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Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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Bibliographic data

fullscreen: Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

Monograph

Identifikator:
1014334349
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-41140
Document type:
Monograph
Author:
Piechottka, Erwin
Title:
Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Hans Robert Engelmann
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Ausführungsmöglichkeiten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit
  • Title page
  • Die deutsche Wirtschaft am Scheidewege
  • Die Arbeit als Werteinlage
  • Der Sozialindividualismus in der Wirtschaft
  • Die Kapitalisierung der Arbeit
  • Die Arbeitsaktie
  • Der Arbeiter als Mitunternehmer
  • Ausführungsmöglichkeiten
  • Die Beteiligungssysteme
  • Unter dem Druck der Reparationen
  • Die Steueraktie
  • Entstaatlichung von Post und Eisenbahn
  • Ausblick

Full text

37 
Muß man denn immer auf das berühmte Gleichnis von Menenius 
Agrippa über den Streik der Glieder gegen den Magen zurückgreifen, 
um der Arbeit sowohl wie dem Kapital vor Augen zu führen, wie 
sehr beide aufeinander angewiesen sind und wie schwer sie ein 
ander und sich selbst durch gegenseitigen Kampf schädigen ? 
Arbeit ist im Produktionsprozeß ohne Kapital ebenso unfrucht 
bar wie Kapital ohne Arbeit. Da heißt es, eine Basis zum Zu 
sammenwirken finden, aber nicht eine Basis zum gegenseitigen 
Kampf, und wenn der Sozialismus das Kapital als ursprünglich 
vorausgetane Arbeit anerkennt, so sollte er die Folgerung ziehen, 
daß auch gegenwärtig die Arbeit Kapital für die Zukunft bildet, 
das nach meinem Wirtschaftssystem, wie es sich gerechterweise 
entwickeln muß, künftig auf Kapital und Arbeit verteilt wird. 
Ich sehe bei beiderseitigem guten Willen keine Unmöglichkeit in 
der Überbrückung der gegenseitigen Interessen. Der Aufstieg 
der Arbeiterschaft aus dem Dienstverhältnis zu einem Ge 
nossenschaftsverhältnis scheint mir der gegebene Weg, auf 
dem die Interessen zusammengeführt werden können und, in gleiche 
Richtung gebracht, die Entwicklung der Wirtschaft in sich ent 
halten. 
Wie glaubt man auch sich gegen diese Entwicklung, die doch von 
selbst gegeben ist, und sich mit elementarer Kraft durchringt, auf 
die Dauer widersetzen zu können. Die Gewinnbeteiligung des 
arbeitenden Menschen ist nicht mehr aufzuhalten, seitdem prak 
tische Versuche zu Erfolgen geführt haben, und für sie ist auch 
bereits in der Gewinnbeteiligung der englischen Berg 
arbeiter an den Erträgen der Industrie ein unmittelbares Vor 
bild gegeben, nur daß das Schema der englischen Gewinnbeteiligung 
auf Grund eines festen Zahlenverhältnisses und nur für einen 
Industriezweig, den Bergbau, durchgeführt ist. Das Prinzip hat 
indessen gesiegt, nicht als Polge einer Arbeiterforderung, sondern 
einer weisen Voraussicht der englischen Regierung, die dem eng 
lischen Wirtschaftsfrieden reiche Früchte tragen wird. Schema 
tisch eingesetzte Zahlen können indessen nienals der Ausdruck 
eines vollkommenen und einheitlichen Wirtschaftssystems werden, 
und dieses Moment hat dazu geführt, daß die bisherigen Ansätze 
zur Lösung in Deutschland sich nicht in wünschenswerter Weise 
entwickelt haben. Sehr mit Recht hat Abbe, der Begründer der 
Zeiß-Stiftung in Jena, erklärt, daß eine Verbesserung der Lage des 
abhängigen Arbeiters ohne den gleichzeitigen Versuch einer Hebung 
seiner Rechtslage nur eine täuschende Dekoration ist. Durch
	        

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Gleichberechtigung von Kapital Und Arbeit. Verlag von Hans Robert Engelmann, 1921.
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