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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Der Standort. 
39 
ort vieler Betriebe irgendwelche Gesetzmäßigkeiten festzustellen. Ein Beispiel: In der 
Bielefelder Gegend führte der Flachsbau zur Leinenindustrie; aus dieser entwickelte sich die 
Wäsoheherstellung, die zum Nähen viel Handarbeit erforderte. Dies gab Veranlassung, daß in 
Bielefeld zuerst der Nähmasohinenbau aufgenommen wurde. Die Feinmechanik der Näh 
maschine führte zum Fahrradbau und dieser zum Kraftwagenbau. Somit hat der Bielefelder 
Kraftwagenbau seinen Ursprung in der Flachsgewinnung (Eckardt — v. d. Aa). 
Wie immer auch der heutige Standort eines bestimmten Betriebes erklärt wer 
den mag, er ist fortwährenden Beeinflussungen aus der Veränderlichkeit bestehen 
der Bestimmungsgründe und dem Hinzutritt neuer Umstände ausgesetzt. Ins 
besondere muß heute mehr denn je jeder Betrieb nicht nur bei seiner Errichtung, 
sondern auch bei jeder Umstellung seiner Leistungen die oben geschilderten Be 
stimmungsgrunde kennen und beachten, wenn er den Nachteilen entgehen will, 
die ein ungünstiger Standort für den Betriebserfolg hat. 
Sombart nennt — im Anschluß an Weber — die Standorte, die aus kapitalistischen 
Zweckmäßigkeitsgründen gewählt werden, rational im Gegensatz zu der Wahl der Standorte 
aus nicht-kapitalistischen Gründen, die irrational genannt werden. Daß im Rahmen der 
Rentabilitätsüberlegungen noch andere Erwägungen Platz greifen können, zeigt die bewußte 
Hinauslegung von Industriebetrieben auf das Land oder die Errichtung von Betrieben in 
bestimmten Orten oder Landschaften. Ebenso wenn der Staat aus bevölkerungspolitischen 
oder politischen Gründen den Standort einzelner Betriebe festlegt (Neubau der Giescheschen 
Zinkhütte auf den Zinkerzfeldem Oberschlesiens, obwohl die Erzanfuhr nach dem Absatzort 
billiger ist als der Transport der Fertigtabrikate Zink und Schwefelsäure (Frankfurter Zeitung 
27. Juli 1933). Daß auch Private außerwirtschaftlichen Erwägungen Raum geben können, zeigt 
das viel zitierte Beispiel von Harkort, der die von ihm im Jahre 1818 gegründete Maschinen 
fabrik in eine alte Burg (bei Wetter an der Ruhr) legte, „um in einer feudalen Burg einen 
bleibenden Sitz aufzuschlagen, wo Eisen und Stahl in die mächtigsten Waffen des Gewerbe 
fleißes umgeschaffen werden“ (Matschoss). 
Unter Raumordnung werden heute die Bestrebungen zusammengefaßt, die darauf 
hinauslaufen, den Landschaftsraum und die natürlichen Gegebenheiten mit der betrieblichen 
Arbeit der Menschen und den staatspolitischen Notwendigkeiten in bestmögliche Überein 
stimmung zu bringen. Dazu gehört auch der Standort der Industriebetriebe, der besonders auf 
Aussiedlung und Besiedlung Rücksicht nehmen soll. Wenn es im allgemeinen auch unmöglich 
ist, bestehenden Wirtschaftsbetrieben einen anderen Standort zu geben, so kann die Standorts 
wahl neu zu errichtender Betriebe doch nach den angegebenen Gesichtspunkten erfolgen. Die 
Durchführung einer volkswirtschaftlichen und politischen Standortspolitik wird vor allem 
erleichtert, wenn es gelingt, die Kraftversorgung auf weite Entfernungen zu billigen Kosten 
zur Verfügung zu stellen. Ausbau der Verkehrsmittel sowie Verbilligung der Transportkosten 
(Sondertarife) können das Übrige tun. 
3. Der Standort der Handelsbetriebe. Beim Handel liegt die Frage des Stand 
ortes im allgemeinen einfacher. Dies gilt vor allem für den Kleinhandel, für den es 
eine Standortsfrage im vorerörterten Sinne eigentlich nur in abgeschwächtem 
Maße gibt; der Kleinhandel ist immer oder doch vorwiegend absatzorientiert. Wo 
Verbraucher in genügender Anzahl beieinander wohnen oder wo sie dauernd oder 
zeitweilig in großenMassen Zusammenkommen, schlägt der Kleinhandel seinen Sitz 
auf. Eine Erschwerung ergibt sich dabei naturgemäß aus Wettbewerbsrücksichten. 
Eine gewisse Rücksicht auf die Zahl der Bevölkerung, ihre Kaufkraft in bezug auf 
die angebotenen Waren und die Zahl der Wettbewerber ist erforderlich. Doch 
muß die Natur der jeweiligen Gegend auch in Rechnung gesetzt werden; Verkehrs 
oder Laufgegenden sind anders zu beurteilen als etwa reine Wohngegenden mit 
Massen Wohnungen oder Einzelhäusern. Alle diese Erörterungen gelten jedoch 
mehr für die Geschäfte des täglichen Kleinbedarfs, also für Nahrungsmittel- und 
Genußmittelgeschäfte, Reparaturhandwerker mit kleinen Läden, Kurz-, Weiß- 
und Wollwaren, Haushaltsbedarf, Schreibwaren u. a. m. 
Für Geschäfte, die Waren feilhalten, die nicht täglich gekauft werden oder die 
nicht reiner Haushaltsbedarf sind, sind andere Standortsbedingungen maßgebend. 
Solche Betriebe drängen sich gewöhnlich an den Haupt- und Durchgangsstraßen 
zusammen und bilden oft regelrechte Geschäftsviertel und Geschäftsstraßen, in
	        

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Selling Latin America. Small, Maynard & Company Publishers, 1915.
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