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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
1014334349
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-41140
Document type:
Monograph
Author:
Piechottka, Erwin
Title:
Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Hans Robert Engelmann
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Der Sozialindividualismus in der Wirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

389)] Die drei Systeme der Arbeiterversicherung. 381 
West- und Südeuropa Fortschritte gemacht, droht mehr und mehr auch hier dem dritten 
zu weichen. Zwei Ursachenreihen beherrschen die Verteilung der drei Systeme auf die 
einzelnen Staaten: 1. der allgemeine wirtschaftliche und sociale Entwickelungszustand 
und 2. die vorherrschende politisch-sociale Ideenwelt, wie sie sich in der Litteratur und 
Publizistik, ebenso aber auch in den Verfassungs- Verwaltungs⸗-, Rechtsformen und 
Wirtschaftsinstitutionen ausdrücken. 
Das germanische Mitteleuropa hatte, als das Bedürfnis der Arbeiterversicherung 
sich dringlicher geltend machte, noch manche genossenschaftlich-korporative Zwangskassen 
und noch keine ganz individualistisch-atomisierte Gesellschaft; die großen Geschäftsinteressen 
beherrschten den Staat, die Parlamente, die öffentliche Meinung noch nicht so wie in 
Frankreich und England. Man lebte noch vielfach in den Traditionen des bureau— 
kratischen Beamtenstaates. In den Vereinigten Staaten, auf dem Boden rührigsten 
individualistischen Kolonial- und Geschäftslebens, fast ohne alle Tradition der Ver— 
gangenheit, war es natürlich, daß auch dieser Zweig des Wirtschaftslebens der freien 
Initiative der Geschäftsleute und Vereine ganz überlassen wurde. In England, dem 
dande der Selbsthülfe und persönlichen Freiheit, wo das Bedürfnis nach Arbeiterversiche— 
rung am stärksten war, die modernen Geschäftsformen und die neuere sociale Klassen— 
bildung am frühesten gesiegt hatten, kämpften der überkommene genossenschaftliche Geist 
und die kapitalistische Unternehmung um das Gebiet; bis 1870 - 1880 aber siegte der 
manchesterliche Doktrinarismus, der alle Parteien und Klassen beherrschte, und noch heute 
ist er das Hindernis großer Reformen. Ahnlich in Frankreich, wo die Phrafe der 
individuellen Freiheit Staat und Gesellschaft einseitig faßsciniert. Ihnen folgen die 
anderen romanischen Staaten. Hier schwört man auf das Wort Cheyssons: la prévo- 
yance übre pour les hommes debout, l'assistance ppour les hommes tombés. Als ob 
nicht die Mehrzahl der der Arbeiterversicherung Bedürftigen zwischen diesen zwei 
Extremen ständen. 
Jedes der drei Systeme zielt im Grunde zuletzt auf dasselbe; jedes hat seine 
Vorzüge und Kehrseiten. Alle drei wollen durch Umlagen und Teilzahlungen Reserve— 
mittel für Notzeiten sammeln und sie durch ein kompliziertes System der Verwaltung, 
der Kapitalanlage, der Berechnung den Versicherten in der Not zugänglich machen; alle 
drei stellen höhere Formen wirtschaftlicher Vergesellschaftung dar; alle drei appellieren 
an den Selbsterhaltungstrieb, ruhen auf einem ausgebildeten Versicherungsrecht, haben 
gemeinnützige Seiten. Aber die Mittel, die Motive im einzelnen sind verschieden. Die 
private Versicherung hat ihren aktiven Ausgangspunkt im Erwerbstriebe der Versicherer, 
die genossenschaftliche und öffentliche im Bedürfnis der Versicherten. Die erstere hat vor— 
zugsweise den Geschäftsgewinn, die letzteren haben humane Fürsorge im Auge; die erstere 
arbeitet mit kaufmännischen, die letzteren mit überwiegend ehrenamtlichen und bureau— 
kratischen Kräften. Die private Versicherung erzeugt eine Summe von Privatverträgen, 
aber auch sehr zahlreiche Prozesse, Verluste, Bankerotte; die private und freigenossen— 
schaftliche giebt meist unsichere Änsprüche; die öffentlichrechtlich geordnete schafft je nach 
Form, Beamtentum, Abgrenzung gut oder schlecht arbeitende Verwaltungskörper mit 
komplizierten Kompetenzen, Rechtsvorschriften, Kontrollen, Schreibereien, zahlreichen 
Judikalen und Schiedsgerichtsentscheidungen. Zuletzt ist es immer der sittliche Geist 
und die geschäftliche Tüchtigkeit der maßgebenden Personen, welche der einen oder der 
anderen Form ihre Leistungsfähigkeit geben; aber diese geistigen Potenzen werden durch 
die eine Form doch viel mehr erzeugt als durch die andere; freilich ist nicht jede Form 
in jedem Lande, in jeder Volkswirtschaft möglich. 
Die private Versicherung hat allerwärls die Unfallversicherung begründet; aber 
sie bleibt überall teuer, lückenhaft, führt allgemein zu Kapitalabfindung, statt zu der 
meist viel angezeigteren Rentenzahlung. Die private Sterbegeldversicherung hat in den 
amerikanischen Neuenglandstaaten (z. B. in der Prudential-Compagny von Rewark N. J.) 
auch vereinzelt sonst zu musterhaften Resultaten, im übrigen aber überwiegend zu un— 
geheuren Mißbräuchen, zu schamloser Bewucherung der unteren Klassen geführt. Viele so— 
genannte englische Genofsenschaften sind Wuchergeschäfte der Direktoren und Sammelagenten.
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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