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Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Bibliographic data

fullscreen: Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

Monograph

Identifikator:
1014015472
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24472
Document type:
Monograph
Author:
Ladendorf, Friedrich
Title:
Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Teil. Allgemeine Grundsätze der Steuerpolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
  • Title page
  • Contents
  • 1. Teil. Allgemeine Grundsätze der Steuerpolitik
  • 2. Teil. Kritik des geltenden Steuerwesens
  • 3. Teil. Das neue System
  • 4. Teil. Zusammenfassende Kritik des neuen Systems

Full text

18 
wirtschaft, derjenige Kapitalist aber, der den größten Teil seiner 
Gewinne aufspart, ist ein Vermehrer des Volksvermögens. 
Man kann wohl sagen, daß der Kapitalismus vor dem Kriege im 
großen und ganzen sehr anständig handelte und keine die gesamte 
Volkswirtschaft zu sehr belastende Verschwendung trieb. Die Kapi 
talisten waren in der Mehrzahl in gewissem Sinne Führer der gesamten 
Volkswirtschaft. Die Verwaltung des Volksvermögens ist freilich in 
seinen einzelnen Teilen an die Individuen gebunden, letzten Endes 
gehört aber aller persönlicher Besitz der gesamten Volkswirtschaft, 
und die Regierung hat nur die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die 
Verwalter keinen Mißbrauch mit ihren Rechten treiben. Für einen 
gesunden Wirtschaftskörper ist eine gewisse Anzahl Kapitalisten nötig, 
und es ist unerheblich, ob diese ein mehr oder weniger großes Kapital 
besitzen, vorausgesetzt, daß solches nicht in einer verschwenderischen 
Weise benutzt wird und dadurch den Wirtschaftskörper für egoistische 
Zwecke einiger weniger Personen belastet. Dagegen kann ein Wirt 
schaftskörper es nicht tragen, wenn, wie es jetzt während des Krieges 
und der Revolution geschehen ist, eine zu große Anzahl kleiner und 
mittlerer Kapitalisten sich bildet, die dann die Volkswirtschaft durch ihre 
persönlichen Ansprüche erdrückt. Man braucht sich, um dies zu er 
kennen, ja nur den Fall vorzustellen, daß von 100 Personen 50 
Kapitalisten wären. Ein undenkbarer Zustand, denn die übrigen 50 
Arbeiter können die 50 Kapitalisten nicht ernähren. In solchem 
Falle gibt es nur das Heilmittel der sprunghaften Geldentwertung, 
wodurch die kleinen Kapitalisten sehr bald gezwungen sind, sich durch 
eigene Arbeit an der Volkswirtschaft wieder zu beteiligen, weil bei 
den ungeheuren Preissteigerungen ihre Zinseneinnahmen zur Deckung 
ihrer Lebensbedürfnisse nicht mehr ausreichen. Anders ist es, wenn 
von 100 Personen nur zwei Kapitalisten sind, diese können dann von 
den übrigen 98 leicht miternährt werden. 
Es steht somit fest, daß der Kapitalismus trotz seiner Schatten 
seiten und unverkennbaren Auswüchse für die gesamte Volkswirtschaft 
dennoch zweckmäßig und notwendig ist. Das Kapital als solches 
muß im Interesse der Volkswirtschaft erhalten bleiben. Es ist daher 
grundfalsch, wenn unsere gegenwärtige Steuergesetzgebung versucht, 
vor allem das Kapital steuerlich zu belasten, freilich von dem an sich 
richtigen Satze ausgehend, daß der Kapitalist als der leistungs 
fähigere stärker zur Steuer herangezogen werden muß als der Nicht-
	        

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Wie Deutschland Seine Schulden Bezahlen Kann! Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H, 1921.
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