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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

52 
Die Menschen im Betrieb. 
schnell zurechtzufinden, die Verhältnisse zu beurteilen, die Folgen der eigenen 
Handlungen schnell zu übersehen, also über eine Kombinationsgabe zu verfügen. 
Zu den Fähigkeiten gehört vor allem die Kunst, im richtigen Augenblick zu han 
deln, aber mit Überlegung zu handeln: wagen, nicht ohne zuvor zu wägen. Der 
Entschluß zum Handeln ist die wichtigste Fähigkeit, über die der Unternehmer 
verfügen muß. Häufig muß eine Geschicklichkeit im Verhandeln hinzutreten, um 
den Partner zum Abschluß geneigt zu machen. Von Vorteil kann sein, aus 
fremden Gedankengängen das zu Verwirklichende schnell zu erkennen oder zur 
Verwirklichung eigener Einfälle die richtigen Personen auszuwählen und an 
zusetzen. 
Nicht immer verbürgen diese Dinge: Kenntnisse, Charaktereigenschaften und 
Fähigkeiten den Erfolg. Der Unternehmer muß überdies noch etwas haben, was 
er nicht meistern kann: Glück, worunter man alle die für den Erfolg menschlicher 
Tätigkeit maßgebenden Umstände zusammenfassen kann, deren Auftreten vom 
menschlichen Willen unabhängig ist. Hiermit hängt zusammen (wenn auch die 
geschichtliche Entstehung anders erklärt wird), daß von alters her die Geschäfts 
bücher des Kaufmanns auf der ersten Seite den Spruch aufweisen: Mit Gott! 
In der Praxis werden diese Voraussetzungen nicht immer und in ihrer größten 
Vollkommenheit in einer Person Zusammentreffen; in der Regel wird schon ein 
niederer Grad von Vollkommenheit genügen, um den Erfolg sicherzustellen. Das 
bedeutet freilich, daß sich tüchtige Untemehmernaturen um so leichter durch 
zusetzen vermögen; die Geschichte der großen Unternehmungen liefert hierzu 
zahlreiche Beispiele. Das trifft nicht nur auf die persönlichen Unternehmungen zu 
(wie Krupp, Borsig, Siemens), sondern auch bei den Aktiengesellschaften sind es 
in der Regel einzelne Personen gewesen, die weitausschauende Pläne entwickelt, 
schwerwiegende Entscheidungen getroffen und Schwierigkeiten aller Art über 
wunden haben. Es kommt hinzu, daß — geschichtlich gesehen — die eine oder 
andere Voraussetzung nach Zeit und Volk weniger oder mehr ausgeprägt gewesen 
ist, und daß sie auch heute noch innerhalb desselben Volkes nach Landschaften 
recht verschieden ausfallen können. 
Zum Unternehmer gehört eine Veranlagung, eine kaufmännische Begabung, 
die die für die Unternehmung wertvollen Geschäfte ahnt und ihren Ablauf gefühls 
mäßig erfaßt, eine Begabung, die über die möglichen Schwierigkeiten der prak 
tischen Durchführung mit einer gewissen Nachlässigkeit hinweggeht. Wer diese 
Begabung für kaufmännisches Denken und Handeln nicht mitbringt, sollte es sich 
sehr überlegen, ob er über den Weg des Lernens allein ein tüchtiger Unternehmer 
werden will. Wie überall, so gilt auch hier der Erfahrungssatz: nicht der Mensch 
ergreift einen Beruf, sondern der Beruf ergreift den Menschen. Man muß Unter 
nehmer sein, um es zu werden. 
Anders steht es mit den erforderlichen Kenntnissen; sie müssen und können erworben wer 
den. Nun gibt es freilich keinen vorgeschriebenen (oder ausgeprobten) Ausbildungsgang für 
Unternehmer. Wenn jemand Kaufmann werden will, so erlernt er die Handlung, wird Ange 
stellter und versucht es schließlich mit einem eigenen Wirtschaftsbetrieb oder mit der Erlan 
gung des Amtes eines Vorstandsmitgliedes bei einer Aktiengesellschaft. Doch sollte dieses 
Lernen nicht allein in der Ansammlung möglichst vieler Einzelkenntnisse bestehen, sondern 
worauf es ankommt ist: das Mit- und Naoherleben der Vorgänge wie ihrer Beweggründe und 
ihrer Erfolge. Die Schulung des eigenen Könnens an den miterlebten Erfahrungen anderer, 
das geistige Hineinwachsen in die Welt der kaufmännischen Dinge, die Weckung und Über 
prüfung des eigenen Unternehmerwillens soll gelernt werden. Nicht immer sind die Voraus 
setzungen für eine solche Ausbildung des Unternehmers so günstig, wie sie in Ereytags 
„Soll und Haben“ dargestellt werden, wo die Angestellten zugleich im Hause des Kaufmanns 
leben. Einen brauchbaren Ersatz für diese Art des Lernens bilden u. a. Lebensauf Zeichnungen 
erfolgreicher Unternehmer über ihre Zielsetzungen und Erfahrungen, über Irrtümer und Er 
folge vor allem, wenn die Schriften wirklich von ihnen selbst verfaßt sind und nicht auf der 
Sohreibkunst ihrer Sekretäre beruhen.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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