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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

50 
Die Menschen im Betrieb. 
eigener Anschauung kennt. Auf den ersten Blick erscheint eine solche Ordnung als die denkbar 
beste. In der Praxis arbeitet sie jedoch in der Begel nur eine Zeitlang gut; denn der Allein 
herrscher hält nur seine Maßnahmen für richtig, sieht infolge der angestrengten Beschäftigung 
mit allen Einzelheiten nicht, was um ihn herum vor sich geht, wie die Wettbewerber zu ver 
besserten Einrichtungen übergehen; er kann nicht mehr die technischen und wirtschaftlichen 
Fortschritte verfolgen: kurz, sein Betrieb schreitet nicht mit vorwärts. 
Von selbst tritt dann die Notwendigkeit der Arbeitsteilung ein, die sich in der Regel so 
vollzieht, daß die laufenden kaufmännischen Arbeiten einem kaufmännischen Direktor (An 
gestellten oder Teilhaber) übertragen werden, die letzten Entscheidungen in der Führung — 
auch in kaufmännischen Angelegenheiten — jedoch dem von der Technik herkommenden 
Unternehmer verbleiben. Diese Verselbständigung der kaufmännischen Seite in kaufmännisch 
vorgebildeten Personen, mit der Unterordnung letzten Endes doch unter den Techniker als 
Unternehmer ist eine weit verbreitete Erscheinung, für die eine Erklärung nicht schwer zu 
finden ist. Auf der einen Seite kann sich der Techniker leicht gewisse kaufmännische Kennt 
nisse aneignen, besonders aber, wenn er eine kaufmännische Begabung, einen kaufmännischen 
Blick (der mehr wert ist, als Kenntnisse allein) mitbringt. Auf der anderen Seite fehlt dem Kauf 
mann meistens die genaue Kenntnis der technischen Vorgänge, insbesondere dort, wo es sich 
um weitverzweigte technische Grundlagen, physikalische oder chemische Kenntnisse handelt. 
Er wird sich zwar leicht die Warenkenntnisse aneignen, die nötig sind, um sich im Betrieb 
zureohtzufinden und den Absatz der Erzeugnisse in die Hand zu nehmen. Aber dort, wo — wie 
gesagt — die technischen Grundlagen verwickelter werden, herrscht in der Regel der Tech 
niker; er bestimmt Einkaufsmengen, Art der Rohstoffe, Ausdehnung der Produktion und trifft 
insbesondere naturgemäß alle Anordnungen, die sich auf den technischen Betrieb beziehen. 
Diese Stufe der Führung kann befriedigende Ergebnisse liefern. Voraussetzung ist aber 
auch hier noch: verhältnismäßig kleiner Betrieb, möglichst feste Preise der Rohstoffe und eine 
gewisse Unabhängigkeit der Verkaufspreise vom Markt. Verändern sich diese Voraussetzun 
gen, wachsen die Markteinflüsse (vgl. AI), so können leicht durch eine vorwiegend technische 
Führung Störungen im Betrieb auftreten: die Erzeugung wird ohne Rücksicht auf die Lage 
des Marktes ausgedehnt, Konjunkturen, Geld- und Kapitalverhältnisse werden außer acht 
gelassen usw. Der Fabrikant muß dann unter Umständen sehen, wie seine technisch vorzüg 
lichen Erzeugnisse unverkäuflich bleiben, oder erfahren, daß die Einkaufspreise zu hoch, die 
Einrichtungen zu kostspielig oder nicht mehrleistungsfällig sind, daß sich mit anderen Worten 
seine Fabrik nicht mehr rentiert. Oder aber: der gute Techniker muß zugleich ein guter Kauf 
mann sein, eine Vereinigung, die in einer Person nur schwer zu finden ist. 
Und vollends gar auf der letzten Stufe: im Großbetrieb. Hier wird es ganz unmöglich, daß 
eine Person sowohl die technischen, als auch die kaufmännischen Einzelheiten beherrscht. Die 
Zahl der Einzelvorgänge wächst, weitestgehende Arbeitsteilung wird nötig, eine Überwachung 
der Arbeitsleistung der beschäftigten Personen ist erforderlich, die einzelnen Betriebe kommen 
unter selbständige Verwaltung, neben dem kaufmännischen Leiter steht der technische Be 
triebsleiter •— und über allem steht der eigentliche Unternehmer. Ist er Kaufmann oder 
Techniker? Antwort: Beides; aber nicht mehr in dem bisherigen Sinne, daß er sich um die 
letzten Einzelheiten des Betriebs kümmert. Er muß jetzt soviel von kaufmännischen und 
technischen Dingen verstehen, daß er die entscheidenden Anregungen geben kann, die dann 
von den ihm unterstellten Abteilungen auszufiihren sind. Angabe der Produktionseinriohtun g, 
Auswahl der richtigen Personen für die einzelnen Posten, Abgrenzung der Machtbefugnisse, 
stramme Zusammenfassung des Ganzen, Ineinandergreifen der einzelnen Teile durch zweck 
mäßige Organisation und endlich letzte Entscheidung in der obersten Führung des Betriebes, 
das ist die Aufgabe des Großunternehmers nach innen. 
Gleichzeitig muß er seinen Blick nach außen richten und die Entwicklungen in der Volks 
wirtschaft verfolgen, wenn er sein Schifflein richtig durch die Fährnisse des Weltmarktes mit 
seinen Konjunkturen, seinen Wettbewerbskämpfen bringen will. In einer Zeit, wo man durch 
Kartellierungen und Zusammensohlußbewegungen die Preise zu beeinflussen sucht, wo man 
immer erheblichere Kapitalien gebraucht, um sich im Wettbewerbskampfe zu behaupten, wo 
die Finanzierung der Unternehmungen eine wichtige Rolle spielt, da tritt das eigentlich Tech 
nische immer mehr in der Führung zurück: auf die kaufmännische und organisatorische Füh 
rung kommt es hauptsächlich an. Wie man für die Erledigung der täglichen kaufmännischen 
Arbeiten kaufmännische Hilfskräfte hat, so dient der technischen Herstellung ein Stab von 
wissenschaftlich vorgebildeten Ingenieuren und Technikern, welche die unsäglich mühevolle, 
notwendige und wichtige Kleinarbeit ausführen und die technische Entwicklungsarbeit 
leisten, aber mit der eigentlichen Führung und Leitung des Unternehmens in keinem oder nur 
losem Zusammenhang stehen. Bei vielen der größeren Unternehmungen tritt dies sogar 
äußerlich dadurch in die Erscheinung, daß der technische Betrieb, die Fabrik, auch örtlich 
von der Generaldirektion getrennt ist. Letztere befindet sich dann meist dort, wo man leicht 
Fühlung mit den großen Abnehmern, Lieferanten, Behörden, Interessenten, mit der Finanz 
welt, ja schließlich auch mit den Wettbewerbern gewinnen kann, wenn es gilt, Kartellierungen
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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