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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Stoffe und Kräfte. 
25 
benutzt werden, bei der von Metall wohl ebenfalls; aber schon die Art dieser Bearbeitung be 
dingt völlig andere Werkzeuge, andere Werkzeugmaschinen, andere Verbindungsarten und 
danach natürlich andere Bauformen überhaupt. Bei der Verwendung von künstlichem Preß- 
stoff treten wieder ganz andere Bearbeitungsfragen auf, die andere Maschinen und Werkzeuge 
und andere Verbindungsmittel erfordern. 
Immerhin zeigen schon die dazu benutzten Werkzeuge und Maschinen große Unterschiede 
nach Bauart, Haltbarkeit und Arbeitsgeschwindigkeit. Größer noch werden die Unterschiede 
beim Zusammenfügen der einzelnen Bauteile. Das Holz wird verschraubt und verleimt, das 
Metall verschraubt, vernietet und verschweißt, der Preßstoff verschraubt und verklebt, 
wobei wieder bis in die kleinsten Bauteilchen, hier die Schrauben und Meten oder die Kleb 
masse, der Werkstoff berücksichtigt werden muß: Metall- und Holzschräubchen sind nicht 
gleich nach der Gewindeform, die Frage, ob Versenkschrauben oder Kopfschrauben in Holz, 
Metall oder Preßstoff, ob Met oder Schraube in Metall und Preßstoff wird aufgeworfen. 
Greift der Betrieb aber sogar zur eigenen Herstellung auch des Halbstoffs über, so werden 
völlig verschiedenartige Betriebe nötig: Sägereien, Walzwerke, Preßwerke. Ganz andere 
Facharbeiter, andere Werkstoff- und Verfahrenskenntnisse, andere Erfahrungen im Verhalten 
der Stoffe bei der Bearbeitung und beim späteren Gebrauch sind erforderlich, eine ganznndere 
Lagerhaltung, ein anderer Einkauf, eine andere Maschinenausrüstung. ( 
Was hier an dem einfachen Beispiel eines Rundfunkgerätegehäuses gezeigt wurde, trifft 
weitgehend für die ganze Industrie zu. Selbst scheinbar geringfügige Ursachen haben tief 
gehende Umgestaltungen zur Folge. Schon sehen wir Becher und Gebrauohsgeschirre, die 
früher nur aus Holz oder Zinn, später aus Glas und Porzellan gefertigt waren, nunmehr aus 
anderen Stoffen hergestellt. Holz- und Zinngefäße können nicht hoch erhitzt werden, und 
daher brauchte man zum Kochen besondere Stein- oder Eisengeräte; auch Porzellan und Glas 
waren bis in die Neuzeit hinein nur wenig feuerbeständig. Heute kann die Hausfrau in Glas- 
und Porzellantöpfen backen und braten, so daß also vielfach Aluminiumgeschirr, Pfannen und 
Kessel überflüssig werden. Was das für die Hersteller dieser Waren bedeutet, ist klar. 
Ein anderes Beispiel für die aus den verschiedenen Stoffen sich ergebenden Möglichkeiten 
ist die heute so zeitgemäße Kraftwagenherstellung. Ursprünglich ein vom Stellmacher 
verfertigter Wagen mit eingebautem Motor, verändern sich Gestalt und stoffliche Zusammen 
setzung von Jahr zu Jahr und zwar nicht nur im großen, sondern bis in die kleinsten Einzel 
heiten hinein. Längst ist dem Stellmacher die Arbeit entglitten, da die Aufbauten nicht mehr 
aus Holz, sondern aus Stahl gefertigt werden; statt des mehr handwerklichen Aufbaus aus 
einzelnen, in mühevoller Kleinarbeit zusammengefügten Holzteilchen wird jetzt die Karosse 
rie aus einigen Blechteilen in wenigen Stufen unter riesigen hydraulischen oder Exzenter 
pressen gepreßt und durch Schweißung verbunden. Für die Sitze kann Leder, Kunstleder 
oder Stoff, für die Polsterung Stahlfedern, Kapok oder Seegras, für die Einbauten und Hilfs 
teile Holz, Metall oder Kunststoff u. ä. Verwendung finden. 
Aber nicht nur verschiedene Arten von Rohstoffen stehen für jeden Zweck zur Verfügung; 
oft ermöglichen kleine Verfahrensänderungen die Verwendung anderer Halbstoffe. Die 
Art der Verbindung machte bisher die Benutzung von Bohren als Baustoff, z. B. im Hochbau 
und Maschinen- und Apparatebau, fast unmöglich, obwohl die runde und noch dazu hohle 
Form bei gleichem Aufwand an Stoff die höchsten Beanspruchungen auf Zug und Druck zu 
läßt. Erst die Sohweißverfahren (autogen und elektrisch) brachten hier eine Wandlung. Heute 
werden beim Bau von Masten und Gerüsten von Dächern und Hallen selbst im Brückenbau 
Stahlrohren verwendet, weil durch Verschweißen eine einwandfreie Verbindung auf der Bau 
stelle möglich geworden ist. Im Maschinen- und Apparatebau werden Gehäuse und Grund 
platten oft nicht mehr gegossen, sondern aus einzelnen Blechen und Formeisen verschweißt. 
Man braucht also kein Gußeisen mehr, sondern Walzeisen, schmiedbares Eisen, was fast immer 
eine erhebliche Ersparnis an Gewicht bei gleicher, meist sogar vermehrter Festigkeit bedeutet. 
Gerade der Maschinenbauer hat eine umfassende Stoffkenntnis nötig, die sich natürlich 
auf das Verhalten nicht nur bei der Verarbeitung, sondern mehr noch beim späteren Gebrauch 
beziehen muß. Aber er muß auch das Aussehen und den Preis mit beachten, um immer wett 
bewerbsfähig zu bleiben. Stahl und Leichtmetalle sind heute im Hinblick auf die Verwendungs 
möglichkeit auf weiten Gebieten gleichwertig, vor allem in bezug auf die Festigkeitseigenschaf- 
ten. Aber sie unterscheiden sich sehr im Preis und im Gewicht; fast jeder Einzelfall muß daher 
genau untersucht werden. Oft kann durch die Verwendung eines anderen Stoffes ein ganz 
neues Gebiet erschlossen werden. So machte erst das Leichtmetall den Kraftwagen, das Flug 
zeug, das Luftschiff in der heutigen Form möglich. 
So sehen wir in den Maschinen- und Ajiparatebauanstalten eine Fülle von Stof 
fen im Gebrauch. Die verschiedenartigsten Zusammenstellungen sind für den jeweiligen Ver 
wendungszweck möglich und der Konstrukteur, aber damit auch der Unternehmer, muß mit 
ihnen rechnen. Er muß wissen, daß es nicht rostende Stähle gibt, die er für bestimmte Geräte 
und Zwecke heute nicht entbehren kann; aber es gibt auch andere Mittel gegen den Bost: 
das Vernickeln, das Streichen mit besonderen Rostschutzfarben, das Kupfern, die Her-
	        

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Die Theerfarben-Fabriken Der Herren Meister, Lucius & Brüning Zu Höchst a. Main, in Sanitärer Und Socialer Beziehung. Schumacher, 1880.
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