus noch eine große Zahl besonderer Gläser für alle möglichen Zwecke 
der Optik, der Apparate- und Laboratoriumstechnik, der medizinischen Geräte und der Ver 
packung. Beim Flachglas sind feuerpolierte und gesohliffenpolierte, hei den Sicherheitsgläsern 
Schichtengläser und vorgespannte Gläser zu unterscheiden. 
Auf fast allen Gebieten der Technik und des täglichen Bedarfs haben heute auch die 
Kunstharz-Preßstoffe Bedeutung erlangt, eine Bedeutung, die nur schwer überschätzt 
werden kann, obwohl sie vorläufig durch die Preise noch nicht überall wettbewerbsfähig sind 
und auch im Aussehen und in der Verwendungsfähigkeit noch nicht restlos befriedigen. Eine 
ganze neuartige Industrie ist entstanden, die Kunststoff-Preßwerke, welche den Rohstoff 
als pulvrige oder körnige Masse beziehen und zu Gebrauohsgegenständen der Technik und des 
Haushalts verpressen. Doch sind auch Stäbe und Röhren von beliebiger Form, die auf Stanz 
pressen erzeugt wurden, als Halbware im Handel und ebenso Sonderstoffe mit Hartgewebe 
oder Zellulose- oder Asbestgespinst-Einlagen, die eine sehr hohe Festigkeit erreichen und damit 
im Maschinen- und Vorrichtungsbau verwendbar werden. Statt Gußstücken aus Leichtmetall 
oder Kupferlegierungen wird man häufig Gewebepreßteile und statt Profilmessing und Mes 
singrohr Kunstharzprofile verwenden können. Das ergibt in vielen Fällen zwar ganz andere 
und neuartige Möglichkeiten, die sich jedoch nicht immer mit den vorhandenen Einrichtungen 
bewältigen lassen. 
Für die Herstellung des Gehäuses für ein Rundfunkgerät beispielsweise kann 
gleicherweise Holz, Metall oder künstlicher Preßstoff (Kunstharz-Preßstoff) verwendet 
werden. Von der Benutzung des einen oder anderen Stoffes ist dann nicht nur das äußere Aus 
sehen abhängig, was für den Absatz Bedeutung hat, sondern mehr noch die gesamte Technik 
der Herstellung. Bei der Verwendung von Holz wird ausschließlich die spanende Formgebung
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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