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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

30 
Die Grundlagen. 
formschmiederei und Gesenkschimederei. Das Freiformschmieden geht langsamer, aber auch 
kunstfertiger vor sich, während Massenartikel immer im Gesenk geschmiedet oder gepreßt 
werden. Die Herstellung dieser Gesenke und der für die Bearbeitung sonst noch nötigen Vor 
richtungen (Bohrlehren, Haltestücke) erfordert viel Geschick und Zeit; die Anfertigung einer 
Vorrichtung lohnt sich nur hei bestimmten Stückzahlen. 
Das Schmieden und Pressen kann warm oder kalt erfolgen, wie übrigens auch das Walzen 
von Profilen und Blechen; die Ersparnis an Zeit und Kosten für das Vorwärmen wird durch 
die erforderlichen höheren Leistungen der Pressen und Walzen vielfach ausgeglichen. Immer 
hin sind für bestimmte Anforderungen des Aussehens (Glanz) oder des Stoffgefüges beide not 
wendig, ganz abgesehen davon, daß allein die notwendigen Kraftleistungen für Kaltpressungen 
und Kaltwalzungen nicht oder nur sehr kostspielig zu erzielen sind. Oft kann für sehr hohe 
Drücke und für sehr sperrige und umfangreiche Preßstücke nur die hydraulische Presse Ab 
hilfe schaffen. 
Ob ein Loch gebohrt, gestanzt, gebrannt oder geschlagen werden soll, oh eine Verbindung 
verschraubt, vernietet, verschweißt oder verkeilt werden soll, ob ein Schnitt durch Sägen, 
Schneiden oder Brennen, ein Druck durch Schlag, Walzung oder Pressung ausgeführt werden 
soll, stets sind andere Vorrichtungen und andere Hilfsmittel, oft sogar andere Facharbeiter 
nötig. So ist die mechanische Werkstatt gekennzeichnet durch Maschinen und Werkzeuge der 
spanabhebenden und spanlosen Formung: durch Drehbänke, Bohrwerke, Stanzmaschinen, 
Hobel- und Fräsbänke, Schneid-, Säge- und Schleifmaschinen, Glüh- und Sohmelzfeuer, 
Dampf- und Lufthämmer, Kurbel-, Exzenter- und Friktionspressen, Walzen-, Biege- und 
Abkantmasohinen. 
Wenn wir in die der chemischen Industrie zumeist vorgeschalteten Aufbereitungs 
anstalten blicken, zeigt sich das gleiche Bild; eine Fülle von Möglichkeiten, eine Fülle von 
Geräten und Apparaten, die zwar alle dem gleichen Zweck dienen, von denen aber doch jeder 
seine besonderen Vorzüge und Nachteile auf gewissen Gebieten hat. Zum Zerkleinern der 
klumpigen und steinigen Hartstoffe braucht man Brecher und Mühlen, die ersteren zur Grob 
zerkleinerung, die letzteren für die Feinvermahlung. Aber es gehört eine gute Kenntnis des 
Stoffes und der Apparatur im Betriebe dazu, um den jeweils geeigneten Zerkleinerer anzu 
setzen. Schwerste Arbeit, aber nur grobes Korn leistet der Backenbrecher, feineres Korn bei 
weniger harten Stoffen bringen schon die Kreisel-, Walzen- und Hammerbrecher; für mittlere 
Korngrößen kann man zwischen Granulatoren, Brechschnecken, Glocken- und Bingwalzen 
mühlen, Kollergängen, Holländern (für faserige Stoffe), Schlagstift- und Schleudermühlen 
wählen. Der Feinvermahlung dienen Pochwerke und Mahlgänge, Eingwalzen-, Kugel- und 
Rohrmühlen. 
Auch für die Trennung der Stoffe nach Korngröße und Gewicht stehen je nach der ge 
wünschten Feinheit und dem vorhandenen Gewichtsunterschied Siebe und Roste, Windsichter, 
Setzmaschinen, Strömungsscheider (Rheo-Verfahren, Spitzkästen, Luft- oder Wasserwerke) 
zur Verfügung. Für jeden Stoff ergibt sich nach seinen physikalischen und chemischen Eigen 
schaften ein besonders günstiges Verfahren der Aufbereitung; die Farbe, die Form, der Glanz 
oder die Spaltbarkeit werden bei der Handaufhereitung benutzt, das spezifische Gewicht hei 
der naßmechanisohen und der Luftaufbereitung, die Oberflächenspannung bei der Schwimm 
aufbereitung (Flotation), das chemische Lösungsvermögen bei der Laugung, die magnetische 
Leitfähigkeit bei der Magnetscheidung. Oft müssen Stoffe mit ganz bestimmten Eigenschaften 
ausgeschieden werden, wobei häufig andere, verwandte und hervorstechende Eigenschaften 
als Soheidungsmerkmale herangezogen werden müsen; so ergehen sich neuerdings in der 
Kohlenaufbereitung Fragen der Ausscheidung der für die Verflüssigung besonders geeigneten 
Kohle oder für die Verbrennung in Kohlenstaubmotoren die Ausscheidung einer Kohle mit 
nur toniger Asche unter 1%. 
Gehen wir zur Textilindustrie über, so stehen in der Spinnerei Ringspinner und Selbst 
spinner zur Auswahl; ersterer liefert zwar stetig, aber ein schnittiges und hartes Garn, während 
der letztere zwar nur absatzweise arbeitet, dafür aber weichere, besser gedrehte und gleich 
mäßigere Garne liefert. In der Weberei sind der einfache Wehstuhl mit einfachem Schiffchen 
für einfarbigen Schuß und der Wechselwebstuhl mit verschiedenem Schuß, hei diesem wieder 
der Steigladen-, der Schwingladen- und der Revolverwebstuhl und endlich noch die Schaft- 
und die Jaquardmaschine zu unterscheiden. 
Ja selbst für einen einfachen Transportvorgang, etwa das Fortbewegen von Schütt 
gütern, ist eine Vielzahl von Möglichkeiten entwickelt worden. Der Transport kann zunächst 
unterbrochen vor sich gehen; in diesem Falle können Wagen, gleislos und gleisfahrend, mit 
eigenem oder Fremdantrieb Verwendung finden. Einen Übergang zur stetigen Förderung 
bildet die Zugförderung, zu der auch Ketten-, Seil- und Schwebebahnen zu zählen sind. 
Förderbänder, Kratzer, Schüttelrinnen, Förderschnecken, Becherwerke, Wasserrinnen der 
verschiedensten Systeme stellen die stetige Nahförderung dar. Der zähe Kampf der Schüttel 
rutsche, des Stahlglieder- oder Gummigurtbandes, der Kratzerkette und einiger anderer ste 
tiger Fördermittel untereinander und mit dem Förderwagen, zwischen dem Fördergestell und
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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