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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

26 
Die Grundlagen. 
Stellung aus Hart- und Stahlguß u. ä. Er muß die Eigenschaft von Guß- und Walzeisen, von 
Aluminium und Kupfer, von Säuren und Basen, von Kohle und Gas, von Schweißeisen und 
Flußeisen, von Glas, Porzellan und Ton, von Gummi und Leder kennen, um sie richtig und 
zweokgerecht verwenden zu können. Er muß wissen, welche Festigkeits- und Dehnungs- 
eigensohaften sein Werkstoff besitzt, welche Bearheitungsschwierigkeiten auftreten können, 
welches Verhalten und welche Lebensdauer im Betrieb verlangt werden; er muß die Formen 
(Profile) und Abmessungen kennen, die normal im Handel zu erhalten sind, muß warmgewalzte 
von kaltgewalzten Profilen und Blechen nach Aussehen und Eigenschaften unterscheiden kön 
nen, um nur einiges zu nennen. 
Auf allen Gebieten der Fertigung ist diese Stoffkenntnis nötig, um entscheiden zu können, 
welche Möglichkeiten mit gegebenen Einrichtungen und gegebenen Geldmitteln auszuschöpfen 
sind. Besonders groß sind die Anforderungen auch in der Textilteohnik. Neben pflanz 
lichen und tierischen organischen Rohstoffen gibt es künstlich hergestellte und sogar einen an 
organischen, mineralischen (den Asbest). 
Wer sich auf dem Gebiete der Textilindustrie betätigen will, sieht sich einer ungeheuren 
Vielfalt von Rohstoffen mit den mannigfachsten Möglichkeiten der Weiterverarbeitung 
gegenüber. Er muß sich entscheiden, ob er Wolle oder Baumwolle verspinnen und verweben 
will; greift er zur Baumwolle, so sieht er sich einer großen Zahl von Qualitäten (bis zu 9 Stan- 
dardnummem) aus den verschiedensten Gegenden der Erde gegenüber. Die Vereinigten 
Staaten, Brasilien, Ägypten, Indien u. a. Länder bieten ihm ihre Erzeugnisse an; jedes hat seine 
Vorzüge und Nachteile, seine besonderen Feinheiten, seine besonderen Bearbeitungsprobleme. 
Der Hersteller von Seilerwaren und Sackgeweben steht vor der Frage, ob heimischer 
Flachs und Hanf, ob Ramie oder Jute, ob neuseeländischer Flachs oder Manila- oder Sisalhanf 
benutzt werden soll. Aus der Kokosfaser können Matten und Teppiche, aus der Kapokfaser 
Polsterstoffe erzeugt werden. Die tierischen Fasern des Hasen und Kaninchens, des Bibers 
und Bisams eignen sich zur Herstellung von Filzen, die des Kamels und Lamas zu Treibriemen, 
mit denen er gegen Leder und Gummi in Wettbewerb treten muß. 
Er muß wissen, welche Tierhaare die Eigenschaft aufweisen, zu filzen, womit sie zur Wolle 
werden, daß diese Verfilzung gefördert werden kann und daß es im wesentlichen die Wieder 
käuer sind, welche filzende Haare, also Wolle liefern. Feine, kürzere, gut filzende Wollen er 
geben Streichgarne und Tuche, langfaserige die Kammgarne und weiter die Cheviot- und Lü 
sterstoffe. Er muß in der Lage sein, einen Stapel durch mehrmaliges Herausziehen von Bü 
scheln aus der Fasermasse zu bilden und einen Handelsstapel von einem Spinnerstapel zu 
unterscheiden verstehen; aus der Mengenverteilung der Faserlängen im Stapel muß er seine 
Schlüsse auf die spinntechnische Eignung ziehen können. Er weiß, daß die als Kunstwolle im 
Handel befindlichen Erzeugnisse keine künstlichen Wollen sind, sondern aus Abfällen zurück 
gewonnene Fasermassen wie z. B. Munko aus neuen, Sohoddy aus gebrauchten Lumpen, Tybet 
aus tuchartigen Geweben, und er weiß ferner, daß auch bei den Seiden die echten (vom Seiden 
spinner bomby mori), die wilden (Tussa, Kursumshi, Anapheseiden), die Spinnenseiden (der 
Madagaskarspinne) und die Muschelseiden (der Steckmuschel) zu unterscheiden sind. Und 
sogar die Kunstseiden, künstliche, durch Düsenpressung erzeugte endlose Fäden oder Stapel 
fasern mit verschiedener chemischer Zusammensetzung und vor allem verschiedenen Ausgangs 
stoffen, nämlich Holzzellstoff (Viskoseseide) und Baumwoll-Linters (Kupferseide, Glanzstoff), 
sind mit sehr unterschiedlichen Feinheiten, Webeeigenschaften und Festigkeiten am Markt. 
Daneben gibt es Kunstseiden aus tierischen Rohstoffen (Gelatine, Kaseinfäden), erstere als 
Vanduraseide bekannt. Glas- und Metallfäden (für Litzen, Tressen, Theater- und Phantasie 
kleidung, Vorhänge) und Papiergarne vervollständigen die Auswahl, die noch durch neue 
Stapelfasermarken, wie Vistra, Wollstra, Cellanese, Lamisetta u. ä. erweitert wird. Da die 
einzelnen Stoffe je nach dem Urstoff sich bei der Nachbehandlung verschieden verhalten, muß 
der Hersteller natürlich schon beim Einkauf auf die beabsichtigte Wirkung achten. 
Nicht alle Gewebe können gewalzt werden, was besondere Glanzwirkungen (Moire, Cloque) 
ergibt, und die Färbung und Äppretierung ist ebenfalls sehr unterschiedlich je nach den Aus 
gangsstoffen. Für Azetatseide hat man besondere Farbstoffe aus bilden müssen, wodurch aber 
teilweise ihre sonstigen besseren Eigenschaften gegenüber den anderen Kunstseidenarten, wie 
hohe Zerreißfähigkeit auch bei Feuchtigkeit, beeinträchtigt wurden. Bei der Wolle des Angora 
kaninchens ist die starke Neigung zum Verfilzen und die Flüchtigkeit auf den Maschinen ein 
Hinderungsgrund für die breitere Verwendung; bei der neuerlichen Verspinnung von Wolle 
oder Baumwolle mit künstlichen Stapelfasern mußten diese nach Faserfeinheit und Kräuselung 
den anderen natürlichen Rohstoffen anzupassen versucht werden, da sonst die Verarbeitungs- 
masohinen nicht einwandfrei arbeiteten. Durch die Einführung von Kunstspinnfasern in die 
Baumwoll- und Wollindustrie werden sogar besondere Anforderungen an den Baustoff der 
Maschinen und an die Färbereigeräte gestellt. Diese müssen nun sowohl gegen Säuren als auch 
gegen Alkalien unempfindlich sein. 
Oder um noch ein Beispiel eines weiteren Gebietes zu geben: der Ölindustrie, von der 
wir wieder die Industrie der organischen öle herausgreifen, da die Mineralöle nach Herkunft
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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