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Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Bibliographic data

fullscreen: Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

Monograph

Identifikator:
1014015472
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24472
Document type:
Monograph
Author:
Ladendorf, Friedrich
Title:
Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2. Teil. Kritik des geltenden Steuerwesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
  • Title page
  • Contents
  • 1. Teil. Allgemeine Grundsätze der Steuerpolitik
  • 2. Teil. Kritik des geltenden Steuerwesens
  • 3. Teil. Das neue System
  • 4. Teil. Zusammenfassende Kritik des neuen Systems

Full text

\ 
28 
damit zu tun haben. Ein derartiges Verlangen ist mir immer un 
verständlich gewesen; es kommt mir das so vor, als wenn z. B. ein 
Privatmann, der eine Fabrik im Werte von 3 Millionen, die mit 
einer Hypothek von 1 Million belastet ist, besitzt, erklären würde: 
„Ich muß jetzt schnell dafür sorgen, daß ich diese Hypothek abdecke, 
denn sonst kommen ja meine Kinder in eine ganz unglückliche Lage." 
Er hinterläßt doch aber seinen Kindern den ganzen Besitz, und es 
wäre mehr als töricht, wenn er verpflichtet sein sollte, den Besitz 
schuldenfrei zu vererben. Ebensowenig kann die kommende Generation 
in Deutschland verlangen, daß die jetzige bis an ihr Lebensende am 
Hungertuch nagen soll, damit die Kinder nur ja wieder wirtschaftlich 
besser gestellt sind. Viel richtiger ist es, Staatsschulden in langsamer 
Weise, auf einen längeren Zeitraum verteilt, zu tilgen; es wäre 
töricht, unser ohnehin schon geschwächtes Wirtschaftsleben durch un 
geheure Steuerprojekte und Blutentziehung des Kapitals noch mehr 
zu zerrütten. Auch dies möge ein Beispiel verbildlichen: Es hat 
jemand zu Friedenszeiten 4000 M. im Jahr verdient, mit denen 
er und seine Familie auskamen. Er verfügte freilich in Wirklichkeit 
nur über 3600 M., weil er ein früher einmal geliehenes Kapital 
von 4000 M. verzinsen und amortisieren mußte. Plötzlich kommt 
er durch Krankheit in eine schwierige Lage, muß seine Stellung 
wechseln und verdient vorläufig nur 2000 M. im Jahre. Außerdem 
sind die Schulden durch Krankheit auf 6000 M. gestiegen. Er ist 
nun in einer furchtbaren Lage, denn seine Familie ist gezwungen, 
ihre bisherigen Ansprüche um über die Hälfte zu reduzieren. Die 
Zinsen bezahlt er selbstverständlich als ehrlicher Mensch weiter, aber 
wie unklug und dabei aussichtslos wäre es, wenn er in dieser Lage 
nun erklären wollte: „Jetzt muß ich aber ganz besonders dafür 
sorgen, daß ich meine Schulden tilge, trotzdemmeineEinnahmennichtein 
mal für den täglichen Bedarf ausreichen." In einer ähnlichen, vielleicht 
sogar noch schlimmeren Lage befindet sich heute das deutsche Volk. 
d) Finanzwirtschaftliche Kritik. 
Die am meisten hervorstechenden und für die Steuerpraxis viel 
leicht wichtigsten Grundsätze sind die der Finanzwirtschaft. Diese 
gipfeln in folgenden beiden Punkten: 1. Die Steuer muß in ihrem 
Ertrag genügend, d. h. mit einem Wort, ergiebig sein, 2. sie muß 
beweglich sein, d. h. leicht zu größerer Ergiebigkeit gebracht werden
	        

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Wie Deutschland Seine Schulden Bezahlen Kann! Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H, 1921.
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